Inhalt anspringen

Oberbürgermeister

Muckes Meinung

In seiner Kolumne geht Oberbürgermeister Andreas Mucke auf aktuellen Themen ein.

Das neue Handlungsprogramm Gewerbeflächen

Eine vorausschauende Gewerbeflächenplanung ist ein wichtiges Instrument erfolgreicher Wirtschaftspolitik, die nicht in Konkurrenz zu Umwelt- und Naturschutz und den Interessen der Wohnbevölkerung stehen muss.

Bei der Entwicklung von Gewerbeflächen geht es nämlich nicht zuvorderst darum, möglichst große Flächen zur Verfügung zu stellen. Vielmehr müssen qualitative Kriterien wie Arbeitsplatzdichte, Struktureffekte und erwartete Steuereinnahmen zu den Leitplanken der Entwicklung von Gewerbeflächen werden. Das berücksichtigt das neue Gewerbeflächenkonzept.
Natürlich braucht es für die Erweiterung und Neuansiedlung von Unternehmen ausreichend große Flächen. In den letzten zehn Jahren hat Wuppertal 60 Prozent der gewerblichen Flächeninanspruchnahme durch Brachflächen decken können. Die größten Gewerbeflächeninvestitionen fanden auf den großen Gewerbearealen Engineeringpark Südhöhen und Rangierbahnhof Vohwinkel statt. Die Entwicklung von Brachflächen und die Nachverdichtung im Bestand bleiben weiterhin ein Baustein der Gewerbeflächenplanung der nächsten Jahre.


Wir wissen aber schon heute, dass die bisher ausgewiesenen Gewerbeflächen nicht ausreichen werden. Im internationalen Standortwettbewerb und in einer digitalen Welt muss Wuppertal die richtigen Antworten auf mögliche Verlagerungen von (Industrie)Arbeitsplätzen an kostengünstigere Standorte finden. Um also wettbewerbsfähig bleiben zu können, muss die Stadt für die Erweiterung und Neuansiedlung von Unternehmen die notwendigen Flächen vorhalten und diese inhaltlich-strategisch entwickeln. Das bedeutet: Unternehmen vernetzter Branchen und arbeitsteiliger Wirtschaftszweige gemeinsam zu verorten.

Unternehmen, die sich verlagern oder expandieren wollen, sollen weiterhin gute Entwicklungschancen in unserer Stadt vorfinden. Gleiches gilt für neue Unternehmen, die ich neu anwerben möchte. Dabei beziffert die mittelfristige Bedarfsplanung den Flächenbedarf auf rund 12,4 ha pro Jahr. Das hört sich zwar im ersten Moment viel an, bezogen auf die Stadtfläche Wuppertals entspricht dies aber nur 0,7 Prozent.
 
Behutsam will ich die neuen Standorte entwickeln, die auch die verschiedenen Interessen berücksichtigen und sich in die Rahmenbedingungen vor Ort einfügen. Vorrangig gehören zu den neuen Standorten die Nächstebrecker Straße/Bramdelle, Blumenroth, Varresbeck Süd, Schützenstraße/Carnaper Straße und der Bahnhof Steinbeck.
Neue Gewerbestandorte: Ökologie und Ökonomie sind keine Gegensätze
Wuppertal ist investorenfreundlich aber nicht investorenhörig. Das Gewerbeflächenkonzept schafft Transparenz, vermeidet "wilden Flächenfraß" und ermöglicht ein zentrales Flächenmanagement, das sich an qualitativen Kriterien orientiert.

Mit den neuen Standorten eröffnen sich Entwicklungschancen für die Wuppertaler Wirtschaft und damit auch für den lokalen Arbeitsmarkt. Wuppertal hat derzeit den höchsten Stand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit 20 Jahren. Diese gute Entwicklung soll weitergehen. Trotzdem kämpft Wuppertal mit einer hohen Unterbeschäftigungsquote und verfestigter Langzeitarbeitslosigkeit. Welche Unternehmen an den neuen Standorten vorrangig angesiedelt werden, wird sich daher zuvorderst am Arbeitsplatzeffekt sowohl für hochqualifizierte als auch für geringer qualifizierte Beschäftigte orientieren. Auch zu erwartende Steuereinnahmen und Anziehungs- und Ausstrahlungseffekte auf unsere lokale Wirtschaft gehören zu den ausschlaggebenden Kriterien.

Handlungsprogramm Gewerbeflächen


Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • © Stadt Wuppertal | Medienzentrum

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet.

/microsite/oberbuergermeister/cookieUsageNotification.php
Seite teilen