Die Bonobos im Grünen Zoo haben weibliche Verstärkung bekommen: Am 16. März zog die 10-jährige "Visola" im Menschenaffenhaus ein.
Das Bonobo-Weibchen kam auf Empfehlung des EAZA Ex-situ-Programms (EEP) aus dem niederländischen Ouwehands Dierenpark Rhenen nach Wuppertal. Eine vertraute Tierpflegerin begleitete den Transport und bleibt noch einige Zeit im Grünen Zoo, um Visola die Eingewöhnung im neuen Zuhause zu erleichtern.
Bereits am Tag ihrer Ankunft konnte Visola ihre neuen Mitbewohner kennenlernen – zunächst noch getrennt durch ein schützendes Gitter. Da das Tierpflegeteam dabei durchweg positive Interaktionen beobachtete, wurde sie schon heute Vormittag mit vier der insgesamt sieben Bonobos zusammengeführt.
Die Zusammenführung verlief ausgesprochen ruhig und harmonisch. Schon bald war die Gruppe bei gegenseitiger sozialer Fellpflege zu beobachten, dem sogenannten Grooming, das ein wichtiges Verhalten zur Stärkung sozialer Bindungen darstellt.
Bonobos sind die kleinste Menschenaffenart und stammen ursprünglich aus dem Regenwald der Demokratischen Republik Kongo. Laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN gelten sie als stark gefährdet. Zu den größten Bedrohungen zählen Wilderei, Kriege und Lebensraumverlust.
Bonobos leben in Gruppen, die aus mehreren Weibchen und Männchen sowie ihrem Nachwuchs bestehen. Innerhalb der Gruppe übernehmen die Weibchen die Führung. Sie schließen sich zusammen, um sich gegen die körperlich überlegenen Männchen zu behaupten.
Während männliche Bonobos ein Leben lang bei ihren Müttern bleiben, verlassen junge Weibchen mit Erreichen der Geschlechtsreife ihre Gemeinschaft und schließen sich einer neuen Gruppe an – wie nun auch Visola.
Das Menschenaffenhaus im Grünen Zoo ist geöffnet, sodass Visola und die übrigen Bonobos für Besucherinnen und Besucher zu sehen sind. Wer die Gruppe beobachtet, kann spannende Einblicke in das komplexe Sozialverhalten der Tiere gewinnen.