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Ober­bürgermeister

Rede auf der Demo des Bündnisses "Talvielfalt"

Andreas Mucke erinnert am 29. Februar auf einer Demonstration an die Opfer des Attentats von Hanau.

Demo des Bündnisses Talvierfalt

- Es gilt das gesprochene Wort - 

Liebe Wuppertalerinnen und Wuppertaler,

ich freue mich, dass so viele dem Aufruf des Bündnisses gefolgt sind und heute ihre Trauer und Anteilnahme für die Opfer und Angehörigen des Attentats in Hanau ausdrücken.

Der rassistische Anschlag richtete sich nicht nur gegen Muslime, sondern gegen uns alle – gegen unsere offene und demokratische Gesellschaft.

Dass Sie hier sind, ist ein Zeichen der Entschlossenheit. Wir stehen für eine offene und solidarische Gesellschaft. Wir verteidigen Demokratie, Toleranz und Vielfalt. Wir zeigen, dass

·       Sedat G.

·       Gökhan G.

·       Hamza K.

·       Kalojan V.

·       Mercedes K.

·       Said H.

·       Ferhat Ü.

·       Vili P. und

·       Fatih S.

zu uns gehören!

Viel zu lange sind große Teile der Gesellschaft auf dem rechten Auge blind gewesen. Haben Rassismus im Alltag und rechte Gewalt verharmlost.

Kann es daher jemanden noch wundern, was in Kassel, Halle und Hanau geschah? Dass sich militante und rechte Netzwerke wie der NSU oder die Terrorgruppe S gründen, morden und bürgerkriegsähnliche Zustände herbeiführen wollen?!

Sprache ist Wegbereiter von Gewalt. Aus Hass und Hetze werden Taten.

Das ist kein Zufall. Es ist von denjenigen so beabsichtigt, die das gesellschaftliche Klima aufheizen. Die rassistische Hetze und menschenfeindliche Ideologie verbreiten.

Die ihr Weltbild mit völkischen Verschwörungstheorien begründen und über die sozialen Medien transportieren.

Dabei geht es um nichts anders als um das Entmenschlichen des Gegenübers. Um das Schüren von Ängsten und Feindschaft gegen die, die nicht so sind, wie man selbst.

Das sind keine verbalen Ausrutscher. Die Worte WOLLEN Taten.

Deshalb gilt: Es darf nichts mehr verharmlost werden. Denn es ist eine bewusste Strategie, die Grenze des Unsagbaren immer weiter nach rechts zu verschieben.

Liebe Wuppertalerinnen und Wuppertaler,

ich habe Wut im Bauch! Es ist aber keine blinde Wut. Es ist eine wütende Entschlossenheit!

Wir sind nicht ohnmächtig. Jeder und jede und muss kann Zivilcourgage beweisen – sei es im Job, in der Schule, im Verein oder in der Familie.

Wuppertal ist und bleibt eine weltoffene, vielfältige, tolerante und internationale Stadt. Antimuslimische, antisemitische und rassistische Hetze haben bei uns keinen Platz.

Wir achten jede und jeden, unabhängig von Religion und Herkunft. 2019 ist unser Grundgesetz 70 Jahre alt geworden. In Artikel 1 steht „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und nicht „Die Würde der Deutschen ist unantastbar.“

Wir respektieren die Unterschiede und verstehen sie als Bereicherung. Und wir stärken das Verbindende. Das ist es, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Wir brauchen keine Leitkultur-Debatte!

Wir werden alle rechtsstaatlichen Instrumente nutzen und die politische Auseinandersetzung nicht scheuen, um unsere offene Gesellschaft gegen diejenigen zu verteidigen, die sie eigentlich abschaffen wollen. Wir sind eine wehrhafte Demokratie.

Niemals dürfen Demokraten mit rechten Parteien koalieren oder insgeheim mit ihren Stimmen kalkulieren und sich tolerieren lassen. Weder in Thüringen noch in Wuppertal.

In der Kommunalpolitik gibt es „keine Bagatellgrenze“ in der Zusammenarbeit. Mit Faschisten paktiert man nicht!

Wir wissen: Die Rechtsextremen suchen den Weg in die Parlamente und Stadträte.

Am 13. September ist Kommunalwahl. Geht zu Wahl!

Helft mit, damit die Faschisten nicht in den Wuppertaler Stadtrat einziehen. Stattet diejenigen mit einem starken Mandat aus, die für Vielfalt und Toleranz stehen.

Kein Fußbreit dem Faschismus! Keinen Millimeter nach rechts!

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Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal
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