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Der Grüne Zoo Wuppertal

Eingewöhnung neuer Tiere

In den Wochen vor Weihnachten standen einige Tiertransporte an, so kamen zwei Mishmi-Takine (Budorcas taxicolor taxicolor) aus dem Zoo in Antwerpen, drei Darwin-Nandu Hennen (Rhea pennata) aus dem Zoo in Leipzig und ein Paar Ostchinesische Schopfhirsche (Elaphodus cephalophus michianus) aus dem Zoo in Rotterdam.

Um die Eingewöhnung neuen Tieren zu erleichtern, werden im Vorhinein des Transportes immer viele Fragen geklärt. Wie werden die Tiere genau gehalten? Welche Zauntypen kennen sie? Leben sie in Vergesellschaftungen mit anderen Arten? Wie sieht ihr Einstreu im Stall aus? Wie werden sie gefüttert und was mögen sie besonders gerne? Gibt es aus veterinärmedizinischer Sicht etwas zu beachten?

Für die Ankunft der Tiere wird dann alles so vorbereitet, wie sie es aus ihrer vorherigen Haltung kennen. Teilweise wird auch Futter mitgegeben, um den Umstieg auf die Wuppertaler Gegebenheiten zu erleichtern. So reisten die Schopfhirsche mit einem großen Sack voll Rosenlaub an, welches in Rotterdam in großen Mengen gefüttert wird und die Nandus mit speziellen Pellets. Nach und nach wird dann der Futterplan auf einen eigens für diese Tierart und das Gewicht der Tiere ausgerechneten Futterplan umgestellt, welcher alle lebenswichtigen Inhaltstoffe in den richtigen Mengen beinhaltet.
In den ersten Tagen werden die Tiere engmaschig von den Tierpflegerinnen und Tierpflegern betreut und beobachtet, dabei wird aber immer auf ein großes Maß an Ruhe für die Tiere geachtet.

Die Zäune der Außenanlagen werden für das erste Rauslassen der Tiere teils mit sogenannter Schattenleine, einem blickdicht gewebten Geflecht, kenntlich gemacht, so dass die Tiere einfach erkennen, wo die Anlage aufhört. Bei den Mishmi-Takinen wurde rot-weißes Flatterband genutzt, da die Tiere weder den Zauntyp noch Elektrolitzen kannten und wir bei der Einführung der Elektrolitzen bei unseren eigenen Takinen sehr gute Erfahrungen damit gemacht haben.
Zum Teil werden Zäune optisch erhöht, indem Zaunpfosten mit Schattenleine bespannt und oben auf den Zaun gesetzt werden, denn in einem großen Schreckmoment könnte es dazu kommen, dass die Tiere versuchen würden aus der Anlage zu springen. Dies ist natürlich nur bei ungefährlichen Tieren möglich.
Wenn die Tiere im Stall ruhig und entspannt sind und wissen wo sie gefüttert werden, können sie das erste Mal auf die Außenanlage. Es ist wichtig, dass sie wissen, wo sie hin flüchten können, falls sie sich erschrecken. Aus diesem Grund ist die Eingewöhnungszeit im Stall auch abhängig von den Individuen. Tiere, die unsicherer sind, haben eine deutlich längere Eingewöhnungszeit als aufgeschlossene und selbstsichere Tiere, die schon nach einigen Tagen die Außenanlage kennenlernen können.

Das erste Rauslassen neuer Tiere wird gut vorbereitet. Es sollten zu dem Zeitpunkt viele Kolleginnen und Kollegen aus dem jeweiligen Team vor Ort sein, der/die zuständige Kurator/in und eine Tierärztin für Notfälle. Ansonsten werden zu diesem Zeitpunkt die Bereiche von den lauten Fahrzeugen der Gärtnerei weitläufig umfahren, so dass es zu keinen unerwarteten, lauten Geräuschen kommt, die die Tiere erschrecken könnten.
Häufig sind die Tiere anfangs für kürzere Zeiträume auf der Außenanlage und die Zeitspanne wird dann Schritt für Schritt verlängert.
Nach und nach werden Artgenossen oder andere Arten zu den neuen Tieren gelassen.

Bei der Eingewöhnung neuer Tiere steht immer ihr Wohlergehen im Fokus, deshalb kann es dazu kommen, dass Besucherinnen und Besucher sie erst Wochen nach Einzug zu Gesicht bekommen. Die Schopfhirsche bewohnen nach wie vor ihre Innenstallungen und werden voraussichtlich in den kommenden Wochen die Außenanlagen langsam kennenlernen.
Vielleicht entdecken Sie die neuen Takine oder Nandus ja bei Ihrem nächsten Besuch im Grünen Zoo.

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Bildnachweise

  • Claudia Philipp
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