Wie bereits mehrfach angekündigt, ist gestern endlich eine neue Luchs-Katze im Grünen Zoo eingezogen. „Missy“ ist sieben Jahre alt und kam aus dem Wildpark Reuschenberg nach Wuppertal. Sie gehört, genauso wie Kater „Viktor“, zur Unterart der Karpaten Luchse.
Diese Unterart des Eurasischen Luchses gilt weltweit zwar nicht als bedroht, ist jedoch in Europa durch Wilderei, Lebensraumfragmentierung und geringer genetischer Vielfalt stark gefährdet.
Der letzte wildlebende Luchs in Nordrhein-Westfalen wurde bereits 1745 erlegt. Mitte des 19. Jahrhunderts galt die Art in ganz Deutschland als ausgerottet. Dank verschiedener Wiederansiedlungsprojekte gibt es heute wieder Luchsvorkommen im Bayerischen Wald, im Harz und im Pfälzerwald. Diese einzelnen Populationen sind jedoch durch Siedlungen, Straßen und Kulturlandschaften voneinander getrennt, so dass ein hohes Risiko für Inzucht besteht. Um den Fortbestand der Art in Europa zu sichern, soll der Luchs daher auch nach NRW zurückkehren. Die großen zusammenhängenden Waldgebiete der Region können so als Verbindungskorridore zwischen den bestehenden Populationen in Deutschland oder den Nachbarländern dienen.
Unser Luchspaar soll nun im Rahmen des Europäischen Ex-situ-Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Nachwuchs sorgen. Ob der mögliche Nachwuchs erst einmal zur weiteren Zucht in Zoos beiträgt oder direkt in ein Koordinationsgehege zur Auswilderung umzieht, steht derzeit noch nicht fest.
Der Grüne Zoo Wuppertal engagiert sich dabei nicht nur mit der Haltung des Zuchtpaares, sondern bringt auch seine fachliche Expertise in die Entwicklung einer Wiederansiedlungsstrategie für NRW ein. Zusammen mit Organisationen wie dem BUND oder dem Netzwerk „Linking Lynx“ finden regelmäßige Gespräche statt, um die Rückkehr des Luchses nach NRW erfolgreich zu gestalten.