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Oberbürgermeister

"Muckes Meinung" - Öfter mal das Licht ausschalten!

Die Kolumne von Andreas Mucke

Genau zehn Jahre ist es her, seitdem die Glühbirne europaweit verboten wurde. Damals wurde in Deutschland schon der Untergang unserer Industriekultur beklagt. Einige fürchteten sogar, dass sich das „kalte“ Licht der Energiesparlampen negativ auf die gesellschaftliche Stimmung auswirken könnte. Viele deckten sich deswegen noch „rechtzeitig“ mit Glühbirnen ein. Der/die ein oder andere wird sich just in diesem Augenblick an den längst vergessenen Vorrat an 100-Watt-Birnen im Keller erinnern?!

Wie sieht es zehn Jahre später aus? Die Gemütslage im Land ist einigermaßen stabil. Die Industrie und Verbrauchern/innen haben sich auf das Verbot eingestellt. Technische Innovationen sind entstanden. Moderne LED-Leuchtmittel können „warmes“ Licht abgeben und tun dies besonders energieeffizient. Denn während die klassische Glühbirne 90 Prozent der Energie als Wärme abstrahlt, verzichtet die LED weitestgehend auf den unerwünschten Heizeffekt. Damit wird das Klima geschont und bares Geld gespart. Das gilt nicht nur für den privaten Haushalt sondern auch für die öffentliche Hand. Wuppertal rüstet die Straßenbeleuchtung daher konsequent auf LED um. Ende 2019 werden über 50 Prozent aller Leuchten ausgetauscht sein. Alleine mit den in 2019 geplanten Maßnahmen spart die Stadt noch einmal jährlich 120.000 kWh ein, was einer Reduzierung um 71.520 kg CO2 entspricht.

Ökologie und Ökonomie gehören zusammen

Für mich sind Ökologie und Ökonomie kein Widerspruch. Neue Regeln und Verbote sorgen zunächst immer für Ärger und Widerstand. Umweltpolitische Vorgaben sind auf lange Sicht Innovationstreiber und steigern nach einer Anpassungszeit sogar die Wettbewerbsfähigkeit. Auch beim Thema Beleuchtung ist das Ende des Innovationzyklus noch nicht erreicht. Bei der Entsorgung gibt es zum Beispiel noch Probleme. Viele werfen die defekten Leuchtkörper fälschlicherweise in den normalen Hausmüll, obwohl sie eigentlich in den Sondermüll gehören. Das ist aber nicht nur eine ordnungspolitische Frage. Jede/r kann durch ihr/sein richtiges Verhalten einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten.

Earth Hour in Wuppertal

Daran sollten wir denken, wenn am Samstag wieder an prominenten Gebäuden in Wuppertal für eine Stunde das Licht ausgeschaltet wird. Gelegentlich als Symbolpolitik belächelt, geht es bei der Earth Hour nicht um die in der Stunde eingesparte Energie. Es geht darum, sich den eigenen Ressourcenbedarf wieder bewusst zu machen und zu überlegen, was man selbst für den Umwelt- und Klimaschutz tun kann. Dazu gehört eben auch öfter mal das Licht auszuschalten!

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