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Der Grüne Zoo Wuppertal

Der Kreislauf des Lebens

Um unsere fleischfressenden Tiere im Grünen Zoo zu ernähren, beziehen wir den Großteil der Futtermittel aus konventioneller Tierhaltung. Zusätzlich werden aber auch manchmal Zootiere aus unserem eigenen Bestand verfüttert.

Dabei handelt es sich beispielsweise um überzählige Zootiere, für die kein geeigneter Platz in einer anderen zoologischen Einrichtung vorhanden ist oder aber um stark verletzte Tiere, die nicht mehr geheilt werden können oder nur mit massiven Einschränkungen der Lebensqualität weiterleben könnten.

So erging es unserem jungen Waldrentier-Hirsch, der im vergangenen Jahr im Grünen Zoo geboren wurde. Er zog sich kürzlich einen so komplizierten Bruch des Hinterbeines zu, das eine Behandlung leider nicht möglich war. Das Tier wurde deshalb in seiner vertrauten Umgebung getötet und anschließend an unsere Löwen und Tiger verfüttert.

Durch die Tötung vor Ort, konnte das Waldrentier im Ganzen und unmittelbar nach seinem Tod verfüttert werden. Unsere Löwen erhielten dadurch eine frische, qualitativ sehr hochwertige Mahlzeit, denn wir wissen sicher, dass auch unser Waldrentier nur mit bestem Futter versorgt wurde, tiergerecht in seiner Herde aufwuchs und in einem guten Gesundheitszustand war.

Bei einer Ganzkörperfütterung mit Fell, Knochen und inneren Organen nehmen die Raubtiere alle wichtigen Nährstoffe in idealer Zusammensetzung auf. Das Reißen, Zerlegen und Fressen eines ganzen Beutetieres fordert Geschicklichkeit, Kraft und Zeit und bietet wertvolle Beschäftigung. Der noch warme Tierkörper regt zusätzlich die Sinne an.

Anders als in der konventionellen Nutztierhaltung wurde das Futtertier vor Ort in seiner gewohnten Umgebung getötet. Ein stressiger Transport zum Schlachthof war nicht nötig.

Unsere Löwen fraßen mehrere Tage an dem Waldrentier - ähnlich wie Raubtiere in ihrem natürlichen Habitat, die ihre Beute effizient nutzen und nicht täglich jagen. Am Ende blieb fast nichts vom Waldrentier übrig. Das Verfüttern zooeigener Tiere ist also in mehrfacher Hinsicht sinnvoll.

In der Natur sind Räuber-Beute-Beziehungen ein grundlegender Bestandteil des Ökosystems. Auch im Zoo möchten wir unsere Tiere so naturnah wie möglich halten. Die Ganzkörperfütterung ermöglicht unseren Raubtieren, ihr natürliches Verhalten auszuleben.

Gleichzeitig möchten wir unseren Besucherinnen und Besuchern den Kreislauf des Lebens näher bringen und der Entfremdung von der Natur entgegenwirken. Deshalb finden Ganzkörperfütterungen im Grünen Zoo sichtbar für die Besucherinnen und Besucher statt.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Claudia Philipp

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