Jedes Kind weiß, dass es im Zoo Tierpflegerinnen und Tierpfleger gibt. Wie viele andere Berufe und Aufgaben es aber um die Tierpflege herum sonst noch gibt, verblüfft viele.
„An der Spitze“ steht natürlich der Zoodirektor oder die Zoodirektorin, im Grünen Zoo Wuppertal ist dies Dr. Arne Lawrenz. In wissenschaftlich geführten Zoos, die im Europäischen Zooverband (EAZA) und dem Verband der zoologischen Gärten (VdZ) organisiert sind, wird diese Position meist von jemandem bekleidet, der Tiermedizin oder Biologie studiert hat. Neben seiner Hauptaufgabe, der Leitung des Zoos und der Vorgabe der Grundphilosophie, repräsentiert der Direktor den Zoo nach außen und vertritt seine Interessen in der Politik und bei anderen Organisationen. Ihm steht eine tatkräftige Assistenz zur Seite, die ihn sowohl inhaltlich als auch organisatorisch unterstützt.
Den Beruf des Kurators oder der Kuratorin kennt man eigentlich aus dem Museumsbereich. Dort plant und organisiert diese Person die Ausstellung und betreut Sammlungen. Im Zoo gibt es auch ein Kuratorenteam, hier wird allerdings die Tierhaltung betreut. Die Mitglieder des Kuratorenteams haben vorher meist Biologie oder Tiermedizin studiert und tragen Verantwortung sowohl für das Wohlergehen der Tiere als auch für die Mitarbeitenden, denn sie sind den Tierpflegeteams vorgesetzt. Außerhalb vom Zoo betreuen sie wichtige Projekte in Sachen Forschung und Artenschutz und beraten und diskutieren mit Experten aus anderen Zoos oder Arbeitsgruppen. Auch auf den zahlreichen Konferenzen national und international tauschen sie sich aus und sind sie mit ihren wertvollen Beiträgen stets gern gesehen.
Neben diesen klassischen Aufgaben gibt es im Zoo aber noch viele andere Aufgaben, an die man vielleicht nicht direkt denkt, wenn man den Zoo besucht:
Das Team der zooeigenen Gärtnerei pflanzt, pflegt und hegt nicht nur die Grünanlagen, Bäume und die Pflanzen in den Tierhäusern. Es ist auch für die Organisation und Durchführung des Abfallwesens zuständig. Mit einem eigenen Müllfahrzeug wird mehrfach wöchentlich der Abfall im ganzen Zoo eingesammelt und zur Müllverbrennung gefahren. Besondere Wichtigkeit erlangte diese Tätigkeit zum Beispiel im letzten Jahr, als die Abfälle rund um die mit Kuhpocken infizierten Tierbereiche verantwortungsvoll entsorgt werden mussten.
Auch am Wochenende ist stets jemand aus der Gärtnerei im Dienst. Dann halten sich oft besonders viele Menschen im Zoo auf. Also müssen Wege, Zäune und Bänke im Bereich der Besucher und Besucherinnen kontrolliert und die Abfalleimer geleert werden, damit der Tag im Zoo ohne Hindernisse genossen werden kann.
Das Handwerkerteam steht des Öfteren vor ganz speziellen Aufgaben: Ob es nun der Bau einer neuen Tieranlage, Verbesserungen an Innengehegen oder die Reparatur von Werkzeugen ist - die Aufgaben sind vielfältig. Besonders gefordert ist ihre Erfahrung, wenn es um den Bau von Spielzeugen für die Tiere, Transportkisten oder Fütterungsvorrichtungen geht.
Die Betreuung der Teams der Werkstatt und der Gärtnerei obliegt dem Zooinspektor. Er koordiniert alle großen und kleinen Baumaßnahmen im Zoo – von der Planung der Elefantenanlage bis hin zu kleinen Ausbesserungsarbeiten am Zaun des Juniorzoos behält er Zeitpläne, Lieferfristen und alle Dinge, die beachtet werden müssen im Auge.
Ihm zur Seite steht der Bauingenieur des Zoos. Er ist ebenfalls stark in die Planung neuer Anlagen eingebunden und koordiniert im alltäglichen Geschäft den Einsatz der zahlreichen Fremdfirmen, die auch im Zoo arbeiten. Sie dichten Dächer ab, bauen neue Besucherstege, kümmern sich um Elektrik und Heizung oder die teilweise sehr spezielle Ausstattung, die die Tierhaltung benötigt, zum Beispiel das Schleusensystem in Aralandia.
Jeder, der den Betriebshof des Zoos von außen betritt, passiert das große Tor am Selmaweg, hier sitzt ein Pförtner, der protokolliert, wer den Zoo betreten und verlassen hat.
Das Personal am Eingang und der Kasse steht täglich von morgens bis abends allen Besucherinnen und Besuchern mit Rat und Tat bei größeren und kleineren Fragen und Problemen zur Verfügung. Man unterschätzt leicht die Wichtigkeit dieser Aufgabe, die Kolleginnen und Kollegen verkaufen nicht „einfach“ nur Eintrittskarten, nein sie kümmern sich auch um verlorene Gegenstände und Kinder, betreuen die An- und Abnahme von Paketen und beruhigen teils erregte Gemüter.
Ganz ähnlich geht es dem Personal, das die Zootruhe und Kioske im Tigertal und Aralandia betreut, allerdings ist hier zu erwähnen, dass es sich dabei um Mitarbeitende des Zoovereins handelt. Der Zooverein ist auch stets zur Stelle, wenn zu besonderen Veranstaltungen ehrenamtliche Unterstützung gebraucht wird, sei es zur Betreuung von Informationsständen oder einfach zur Koordination.
Das Team der Reinigung sorgt dafür, dass die Besuchenden saubere Toiletten vorfinden und kümmert sich dabei auch um die Büros in der Verwaltung und der Direktion.
In der Verwaltung arbeitet ein Team, das sich um alle administrativen Dinge des Zoos kümmert, von der Verwaltung der Finanzen über die Belange der Mitarbeitenden bis hin zur Abwicklung von Erbschaften, die dem Zoo zugutekommen.
Präsent sind außerdem auch die Damen und Herren in den gelben Warnwesten, die Zooscouts: Sie schauen in Aralandia darauf, dass Menschen und Aras gebührenden Abstand einhalten. Wer weiß, wie viele schmerzende Finger es sonst schon zu beklagen gegeben hätte.
Damit die wertvolle Arbeit des Zoos auch nach außen getragen wird, gibt es ein Team für die Öffentlichkeitsarbeit. Dessen Aufgabe ist es, Interessierte über Neuigkeiten zu informieren. Dabei geht es nicht nur um Tiergeburten, viel wichtiger ist, dass darüber berichtet wird, welcher Beitrag zum Arten- und Naturschutz im Zoo geleistet wird.
Ähnliches leistet auch das Kollegium der Zooschule. Sie begeistern in direktem Kontakt junge Menschen für Tiere und Artenschutz und bringen ihnen näher, warum die Aufgabe, beides zu schützen so wichtig und so schwierig ist.
Die Veterinärstation ist für die tiermedizinische Betreuung des Zootierbestandes zuständig, den größten Raum nehmen dabei Vorsorgemaßnahmen und -untersuchungen ein, aber zum Beispiel auch Untersuchungen im Vorfeld von Transporten, die im Zoo oft auch international sind. Zum tiermedizinischen Team gehören dabei neben den Tierärzten und Tierärztinnen auch tiermedizinische Fachangestellte. Sie leisten einen sehr wichtigen Beitrag, indem sie die Praxis in Ordnung halten, Proben sortieren, versenden, Lieferungen kontrollieren und Abrechnungen abwickeln, Befunde verwalten und eintragen, bei Behandlungen assistieren und vieles mehr.
Wie so oft gilt auch hier: Gemeinsam kann man viel erreichen: Für den Artenschutz, die Tiere und die Besucher.
Foto & Text: Laura Platner