NETWASS - Prävention von Krisen und Gewalt an Schulen
Das NETWASS-Programm (NETWorks Against School Shootings) wurde an der Freien Universität Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Herbert Scheithauer entwickelt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. In enger Zusammenarbeit mit Fachkräften aus Schulen, Wissenschaft und Polizei entstand ein evaluiertes Verfahren, das Schulen dabei unterstützt, krisenhafte Entwicklungen bei Schülerinnen und Schülern frühzeitig zu erkennen, systematisch zu erfassen und gezielt zu handeln.
NETWASS ist ein innovatives Krisenpräventionsprogramm, das speziell entwickelt wurde, um in ihrer Entwicklung gefährdete Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu erkennen und zu unterstützen. Durch die Zusammenarbeit in Krisenteams werden die Herausforderungen kollektiv bearbeitet und die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Ursprünglich zur Vorbeugung schwerer Schulgewalt wie Amokläufen konzipiert, eignet sich NETWASS auch zur Prävention von Mobbing, Suizidalität und Gewaltentwicklung.
Das Herzstück des Programms bildet ein vierstufiges Verfahren, das Klarheit und Sicherheit im Umgang mit möglichen Gefährdungslagen schafft:
Das Programm sensibilisiert Lehrkräfte dafür, auffälliges Verhalten und sogenannte „Leaking“-Signale wahrzunehmen – versteckte Hinweise, die auf eine problematische Entwicklung hinweisen können. Durch eine strukturierte Erfassung und zentrale Bündelung von Beobachtungen werden Gefährdungen frühzeitig identifiziert. Sie erhalten zahlreiche arbeitserleichternde Checklisten und Protokollbögen, die es ihnen ermöglichen, jeden Einzelfall sicher und strukturiert in den Blick zu nehmen.
In Fallberatungen werden die gesammelten Informationen analysiert und passgenaue Unterstützungsmaßnahmen eingeleitet. Ein kontinuierliches Monitoring sorgt dafür, dass die Maßnahmen regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden.
Mit NETWASS stärken Schulen ihre Handlungssicherheit und schaffen ein geschütztes Umfeld für die gesamte Schulgemeinschaft.
Schulen, die das NETWASS-Programm einführen möchten, können sich direkt an die Schulpsychologische Beratung wenden. Wir beraten zur Einführung, bieten Schulungen an und begleiten die Anwendung im konkreten Fall.
Ansprechpartnerin:
Mobbingpräventionsprogramm „Gemeinsam Klasse sein“
„Gemeinsam Klasse sein“ unterstützt Schulen, gezielt gegen Mobbing und Cybermobbing vorzugehen und gleichzeitig das soziale Miteinander zu fördern. Das Programm richtet sich vorrangig an 5. Klassen und arbeitet auf drei Ebenen: der Klassen-, der Schul- und der Elternebene.
Zentrales Element ist eine Online-Plattform, die Lehrkräften umfangreiche Materialien wie Leitfäden, Filme, Arbeitsblätter und praktische Übungen zur Verfügung stellt.
In fünf Projekttagen werden Schüler*innen besondere Merkmale von Mobbing und Cybermobbing vermittelt. Gleichzeitig werden sie dabei unterstützt, Regeln für ein respektvolles Miteinander zu erarbeiten.
Im Auftrag des Ministeriums für Schule und Bildung erfolgt die Umsetzung und Koordination in Nordrhein-Westfalen durch die Landespräventionsstelle gegen Gewalt und Cybergewalt an Schulen in NRW in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse.
https://www.duesseldorf.de/lps/gemeinsam-klasse-sein (Öffnet in einem neuen Tab)
https://www.gemeinsam-klasse-sein.de/anti-mobbing (Öffnet in einem neuen Tab)
Die Umsetzung in Wuppertal erfolgt durch die schulpsychologische Beratungsstelle:
- Jährliche Informationsveranstaltungen
- Jährliche Ausbildung von Schulmultiplikator*innen
- Weitere Begleitung und Reflektion der Umsetzung
Präventionsprogramm „HATELESS – Gemeinsam gegen Hass“
Mit dem Präventionsprogramm HATELESS bieten wir Schulen ein wirkungsvolles Werkzeug, um Hassrede (Hatespeech) vorzubeugen und junge Menschen im konstruktiven Umgang damit zu stärken.
Was ist HATELESS?
HATELESS ist ein wissenschaftlich fundiertes, evaluiertes Präventionsprogramm, das vom Bundesministerium der Justiz gefördert und von Prof. Dr. Sebastian Wachs und seinem Team an der Universität Potsdam entwickelt wurde.
Es richtet sich an Lehrkräfte der 7. bis 9. Jahrgangsstufe und verfolgt zwei Ziele:
- Prävention von Hatespeech
- Empowerment für einen konstruktiven, selbstbewussten Umgang mit Hass und Diskriminierung
Das Trainingsmanual ist modular aufgebaut und ermöglicht eine flexible Anpassung an die Bedürfnisse einzelner Klassen. Die Umsetzung erfolgt selbstständig durch die Lehrkräfte der 7. bis 9. Klassen – ob in Projektstunden, Projekttagen oder einer Projektwoche.
Alle notwendigen Materialien stehen kostenfrei zur Verfügung.
Unser Fortbildungsangebot
Damit Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte HATELESS handlungssicher und erfolgreich in ihrem Unterricht einsetzen können, bieten wir als Schulpsychologische Beratung Wuppertal regelmäßig HATELESS-Fortbildungen an.
In diesen 2-tägigen Fortbildugen vermitteln wir:
- den fachlichen Hintergrund zum Thema Hatespeech,
- die Inhalte und Struktur des HATELESS-Trainingsmanuals,
- praxisorientierte Methoden zur Durchführung,
- Tipps für die nachhaltige Förderung eines inklusiven und respektvollen Klassenklimas,
- Tipps zur Modifikation von einzelnen Inhalten und
- Möglichkeiten zur Implementierung an der Schule.
Nach der Fortbildung sind die teilnehmenden Lehrkräfte in der Lage, das Programm eigenständig und wirksam an ihrer Schule einzusetzen und so einen aktiven Beitrag zur Prävention von Hass und Gewalt zu leisten.
Bei Interesse an einer Fortbildung oder weiteren Informationen zum Programm HATELESS wenden Sie sich gerne an unser Team der Schulpsychologischen Beratung der Stadt Wuppertal.
Gemeinsam gegen Hass – für eine starke, tolerante Schulgemeinschaft!
Ansprechpartnerinnen:
Fortbildungsangebot für Schulteams für Beratung, Gewaltprävention und Krisenintervention
Zu folgenden Punkten erstellen wir auf Anfrage ein individuelles Programm, das wir dann vor Ort an der Schule durchführen:
- Schulische Krisen: Einführung ins Thema
- Das Schulteam für Beratung, Gewaltprävention und Krisenintervention
- Krisenmanagement
- Krisenübungen
- Psychische Erste Hilfe
- Traumatische Ereignisse und deren Folgen
- Psychohygiene der Helfenden
- Schwere zielgerichtete Gewalt an Schulen und Drohungen
- Umgang mit berichtenden Medien
- Mobbing und Anti-Mobbing
- Depression, nicht suizidales selbstverletzendes Verhalten und Suizidalität
Ergänzung der Krisenfortbildungsarbeit in Zusammenarbeit mit der Systemberatung Extremismusprävention in „SchiLf“ und in offenen analogen und digitalen Workshopangeboten
Vorgesehen sind Workshops und Fortbildungsmodule
- zum möglichen Krisenfall „Extremismus“.
- zum Umgang mit krisenhaften Entwicklungen von Schüler*innen zur Prävention von Radikalisierungen für Klassenlehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen sowie für die schulischen Teams für Beratung, Gewaltprävention und Krisenintervention.
Übungen zum Krisenmanagement
Es wird ein fiktives Krisenszenario vorgegeben und von einem tatsächlich bestehenden oder durch Rollenverteilung für die Dauer der Übung festgelegten Krisenteam durchgespielt. Die Übungen eignen sich für die Vorbereitung auf tatsächliche Krisensituationen, da wichtige Aspekte, Fragen und Diskussionspunkte schnell deutlich werden. Durch die präventive Bearbeitung von Krisenszenarien im geschützten Rahmen kann im Ernstfall Zeit und Kraft gespart und effizienter reagiert werden. Auf Anfrage führen wir an einer Schule mit dem gesamten Kollegium oder Teilen davon (zum Beispiel bestehenden Krisenteams) Übungen zum Krisenmanagement durch oder unterstützen bei der Vorbereitung einer solchen Übung. Als zeitlicher Rahmen sollten mindestens 1½ bis 2 Stunden zur Verfügung stehen; je nach Anzahl der Teilnehmer und Größe des gewählten Szenarios auch mehr.
Unterstützung beim akuten Krisenmanagement
Wir unterstützen Schulleitungen und schulinterne Krisenteams bei der Bewältigung akuter Krisensituationen. Ziele der Beratung vor Ort sind üblicherweise:
- Orientierung in der möglicherweise unübersichtlichen Situation
- Gewährleistung von Handlungsfähigkeit seitens der Schule
- Stabilisierung der betroffenen Personen(-gruppen)
- Sicherstellung des Informationsflusses
- Emotionale Bewältigung der Krise
- Rückkehr zum Alltag
Wir unterstützen Schulen beim Erreichen dieser Ziele unter anderem durch:
- Beratung zu anstehenden Fragen und Entscheidungen
- Vorbereitung/Begleitung von Lehrkräften bei Klassen- oder Einzelgesprächen
- Gesprächsangebote für betroffene Lehrkräfte/betroffenes Schulpersonal
- Gesprächsangebote für betroffene Eltern
Wir bemühen uns, sobald in einer akuten Krise Kontakt zu uns aufgenommen wird, um eine möglichst schnelle Unterstützung vor Ort. Jedoch kann dies durch die Unterbrechung unseres Alltagsbetriebes und die dadurch notwendige Umorganisation unter Umständen mehrere Stunden dauern. In dringenden Notfällen sollten sich Schulen daher zuerst immer an die zuständigen Notfallversorger (Feuerwehr/Rettungsdienst/Polizei) wenden.
Beratung und Begleitung bei aktuellen Radikalisierungen oder extremistischen Handlungen
Bei extremistischen Handlungen und/oder verfassungsfeindlichen Äußerungen beraten und unterstützen die Krisenbeauftragten und die Systemberatung Extremismusprävention alle Wuppertaler Schulen. Wir helfen Ihnen unter anderem dabei, angemessene Reaktionen vorzubereiten (in Bezug auf Täter, radikalisierte Jugendliche, Betroffene, Eltern, einzelne Klassen oder die Schule gesamt, Presse, Meldepflicht usw.).
Ein rasches Einschalten von und Weitervermittlung an notwendige und zuständige (Interventions-) Stellen wird durch das Krisenteam der Schulpsychologie erleichtert.
Systemische Prozessberatung von Schulentwicklungsprozessen im Rahmen von Extremismusprävention und Demokratieförderung
Die systemische Prozessberatung kann die Schule
- bei der Erstellung eines schulweiten (Demokratie- oder Gewaltschutz-) Konzeptes für eine nachhaltige Präventionsarbeit unterstützen.
- bei der Problem- oder Bedarfsanalyse helfen.
- über mögliche (Teil-) Ziele informieren und beraten (zum Beispiel Stärkung der demokratischen Kultur; Förderung von Partizipation und Mitbestimmung in Schule; Sensibilisierung für Stereotype und Vorurteile, um Prozessen von Radikalisierung entgegenzusteuern).
- über Wege, Maßnahmen, Programme, Netzwerkpartner und Fortbildungsmöglichkeiten informieren.
- Arbeitserleichterungen und mögliche Synergieeffekte aufzeigen, die zum Beispiel die Bearbeitungen anderer verbindlicher Vorgaben umfassen (zum Beispiel „Medienkompetenzrahmen“) oder die Unterrichtsarbeit entlasten.
- helfen, Prozesse auszuwerten und nächste Schritte zu planen.
Die Prozessberatung kann über mehrere Schulhalbjahre angelegt werden und zielt auf eine systemisch- und bedarfsorientierte Zusammenarbeit mit der (erweiterten) Schulleitung, dem schulischen Team für Beratung, Gewaltprävention und Krisenintervention und gegebenenfalls mit anderen (Steuergruppen)-Teams einer Schule.
Ebenso sind Unterstützungs- und Informationsangebote für alle in der Schule tätigen pädagogischen Fachkräfte sinnvolle und notwendige Bestandteile, wobei das Ziel möglichst die Implementierung eines schulweiten Präventionskonzeptes in das Schulprogramm ist.
Moderation von schulischen Änderungsprozessen
Schule ist ständigem Wandel unterworfen und steht somit fortlaufend vor neuen Herausforderungen, sei es beispielsweise Qualitätsanalyse, Umwandlung zur Ganztagsschule, Fusion oder Inklusion. Schulische Veränderungsprozesse erfordern ein über den üblichen Schulalltag hinausgehendes zusätzliches Engagement von Schulleitung und Kollegium. Eine Begleitung durch die Schulpsychologie kann durch das Ergänzen von psychologischem Wissen und eine Moderationsunterstützung zu besseren Gelingensbedingungen beitragen, um die sogenannten „Change-Management-Prozesse“ erfolgreich und nachhaltig anzustoßen. Auf Anfrage eines Kollegiums oder einer Schulleitung begleiten wir solche Prozesse und unterstützen den individuellen Weg zur erfolgreichen Umsetzung.
Unterstützung beim Umgang mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS)
Gemeinsam mit der Unteren Schulaufsicht für Wuppertal sowie LRS-Ansprechpartnerinnen aus Grundschulen und dem Leiter des Bereichs Eingliederungshilfe des Jugendamtes haben wir einen Leitfaden zum Thema LRS erarbeitet. Er gibt eine umfassende Übersicht über Kriterien von LRS, Umgangsmöglichkeiten, rechtliche Grundlagen und hilfreiche Adressen zu dem Thema. Obwohl die Zielgruppe zunächst die Grundschulen waren, können auch weiterführende Schulen dort von einigen Punkten wie den rechtlichen Grundlagen oder Ansprechpartnern profitieren. Die Arbeitsgruppe tagt weiterhin, so dass regelmäßig Neuerungen sowie zu einem späteren Zeitpunkt auch die weiterführenden Schulen berücksichtigt werden können.
Hinweis zur außerschulischen Förderung bei Lese-Rechtschreib- bzw. Rechenschwierigkeiten:
Die Schulpsychologische Beratung erstellt keine Gutachten zur Förderung bei Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (u. a. Lese-Rechtschreibstörung, Rechenstörung) im Rahmen des § 35a Sozialgesetzbuch VIII Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche. Ansprechpartner hierfür ist der Fachdienst Eingliederungshilfe (Ressort 208.51).
Hinweis zum sogenannten Nachteilsausgleich bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten:
In der Regel stellt die Schulpsychologische Beratung keine Bescheinigungen über das Vorliegen von besonderen Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens im Sinne des sogenannten LRS-Erlasses aus. Laut Erlass sind die Schulen selbst in der Lage, das Vorliegen der Schwierigkeiten festzustellen (Abschnitt 3.1) und gegebenenfalls bei der Leistungsfeststellung und -beurteilung zu berücksichtigen (Abschnitt 4). Eine Bescheinigung einer außerschulischen Stelle ist dazu nicht notwendig.
Kollegiale Fallberatung für Grund- und Förderschulen
Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen sowie pädagogisches Fachpersonal meistern jeden Tag vielerlei schüler*innen- bzw. klassenbezogene Herausforderungen. Manchmal stößt man dabei an seine Grenzen. Dann kann es hilfreich sein, sich im geschützten Raum kollegial auszutauschen und sich im Sinne eines „Best-Practice-Austauschs“ gegenseitig fachlich zu unterstützen. Die Zeit, neben dem in der Regel gut gefüllten Berufsalltag noch Fortbildungs- bzw. Fallberatungsangebote wahrzunehmen, fehlt allerdings oft.
Deshalb bieten wir Ihnen die Möglichkeit an, an Ihrer Schule bis zu drei moderierte kollegiale Fallberatungen durchzuführen. In diesen bringen wir ihnen die kollegiale Fallberatung als strukturierte Methode für einen reflektiven, berufsbezogenen Austausch näher. Sie lernen den Ablauf und die Methoden näher kennen mit dem Ziel, dass sie im Anschluss an die drei von uns moderierten Termine auch selbstständig kollegiale Fallberatungsrunden durchführen können.
Die Termine würden wir vorab mit Ihnen abstimmen. Dann, etwa eine Woche vor den angedachten Terminen, würden wir in einem Telefonat oder per Mail klären, ob es genug Interessent*innen für den jeweiligen Termin gibt. Die Falleinbringenden bitten wir um ein Schlagwort, um welches Thema es sich handelt (z.B. Schulabsentismus, aggressives Verhalten, Leistungsprobleme, eigene Belastungen …).
Bei Interesse richten Sie bitte eine Anfrage an uns unter Angabe von Ansprechperson, Kontaktdaten und gewünschtem Wochentag: