Wie bereits berichtet, zog am 8. April das 12-jährige Westliche Flachlandgorilla-Weibchen "Mahiri" aus dem Zoo Zürich in den Grünen Zoo Wuppertal. Am 12. April wurde sie in unsere bestehende Gorilla-Gruppe integriert, die nun wieder aus vier Tieren besteht: dem Silberrücken "Vimoto" sowie den drei Weibchen "Grace", "Ngumbi" und "Mahiri".
Innerhalb weniger Wochen war dies bereits die zweite Integration eines Gorilla-Weibchens in unsere Gruppe. Erst im Februar kam das ebenfalls 12-jährige Weibchen Ngumbi aus dem Zoo Barcelona nach Wuppertal.
Die Eingewöhnung neuer Tiere erfolgt im Grünen Zoo stets schrittweise und nach einem bewährten Schema, das individuell an die Bedürfnisse jedes einzelnen Tieres angepasst wird. Mahiri lernte ihre neuen Artgenossen zunächst durch ein schützendes Gitter kennen und zeigte sich dabei sehr selbstbewusst. Eine ihr vertraute Tierpflegerin aus dem Zoo Zürich blieb für einige Tage in Wuppertal, um ihr die Eingewöhnung zu erleichtern.
Am 12. April wurde Mahiri zunächst mit dem Silberrücken Vimoto zusammengeführt. Da ein Gorilla-Harem immer von einem erwachsenen Männchen, dem sogenannten Silberrücken, angeführt wird, war es wichtig, dass Vimoto Mahiri zuerst begegnet und sie akzeptiert.
Vimoto zeigte sofort Dominanzverhalten: Er rannte auf Mahiri zu und drückte sie zu Boden. Im weiteren Verlauf kam es zu Jagereien und Beißereien. Dieses Verhalten ist bei Gorilla-Zusammenführungen nicht ungewöhnlich und stellt keinen Grund zur Sorge dar, da es sich um normales arttypisches Verhalten handelt. Der Silberrücken muss seine Rolle als dominanter Anführer deutlich machen. Im Gegenzug übernimmt er den Schutz der Weibchen.
Mahiri verhielt sich unterwürfig, ließ sich jedoch nicht völlig einschüchtern und suchte immer wieder die direkte Nähe zu Vimoto. Im Laufe des Nachmittags beruhigte sich die Situation, sodass auch die beiden anderen Weibchen zur Gruppe gelassen werden konnten. Es kam erneut zu Jagereien, bei denen Vimoto, wie es sich für einen Silberrücken gehört, bei Streitigkeiten zwischen den Weibchen eingriff. Am Abend kehrte zunehmend Ruhe ein.
Es ist nicht auszuschließen, dass es in der nächsten Zeit noch zu weiteren Auseinandersetzungen kommt. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich die Gruppenstruktur in den kommenden Wochen unter Vimotos Führung stabilisieren wird.