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Ober­bürgermeister

Interview mit dem Geschäftsführer des Rates

Auszubildende der Stadtverwaltung Wuppertal haben im Rahmen ihrer Projektarbeit den Geschäftsführer des Rates der Stadt Wuppertal Florian Kötter interviewt.

Geschäftsführer des Rates Florian Kötter

Auszubildende: Wer sind Sie und was machen Sie?

Florian Kötter: Mein Name ist Florian Kötter, seit dem Jahr 2000 bin ich hier im Büro des Oberbürgermeisters für die unterschiedlichsten Oberbürgermeister tätig. Derzeit bin ich der stellvertretende Büroleiter von Andreas Mucke, sein Hauptreferent und mache auch die Geschäftsführung für den Rat der Stadt Wuppertal.

Auszubildende: Was machen Sie als Geschäftsführer des Rates genau?

Florian Kötter: Ganz platt gesagt kümmere ich mich um die Schriftführung. Hierfür bin ich bei jeder Sitzung dabei und nehme die Beschlüsse auf. Zusätzlich kenne ich mich im Kommunalrecht gut aus und berate den Oberbürgermeister bei seiner Sitzungsleitung. Darüber hinaus kümmere ich mich um die Vorbereitung der Ratssitzungen. Die Sitzungen an sich sind ja nur das Endprodukt. Im Vorhinein werden Tagesordnungen aufgestellt, Unterlagen werden gesammelt und der Oberbürgermeister wird auf die Sitzung vorbereitet. Denn eine der Säulen der Tätigkeit des Oberbürgermeisters ist die Leitung des Rates. Um diese Aufgabe möglichst „unfallfrei“ zu erledigen, wird der Oberbürgermeister auf jede Sitzung vorbereitet.

Auszubildende: Wie hoch ist der Arbeitsaufwand eines Ratsmitglieds? 

Florian Kötter: Das ist tatsächlich eine Frage, die Sie eher einem Ratsmitglied stellen müssten, aber ich glaube schon, dass in einer Großstadt wie Wuppertal das Ehrenamt recht hoch ist. Es ist ja nicht nur die Tätigkeit im Rat, sondern auch noch alle möglichen Ausschüsse. Auch hier wieder die Vorbereitung für die Ratssitzungen, Fachausschüsse und dann ist man in seiner Fraktion noch tätig. Also ich denke schon, dass es einen ordentlichen Stundenaufwand bedeutet, Ratsmitglied zu sein.

Auszubildende: Muss man Mitglied einer Partei sein, um Ratsmitglied werden zu können?

Florian Kötter: Nein, muss man nicht. Man wird Ratsmitglied, indem man gewählt wird. Um sich, ohne einer Partei anzugehören, welche schon im Rat vertreten ist, zur Wahl aufstellen lassen zu können, muss man eine gewisse Anzahl an Unterschriften sammeln. Wenn man diese kriegt und bei der folgenden Wahl auch die entsprechende Anzahl an Stimmen erhält, wird man Ratsmitglied. Einer von 66 Stadtverordneten.“

Auszubildende: Wie empfinden Sie die Ratssitzungen? Findet eher eine hitzige Debatte oder ein gemächlicher Meinungsaustausch statt? 

Florian Kötter: Wie ich vorhin schon gesagt habe bin ich seit dem Jahr 2000 dabei. Es gab lange Phasen mit sehr eindeutigen Mehrheitsverhältnissen, in denen es über viele Jahre Kooperationen zwischen den beiden größten Fraktionen, der SPD und der CDU, gegeben hat. Da eben diese zuletzt 38 von 66 Stimmen hatten, waren die Ratssitzungen zu dieser Zeit relativ ruhig. Jetzt gibt es diese Kooperation nicht mehr. Die Mehrheitsverhältnisse haben sich geändert. Es gibt keine eindeutige Mehrheit mehr und das führt dazu, dass mehr debattiert wird, mehr um Mehrheiten gerungen werden muss und dann werden Diskussionen auch lebhafter. Es ist ja immer eine Frage, wie man es ausdrückt, ob man eine lebhafte Debatte gut oder schlecht findet. Ich persönlich finde es ganz gut, wenn Debatten auch lebhaft sind. Wenn man sich also austauscht. Als hitzig würde ich die Diskussionen jedoch nicht beschreiben. Grundsätzlich gibt es in Wuppertal eine gute Debattenkultur.

Auszubildende: Was würden Sie Jugendlichen empfehlen, die sich für Kommunalpolitik interessieren? 

Florian Kötter: Ich würde Jugendlichen sagen, dass das, was auf kommunaler Ebene, also in eurer Stadt stattfindet, dass dies am nächsten an ihrer Lebenswirklichkeit dran ist. Jeder ist von dem betroffen, was in seinem Stadtteil oder unmittelbaren Umfeld passiert und da kann man in der Kommunalpolitik vieles bewegen, mitentscheiden und mitdiskutieren. Auch da kann man nicht alles durchsetzen, was seinen eigenen Wünschen entspricht, aber man kann mitreden und dabei merkt man auch unmittelbar was sich tut und was man verändern kann.

Herr Florian Kötter
Abteilungsleiter

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Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal

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