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Wuppertal / Muckes Meinung

Muckes Meinung: Warum wir digitale Bildung brauchen

Mit der Digitalisierung stehen wir an der Schwelle zu einer neuen industriellen Revolution, die zu großen gesellschaftlichen Umwälzungen führen wird. Die Digitalisierung durchzieht alle Lebensbereiche, verändert den Arbeitsmarkt und löst altbewährte Gewissheiten auf.

Wir in Wuppertal kennen die Auswirkungen der Automatisierung aus der eigenen Geschichte nur zu gut. Hier wurden die ersten mit Dampf angetriebenen und vollmechanisch arbeitenden Bandstühle eingesetzt, die zwar eine ungeheure wirtschaftliche Dynamik ausgelöst, den Einzelnen aber von seiner Arbeit entfremdet haben.

OB: "Wuppertal war schon immer die Stadt der Tüftler und Erfinder. Das soll auch im digitalen Zeitalter so bleiben!"

Mehr als Wischen und Klicken

Wuppertal war schon immer die Stadt der Tüftler und Erfinder. Das soll auch im digitalen Zeitalter so bleiben! Wenn wir jeden an den Chancen des digitalen Fortschritts teilhaben lassen wollen, müssen wir unseren Kindern die notwendigen Schlüsselkompetenzen vermitteln. Dazu gehört nicht nur das sichere Anwenden der Technik, sondern auch das tiefere Verständnis für Programmierung und Algorithmen. Der Umgang mit der Digitalisierung muss neben Rechnen, Schreiben und Lesen zur vierten Kulturtechnik werden, die sich wiederum am Leitbild der digitalen Selbstbestimmung orientiert. Ansonsten droht uns die "digitale Spaltung", die erneut die Besitzenden von den Nicht-Besitzenden trennen wird.

Unsere Schulen dürfen dabei nicht alleine gelassen werden. Bildung in der digitalen Welt ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Land und Kommunen, die nicht nur finanzielle Ressourcen bereitstellen, sondern auch Lehrpläne sowie die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte anpassen müssen.

OB Mucke besucht das "LearnLab" im Medienzentrum

Lernorientierte Infrastruktur als Aufgabe der Schulträger

Entscheidend ist nicht, ob jedem Kind ein Tablet zur Verfügung gestellt werden kann. Wir brauchen vielmehr schnelle Breitbandverbindungen und WLAN in jedem Klassenzimmer, damit möglichst viele Schülerinnen und Schüler gleichzeitig im Netz unterwegs sein können. Mit Lernplattformen und -anwendungen stellen wir qualitative Bildungsinhalte in einem geschützten Netzwerk bereit und verhindern so das Abfischen persönlicher Daten. Mit dem "LearnLab" werden wir in Wuppertal Ende Februar einen außerschulischen Lernort eröffnen, in dem Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler digitale Medien ausprobieren und in den Unterricht integrieren können.

Neugestaltung von Bildungsprozessen

Digitale Medien sind kein Selbstzweck, sondern neue Instrumente der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Unterricht kann anders gestaltet werden: Kollaboratives Arbeiten, Erklären von Nichtverstandenem durch Lernfilme oder das schnellere Korrigieren durch eine unmittelbare Rückmeldung können Bildungsprozesse verbessern. Damit gibt es zwar nicht automatisch bessere Schülerinnen und Schüler, aber gerade in heterogenen Lerngruppen könnten Kinder und Jugendliche in ihrem individuellen Lerntempo gefördert werden. So kann die digitale Bildung auch einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten.

LearnLab im Medienzentrum

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Antje Zeis-Loi Medienzentrum
  • © Stadt Wuppertal | Medienzentrum
  • Antje Zeis-Loi Medienzentrum
  • Stadt Wuppertal
  • Stadt Wuppertal
  • © stadt wuppertal | medienzentrum
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