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Oberbürgermeister

Tag der Deutschen Einheit

Liebe Wuppertalerinnen und Wuppertaler,
anlässlich des Tags der Deutschen Einheit am 3. Oktober, spielte das Sinfonieorchester Wuppertal in der vollen Stadthalle wieder für den guten Zweck. Dank der Unterstützung der begeisterten Besucher sind rund 12.700 Euro für das Kinderhospiz Burgholz zusammengekommen. Es war nich

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich begrüße Sie herzlich in unserer Historischen Stadthalle zum traditionellen Benefizkonzert anlässlich des Tages der Deutschen Einheit. Daher vorab der Dank an unser Sinfonieorchester Wuppertal unter der Leitung von Ulrich Windfuhr, den wir als Gastdirigenten gewinnen konnten.

 

Ganz besonders begrüße ich unsere Ehrenbürgerin Ursula Kraus. Liebe Ursel, herzlich willkommen!

 

Zum 26. Mal wird heute der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Diese friedliche Revolution und die Unterstützung der Alliierten als Grundlage der Wiedervereinigung sind immer wieder Anlass für Dankbarkeit und Freude in Deutschland – aber auch für Nachdenklichkeit.

 

Vieles ist in Deutschland seitdem passiert, was dem Zusammenwachsen dienlich war und ist. Und dennoch spürt man heute mehr denn je eine Spaltung des Landes, der wir entschieden entgegenwirken müssen.

 

Beispielsweise wächst die Armut in Deutschland - auch hier in Wuppertal. Jedes dritte Kind in unserer Stadt lebt in Armut. Das soll und muss uns alle dazu bewegen, diese Armut entschieden zu bekämpfen. Hier müssen wir investieren - aus Gründen der Nächstenliebe und Solidarität, aber auch im Sinne der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Wir dürfen kein Kind, keinen Menschen zurücklassen. Diejenigen, die am vermeintlichen Rand der Gesellschaft stehen, müssen wir in unsere Mitte holen. Mit offenen Armen und offenen Herzen.

 

Daher dürfen bei aller Anstrengung über die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West die Probleme bei uns oder in anderen westdeutschen Städten nicht vergessen werden. Deshalb muss nach Ablauf des aktuellen Solidarpakts Schluss sein mit der Verteilung der Mittel nach Himmelsrichtung! Es muss eine Verteilung nach Bedürftigkeit geben, damit die Spaltung der Gesellschaft gestoppt wird.

Und damit dem Spaltpilz Einhalt geboten wird, der den Nährboden darstellt für solch demagogische und reaktionäre Bewegungen wie Pegida und der sogenannten Alternative für Deutschland. Für dieses Ziel müssen alle demokratischen Parteien in Bund, Land und Kommunen gemeinsam kämpfen.

 

Um es klar zu sagen: Wir, die Vertreterinnen und Vertreter der demokratischen Parteien, wir sind die echte Alternative für Deutschland!

Und nicht diejenigen, die mit Lügen, Hetze und mit rassistischem Gedankengut unsere demokratische Grundordnung unterwandern. Und das müssen wir nicht nur national denken, sondern europäisch. Denn diese rechten und radikalen Bewegungen machen sich daran, die europäische Idee grundsätzlich in Frage zu stellen und zu zerstören.

Genau diese Idee ist es aber, die uns über 70 Jahre Frieden in Europa garantiert hat. In meinen Augen das größte und wichtigste, was ein geeintes Europa erreicht hat.

Oder um es mit Willy Brandt zu sagen: “Frieden ist nicht alles – aber ohne Frieden ist alles nichts.“

 

Meine Damen und Herren, und letztlich hat uns das geeinte Europa auch das Geschenk der Einheit gemacht. Denn nie und nimmer hätten die vier Alliierten einem vereinten Deutschland zugestimmt, wären wir nicht fester Bestandteil und Motor der europäischen Union.

Und angesichts der aktuellen Herausforderungen meine ich, dass wir nicht weniger Europa brauchen, sondern ein in den Grundfesten gestärktes Europa.

Besonders die osteuropäischen Länder müssen erkennen, dass Solidarität keine Einbahnstraße ist. Wir haben zu Zeiten des Kalten Krieges den Unterdrückten in Osteuropa beigestanden, ihnen Zuflucht gewährt. Mit Milliarden aus der EU helfen wir nun deren Infratstruktur auf die Beine. Da ist es doch selbstverständlich, dass sich diese Länder auch öffnen für die Menschen, die nun Zuflucht suchen vor Krieg, Terror und politischer Unterdrückung.

Und wenn diese Erkenntnis nicht reicht, so gebietet es immer noch die christliche Nächstenliebe.

 

Europa ist eine Wertegemeinschaft: Toleranz, Demokratie, Menschenrechte, Völkerfreundschaft, Weltoffenheit und Freizügigkeit - dafür stehen wir in Deutschland und Europa. Das haben wir aus den verheerenden mörderischen Kriegen, die unseren Kontinent verwüstet haben, gelernt. Von Deutschland, von Europa muss Frieden ausgehen. Innerer wie äußerer.

Mit friedlichen Mitteln gilt es, Frieden zu schaffen in Europa und in aller Welt. Und dazu gehört auch der soziale Frieden, denn soziale Gerechtigkeit ist ein Nährboden für Frieden und Toleranz.

Und damit bin ich auch schon wieder beim Eingang meiner Worte:

Lassen Sie uns gemeinsam alles dafür tun, dass die deutsche Gesellschaft wieder zusammenwächst. Die Mittel dafür haben wir - es kommt auf die gerechte Verteilung an!

 

Meine Damen und Herren,

Danke, dass Sie heute gekommen sind. Denn mit dem Kauf der Konzertkarte tun Sie auch etwas Gutes. Sämtliche Einnahmen gehen dieses Mal an die Kinderhospizstiftung Bergisches Land. Lassen Sie uns nun gleich gemeinsam das Konzert genießen, das mit der Nationalhymne beginnt.

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