Unterwegs nach Europa?

Die Frage hat es in sich! Wer ist da unterwegs? Und wohin? Bulgaren und Rumänen auf der Suche nach Arbeit? Stürmen nicht Tausende Afrikaner unaufhaltsam über die Grenzen zu uns? Die Schulden der Griechen bezahlen? Beanspruchen nicht schon Autorinnen und Autoren aus Osteuropa oder der Türkei die literarische Hoheit mit ihren Romanen? Und das nicht selten in unserer Sprache!

 

Mit welchem Gepäck, welchen Ängsten und Erwartungen sind wir eigentlich unterwegs in dieser Nebellandschaft?

 

Dies alles und vieles mehr sind Themen der 2. Literaturbiennale 2014. Vermutlich werden mehr offene Fragen bleiben als Antworten gegeben. Das kann nicht anders sein, weil der Weg ein Prozess ist.

 

Ein Europa-Erlebnis ist mir deshalb so überzeugend in Erinnerung, weil es schlimme Vergangenheit und humane Gegenwart spiegelt, also brauchbare Bausteine für eine würdige gemeinsame Zukunft:

 

Angerührt von dieser Haltung standen sie plötzlich wieder vor mir, die Visionen der großen Dichter, die humane Kraft der Werke von Leskov, Gogol oder des deutschen Arztes Friedrich Joseph Haass in den Gefängnissen auf den Moskauer Sperlingsbergen. Sie - und viele aus anderen Nachbarvölkern - haben für den Weg nach Europa die Pflastersteine gelegt, die sich hoffentlich als haltbarer erweisen werden als Streit um Bankenkrisen, Armutseinwanderer und nationale Egoismen.

 

Hermann Schulz

 

Programmheft