Der Grüne Zoo Wuppertal musste am heutigen Mittwoch, dem 17. September, Abschied von seinem ältesten Bonobo-Männchen nehmen: "Mato" wurde am Nachmittag im hohen Alter von fast 62 Jahren eingeschläfert. Er war aktuell weltweit das älteste Tier seiner Art im Zuchtbuch und übertraf damit auch die natürliche Lebenserwartung von Bonobos bei Weitem.
"Mato" stand bereits seit geraumer Zeit unter besonderer Beobachtung, da eine schmerzhafte Hüftarthrose seine Beweglichkeit zunehmend einschränkte. Er erhielt täglich Schmerzmittel sowie Medikamente gegen eine altersbedingte Herzschwäche. Im vergangenen Jahr wurde Mato vorsorglich einem umfassenden Gesundheits-Check in Narkose unterzogen, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen. All diese Maßnahmen dienten vor allem der Sicherung seiner Lebensqualität.
Dank großer Fortschritte in der Veterinärmedizin und verbesserter Haltungsbedingungen werden Zootiere wie "Mato" immer älter und leben oft deutlich länger als ihre wild lebenden Artgenossen. Damit nehmen jedoch auch altersbedingte Beschwerden, wie beispielsweise Gelenksarthrosen, zu. Ziel ist daher nicht das Erzielen neuer Altersrekorde, sondern stets die Gewährleistung des Tierwohls.
Dehalb beobachtete das Tierpflegeteam "Mato" genau und dokumentierte täglich sein Verhalten und seinen Gesundheitszustand. Diese Aufzeichnungen wurden regelmäßig gemeinsam mit dem Veterinärteam ausgewertet, um sein Wohlbefinden bestmöglich einzuschätzen.
In den letzten Wochen zeigte "Mato" eine reduzierte Bewegungslust und Schonhaltungen, was zur spürbaren Verschlechterung seines Wohlbefindens führte. Nach Beratungen mit dem Zuchtbuch-Koordinator des Bonobo-EEP (EAZA Ex-situ-Programm) und dem tierärztlichen Berater wurde deshalb gemeinsam entschieden, den Menschenaffen einzuschläfern. Nach seinem Tod bekamen die übrigen Bonobos noch einmal die Gelegenheit, "Mato" zu sehen.
"Mato" wurde am 23.12.1963 im Zoo Frankfurt geboren und lebte seit dem 28.09.1988 im Zoo Wuppertal. 37 Jahre lang gehörte er zur Wuppertaler Bonobo-Gruppe, kümmerte sich stets liebevoll um die Jungtiere und sorgte auch selbst mehrfach für Nachwuchs. Vier seiner direkten Nachkommen leben heute noch in den Zoos von Köln, Berlin, Leipzig und Planckendael (Belgien).