Inhalt anspringen

Der Grüne Zoo Wuppertal

Abschied von Hirscheber Manni

Manni leistete einen wichtigen Beitrag zum Erhalt seiner bedrohten Art

Manchmal bedeutet verantwortungsvolle Tierhaltung auch, Abschied nehmen zu müssen.
So haben wir leider eine traurige Nachricht: Unser männlicher Hirscheber Manni wurde am 13. August aufgrund schwerwiegender und nicht mehr behandelbarer Veränderungen an seinem Bewegungsapparat eingeschläfert.

Manni litt bereits seit längerem unter wiederkehrenden Lahmheiten, die zunächst gut auf eine Schmerzmitteltherapie ansprachen. In den vergangenen Monaten hatte sich sein Gangbild jedoch deutlich verschlechtert. Auch eine gründliche Klauenpflege in Narkose brachte keine Besserung.

Röntgenaufnahmen zeigten schließlich eine schwerste Arthrose an beiden Vorderfüßen sowie verschleißbedingte Versteifungen an der Brustwirbelsäule. Aufgrund dieser schwerwiegenden Befunde und den damit verbundenen Einschränkungen wurde aus Gründen des Tierwohls entschieden, Manni einzuschläfern. Damit ist der ursprünglich geplante Umzug in eine andere Zuchtgruppe nicht mehr möglich.

Manni wurde am 20. März 2015 im Chester Zoo geboren und lebte seit Februar 2017 bei uns im Grünen Zoo Wuppertal. Hier wurde er Vater von 5 Jungtieren und leistete damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt seiner bedrohten Art.

Seine beiden Töchter Kalia und Kendari werden in Kürze mit ihrer Mutter in die vom Zoo-Verein Wuppertal finanzierte Anlage „Rivers of Sulawesi“ umziehen. Perspektivisch wird ein neues Hirscheber-Männchen hinzukommen, mit dem eine neue Zuchtgruppe aufgebaut wird. Die Anlage wird im September offiziell eröffnet.

Manni wird nicht nur durch seine Nachkommen in der Hirscheberpopulation weiterwirken. Nach seinem Tod wurden Blut-, Gewebe- und Organproben für verschiedene wissenschaftliche Projekte entnommen und an Forschungseinrichtungen weitergegeben.

Nach seinem Tod wurden Blut-, Gewebe- und Organproben für verschiedene wissenschaftliche Projekte entnommen und an Forschungseinrichtungen weitergegeben:

🔬 Afrikanische Schweinepest
Am Nationalen Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest am Friedrich-Loeffler-Institut (Öffnet in einem neuen Tab) wird untersucht, wie Zellen des Hirschebers auf das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) reagieren. Die Erkenntnisse sollen helfen zu verstehen, warum verschiedene Schweinearten unterschiedlich auf das Virus reagieren und langfristig auch zur Entwicklung von Impfstoffen beitragen.

Die Afrikanische Schweinepest stellt auch für die wildlebenden Hirscheber auf Sulawesi eine zusätzliche Bedrohung dar. Aktuelle Beobachtungen geben Anlass zur Sorge, dass die Erkrankung die Bestände an den Rand der Ausrottung gebracht haben könnte. Ein wirksamer Impfstoff, der sich beispielsweise in der Natur über Futterköder verabreichen ließe, könnte deshalb für den Schutz wildlebender Hirscheber von großer Bedeutung sein.

🔬 Genetische Forschung
Blut- und Organproben wurden an die LMU München (Öffnet in einem neuen Tab) gegeben. Dort wird zur genetischen Gesundheit südostasiatischer Säugetiere geforscht. Mannis Proben dienen dabei als wertvolles Vergleichsmaterial.

🔬 Illegaler Wildtierhandel
Gewebeproben wurden außerdem für das Projekt FOGS – Forensic Genetics for Species Protection (Öffnet in einem neuen Tab) bereitgestellt. Dort werden genetische Referenzdaten aufgebaut, die künftig helfen können, illegalen Wildtierhandel und den Handel mit illegalen Tierprodukten besser zu bekämpfen.

🔬 EAZA Biobank
Eine weitere Blutprobe wurde in der EAZA Biobank (Öffnet in einem neuen Tab) eingelagert und steht damit auch für zukünftige wissenschaftliche Fragestellungen zur Verfügung.

🔬 Veterinärmedizinische Lehre
Mannis Tierkörper wurde an die Justus-Liebig-Universität Gießen (Öffnet in einem neuen Tab) übergeben. Dort kann er in der veterinärmedizinischen Lehre genutzt werden. Gleichzeitig ermöglicht die Untersuchung, noch mehr über seinen Gesundheitszustand und die bei ihm festgestellten Erkrankungen zu erfahren.

Auch das Wissen, das unser Tierpflege- und Veterinärteam im Laufe der Jahre durch Manni über das Management dieser Tierart gesammelt hat, bleibt uns erhalten. Erfahrungen mit Trainingsmethoden, Gesundheitsversorgung, Narkosemanagement und Haltung dieser besonderen Tierart werden künftig vielen weiteren Hirschebern zugutekommen.

Manni wird uns allen sehr fehlen. Er hat uns viel über diese faszinierende Tierart beigebracht und dazu beigetragen, dass wir mehr über Hirscheber lernen und sie besser schützen können.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Claudia Philipp

Auf dieser Seite verwenden wir ausschließlich technisch notwendige Cookies sowie das Webanalysetool Matomo zur anonymisierten statistischen Auswertung. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit in unseren Datenschutzeinstellungen widerrufen. Weitere Informationen und Hinweise finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz-Einstellungen (Öffnet in einem neuen Tab)
Sprache auswählen
Seite teilen