Immer häufiger stehen bei unseren Raubtieren im Grünen Zoo ganze Futtertiere auf dem Speiseplan, denn dies ist die artgerechteste Form der Fütterung.
Am Mittwoch, dem 11. Februar erhielten unsere vier Löwen erstmals ein ganzes Rind – komplett mit Fell, Haut, Knochen und Innereien. Die Kuh wurde kurz zuvor getötet und anschließend in den Zoo transportiert.
Das Verfüttern vollständiger Tierkörper bietet deutliche Vorteile gegenüber der Fütterung von aufgearbeiteten Fleischstücken:
- Optimale Nährstoffversorgung
Die Raubtiere nehmen bei einer Ganzkörperfütterung alle wichtigen Nährstoffe in idealer Zusammensetzung auf, die sonst beispielsweise in Form von Pulvern ergänzt werden müssten. Unverdauliche Bestandteile wie das Fell regen die Darmtätigkeit an. Sehnen und Bänder reinigen beim Kauen die Zähne und dienen als natürliche Zahnbürste. - Beschäftigung und körperliche Aktivität
Reißen, Zerlegen und Fressen eines ganzen Futtertieres fordert Geschicklichkeit, Kraft und Zeit und bietet wertvolle Beschäftigung über mehrere Tage. Die Beute muss mit Artgenossen geteilt werden und sorgt so für Interaktionen der Tiere untereinander. - Fütterung im natürlichen Rhythmus
Der Tierkörper deckt den Futterbedarf mehrerer Tage ab, was dem Verhalten in der Natur am nächsten kommt, denn dort jagen viele Raubtiere nicht täglich und auch nicht immer erfolgreich. - Edukation
Wir möchten unseren Besucherinnen und Besuchern den Kreislauf des Lebens näher bringen und der Entfremdung von der Natur entgegenwirken. Deshalb finden Ganzkörperfütterungen im Grünen Zoo sichtbar für die Besucherinnen und Besucher statt.
Wir können verstehen, dass es für manche unserer Besucherinnen und Besucher eine ungewohnte Situation sein kann, einen ganzen getöteten Tierkörper in der Löwenanlage zu sehen. Hier zeigen sich die natürlichen Kreisläufe der Natur und die Tatsache, dass für Fleischkonsum Tiere sterben müssen, in einer Deutlichkeit, die für viele Menschen fremd sind. Wir finden allerdings, dass diese Zusammenhänge auch in einem Zoo sichtbar sein sollten.