Keine Sorge! Was dem Flamingo hier über den Kopf läuft, ist kein Blut.
Unser vier Monate altes Chileflamingo-Küken wird hier gerade mit sogenannter Kropfmilch gefüttert. Dabei handelt es sich um ein fett- und eiweißreiches Sekret, das sowohl Männchen als auch Weibchen im oberen Verdauungstrakt produzieren.
Ausgelöst durch die Bettelrufe des Jungtiers tropft sogar aus dem Schnabel des zweiten Flamingos, der gerade nicht das Küken füttert, die rote Flüssigkeit. Ihre blutrote Farbe erhält die Kropfmilch durch Carotinoide. Diese Farbpigmente nehmen die Flamingos mit ihrer Nahrung auf. Diese sorgen übrigens auch für das rosa Gefieder der Vögel.
Der Schnabel unseres Kükens, das im September letzten Jahres in Aralandia geschlüpft ist, wird zunehmend krummer. Deshalb wird es nicht mehr ausschließlich mit Kropfmilch ernährt, sondern beginnt bereits selbstständig Nahrung aus dem Wasser zu filtern. Dabei schwenkt es den Schnabel hin und her und presst das aufgenommene Wasser mit der Zunge wieder heraus. So bleibt die Nahrung an den feinen Lamellen im Schnabel hängen.