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Anlass und Ziele

Im Rahmen der Städtebauförderung wurde die Städtebauliche Verkehrsuntersuchung für den ausgewählten Bereich in Heckinghausen beauftragt.

Anlass

Die Stadt Wuppertal hat sich zum Ziel gesetzt mit Städtebaufördermitteln Maßnahmen der Gebietskulisse „Soziale Stadt“ umzusetzen. Hierzu wurden das Sanierungsgebiet „Kernbereich Heckinghausen“ am 09.11.2015, der Rahmenplan „Heckinghausen“ und das ISEK „Aktualisierung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts“ am 19.12.2016 vom Rat der Stadt beschlossen.

Im Rahmen der Städtebauförderung hat die Stadt Wuppertal die Städtebauliche Verkehrsuntersuchung im ausgewählten Bereich (s. Bild unten) mit dem Schwerpunkt

„Aufwertung ausgewählter Straßen in Heckinghausen. Prüfen der Einrichtung einer 2-Spurigkeit in der Heckinghauser Straße unter Berücksichtigung des Radverkehrs. Aufzeigen der Konsequenzen im betroffenen Netz und Erarbeitung von Bewältigungsstrategien.“

beauftragt. Diese ist Grundlage für weitere städtebauliche Planungs- und Umsetzungsschritte in Heckinghausen.

Für eine präzise Bearbeitung der Aufgabe wurden die Knotenpunkte in und um das Programmgebiet herum betrachtet und das Untersuchungsgebiet aus den relevanten Knotenpunkten heraus gebildet. Das wiederum führte dazu, dass das Untersuchungsgebiet über das Programmgebiet hinausging.

Untersuchungsgebiet Städtebauliche Verkehrsuntersuchung

Problemstellung

Im Untersuchungsgebiet ist die Heckinghauser Straße die bedeutende Verkehrsader für den Durchgangsverkehr in der West-Ost-Achse. Es existieren Leerstände, überwiegend in den Erdgeschoss Ladenzonen, die sich gestalterisch sehr negativ auf das Erscheinungsbild auswirken. Der Straßenraum ist weitgehend versiegelt und straßenraumgestaltende Grünelemente existieren kaum bzw. sind nicht vorhanden. Konflikte zwischen den Verkehrsteilnehmern aufgrund unterschiedlicher Nutzungsansprüche der hohen Kfz-, Radfahrer- und Fußgängermengen sind vorhanden.

Ursächlich für eine geringe Aufenthaltsqualität sind die aktuelle Querschnittsgestaltung, der vierspurige Ausbau der Straße und die Verkehrsbelastung, die sich überwiegend aus gebietsbezogenem Quell- und Ziel- sowie gebietsfremden Durchgangsverkehr zusammensetzt. An heutigen Standards gemessen sind die Gehwege beidseitig deutlich zu schmal und nicht barrierefrei. Nicht nur das Passieren ist erschwert, auch die Nutzung der Außenbereiche für den Einzelhandel ist kaum bzw. gar nicht möglich.

Gesicherte und komfortable Radverkehrsanlagen sind ebenfalls nicht vorhanden, was ein großes Hemmnis für die Radnutzung beinhaltet.

Überdies hat die Heckinghauser Straße für den nördlichen und südlichen Teil des Stadtbezirks eine hoch trennende Wirkung. Ein Indikator hierfür sind die wenigen vorhandenen Querungshilfen. Diese sind weder normgerecht noch barrierefrei.

Am Knotenpunkt in Höhe der Gustav-Müller-Anlage verläuft die vierspurige Heckinghauser Straße in die einspurige Einbahnstraße Bockmühle. Der Knotenpunkt wird durch diverse Fahrzeugtypen als Wendepunkt missbraucht, die die Einbahnstraße mit schmalem Straßenquerschnitt nicht passieren wollen. Dieses Verhalten führt zu Konflikten und Unfällen.

Die zweispurige Widukindstraße wird von vielen Autofahrern als Ausweichstraße genommen. Die Aufenthaltsqualität ist aufgrund des Lieferverkehrs für die Unternehmen kaum bis gar nicht gegeben. Die Fahrzeuge parken jeweils auf einer Straßenseite im Wechsel des Straßenverlaufs. Zukünftig wird eine höhere Fahrzeugfrequenz aufgrund der Einrichtung eines Recyclinghofes erwartet. Der Straßenraum ist -wie die Heckinghauser Straße- weitgehend versiegelt. Ebenso existieren keine straßenraumgestaltende Grünelemente.

Die zuvor genannten Probleme treffen auch auf die Straße Rauental zu. Die ursprünglich vierspurige Straße mit nur einem Parkstreifen wird derzeit dreispurig befahren, da die eine Fahrspur als zusätzlicher Parkstreifen genutzt wird. Die Straße ist weitgehend versiegelt und weist keinerlei Aufenthaltsqualität auf. Im Vergleich zur Heckinghauser Straße mit kleinflächigem Einzelhandel befinden sich hier überwiegend großflächige Gewerbebetriebe. Deren Auslieferer beparken mit großen Fahrzeugen sowie Anhängern über Nacht bzw. mehrere Tage den zuvor beschriebenen Parkstreifen.

Zielsetzung

Die Städtebauliche Verkehrsuntersuchung hat zum Ziel, die verkehrlichen Auswirkungen aktueller sowie zukünftig geplanter städtebaulicher Entwicklungsmaßnahmen zu bewerten und die Umsetzung städtebaulicher Projekte vorzubereiten. Insbesondere sollen deren Auswirkungen auf die vorhandenen Siedlungsbereiche und auf die verkehrliche Leistungsfähigkeit des vorhandenen Straßennetzes untersucht werden. Maßnahmen im Verkehrsnetz und in den darüber hinaus betroffenen Straßenräumen, die die Umsetzung der städtebaulichen Projekte unterstützen, sind vorzuschlagen.

Schwerpunktziele sind die Reduzierung von Verkehrsflächen und damit z.B. die Organisation einer 2-Spurigkeit auf der Heckinghauser Straße zu prüfen und vorzubereiten, die Straßen Rauental und Widukindstraße in Bezug auf Aufenthaltsqualität attraktiver zu gestalten und eine geeignete Lösung für das östliche Ende der Heckinghauser Straße zu finden. Denkbar wäre hier zum Beispiel die Einrichtung eines Kreisverkehrs.

Im Ergebnis der Untersuchung wird eine Verbesserung der Querungsmöglichkeiten der Fahrbahnen für den Fuß- und Radverkehr, die Attraktivierung des Zufußgehens sowie die Neuordnung der Straßenräume als städtebauliche Identifikationsmerkmale erwartet. Hierzu zählen ebenfalls eine grundsätzliche Reduzierung der Trennwirkung der Heckinghauser Straße und damit ein Zusammenwachsen beider Teile des Stadtbezirks.

Überdies sind die Anforderungen des vom Rat der Stadt beschlossenen Radverkehrskonzepts der Stadt Wuppertal zu berücksichtigen und entsprechende Radfahrstreifen und -flächen einzurichten.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal R. 101.21
  • Stadt Wuppertal R. 101.21
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