Phillip Kohls, einer unserer Auszubildenden zum Zootierpfleger, absolvierte kürzlich im Rahmen des EU-Förderprogramms ERASMUS + ein Praktikum auf der Jagdfarm Onverwacht in Namibia. Während seines Aufenthalts konnte Phillip einen tiefen Einblick in den Natur- und Wildtierschutz gewinnen, insbesondere in Kombination mit nachhaltiger Nutzung durch Landwirtschaft und Jagd.
Die 17.000 Hektar große Farm beherbergt rund 1.200 Rinder und ist seit über 100 Jahren in Familienbesitz. Weder die einzelnen Weideflächen (sogenannte Kamps) noch das gesamte Farmgelände sind wilddicht eingezäunt, sodass Wildtiere sich frei innerhalb und außerhalb des Geländes bewegen können.
Auf der Farm dreht sich alles um die regenerative Landwirtschaft und die nachhaltige Bejagung der Wildbestände. Diese ist ein notwendiger Bestandteil der Ernährungssicherung: Farmarbeiter in Namibia haben tariflich festgelegt Anspruch auf 2 kg Fleisch pro Woche, meist handelt es sich dabei um Fleisch von Oryxantilopen. Da Namibia eines der trockensten Länder der Welt ist, ist der großflächige Anbau von Feldfrüchten kaum möglich. Fleisch ist daher ein bedeutendes Grundnahrungsmittel.
Auf der Farm leben ausschließlich einheimische Wildarten wie Oryx, Springbock, Kudu und Warzenschwein, die bejagt werden dürfen. Die Genehmigung zur Bejagung ausgewählter Tiere wird im Rahmen der Trophäenjagd an Jagdgäste verkauft. Dies stellt nicht nur eine wichtige Devisenquelle für das Land dar, sondern sichert auf der Farm auch die Lebensgrundlage der Farmer und ihrer Angestellten. Gleichzeitig dient eine dem Lebensraum angepasste Wilddichte dem Schutz der Gesamtpopulation vor Hunger und Durst während der Trockenzeit und beugt Seuchen vor.
Wasser ist in Namibia Mangelware. Für den menschlichen Gebrauch und für das Vieh wird auf Onverwacht Wasser aus Bohrlöchern mithilfe von Windmotoren gefördert. Diese pumpen das Wasser in große Tanks, von denen aus es zu den Tränken weitergeleitet wird.
Wir danken Phillip Kohls für die eindrucksvollen Bilder und den interessanten Bericht aus Namibia.