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Der Grüne Zoo Wuppertal

Die Schwarzfußkatze

Die internationale Arbeitsgruppe Black-footed Cat Working Group sammelt wichtige Erkenntnisse und Daten zum Schutz der Schwarzfußkatze.

Schwarzfußkatze

Die gefährdete Schwarzfußkatze (Felis nigripes) aus dem südlichen Afrika ist mit einer Kopf-Rumpflänge von maximal 50 cm eine der kleinsten Katzen weltweit. Noch kleiner ist nur die asiatische Rostkatze.

Mit ihrem Körpergewicht von ca. 1-2.5 kg hat die nachtaktive Schwarzfußkatze einen enormen Appetit: durchschnittlich ein Fünftel ihres Körpergewichts nimmt sie täglich zu sich – entsprechend häufig muss sie auf ihren schwarzen Sohlenpolstern durch das Grasland pirschen. Mit einem nächtlichen Beutefangerfolg von über 60% bleibt sie im Vergleich zu allen anderen Karnivoren auch noch klarer Jagdsieger.

Bedrohung einer tödlichen Krankheit

In den europäischen Zoos ist die Schwarzfußkatze seit 2014 leider nicht mehr zu sehen. Der Grund: die sogenannte nicht-infektiöse Amyloidose. Eine Erkrankung, bei deren Verlauf Proteinablagerungen das Gewebe der Nieren zerstören. Die folgenschwere Vergiftung endet für die Tiere tödlich. Bekannt ist, dass die Amyloidose sowohl in den Zoos unter menschlicher Obhut als auch im Freiland auftritt.

Dr. Alexander Sliwa ortet die Schwarzfußkatzen über die Signale der Radiosender mit einer Handantenne.

Die Arbeit der Black-footed Cat Working Group (BFCWG)

Die Forscher konnten schon einiges über die Ökologie dieser faszinierenden Kleinkatze, wie etwa ihren Fortpflanzungszyklus oder ihr häufigstes Vorkommen in Südafrika beschreiben. Eine hinreichende Erklärung für die Amyloidose aber, gelang bisher selbst dem Forscherteam um Dr. Alexander Sliwa nicht. Der Kurator aus dem Kölner Zoo ist seit den 90er Jahren Projektleiter der Arbeitsgruppe BFCWG, deren Forschung bis heute finanziell auch vom Zooverein Wuppertal e.V. unterstützt wird.


Eine Schwarzfußkatze wird mit einem Radiosender ausgestattet.

Gemeinsam mit nationalen und internationalen Experten folgt Sliwa in Südafrika jährlich dem gleichen Auftrag: die Forschung auf den Schutz der Schwarzfußkatze zu richten. Dabei gilt es, die Tiere auf ihren Streifgängen zu folgen oder sie für Probeentnahmen zu fangen und mit Radiosendern und Mikro-Chips auszustatten. Die gesammelten Daten liefern auch aktuell noch wichtige Ergebnisse zur Gesundheit, der Lebensdauer der Individuen und zur Ökologie der seltenen Wildkatzen. 



Dr. Arne Lawrenz gräbt sich durch zur Wildkatze.

Persönliches Engagement des Zoodirektors

Weicht der Tag der kühlen Dämmerung, erhellt sich Herz und Gemüt von Dr. Arne Lawrenz: Zoodirektor im Grünen Zoo Wuppertal, ehemaliger Zootierarzt und leidenschaftlicher Artenschützer. Denn jetzt kann er wieder aktiv Ausschau halten nach den Schwarzfußkatzen, für die er jedes Jahr auf eigene Kosten in die südafrikanischen Steppen- und Savannen reist. 


Auch diesmal will er gemeinsam mit der internationalen Arbeitsgruppe BFCWG (Black-footed Cat Working Group) und seinem Kollegen Dr. Alexander Sliwa wichtige Erkenntnisse und Daten zum Schutz der gefährdeten Wildkatze sammeln. Sliwa war auch derjenige, der ihn einst für die Schwarzfußkatzen begeisterte. Ein Forschungsschwerpunkt ihrer langjährigen Zusammenarbeit bleibt die Hoffnung, endlich die Gene zu identifizieren, die für die Ursache der Amyloidose verantwortlich sein könnten.

Untersuchung einer Schwarzfußkatze mit Blutentnahme durch Dr. Arne Lawrenz.
Freilassung der untersuchten Schwarzfußkatze; Dr. Arne Lawrenz (o.) und Dr. Alexander Sliwa (u.).


Ein Erdferkel auf der Suche nach Termiten.

Auf seiner Exkursion begegnet Lawrenz auch anderen nachtaktiven Tieren, wie etwa den Erdferkeln – die lassen sich nicht lange bitten, wenn es Hügel mit schmackhaften Termiten zu entdecken gibt. Die Termitenhügel sind gleichermaßen für Schwarzfußkatzen attraktiv, die ihnen als sichere Schlafstätte dienen und den nötigen Schutz vor Fressfeinden bieten.


Auf der Suche nach den Schwarzfußkatzen können die Nächte lang werden; Dr. Sliwa (li.) und Dr. Lawrenz (re.).

Als etwas ganz Besonderes beschreibt Arne Lawrenz die stille Beobachtung der scheuen Schwarzfußkatzen mit ihren Jungtieren. Alle paar Tage zieht die Schwarzfußkatzenmutter mit ihnen in neue Höhlen, um sie vor Feinden zu schützen. Doch die Nächte können lang werden, wenn es gilt den Wildkatzen über Stunden zu verfolgen, herausfordernd - auch für einen engagierten Zoodirektor.


Die Wildkatze macht sich bereit für die Pirsch.

Bedingungen in der Feldforschung

Die Bedingungen für die Feldforschung im Ausland sind grundsätzlich nicht immer einfach – ob etwa der Entfernung oder unterschiedlicher Mentalität geschuldet. Langfristige Beziehungen zu den Mitarbeitern vor Ort sind jedoch für einen nachhaltigen Projekterfolg unerlässlich. Und nicht immer findet sich auch der perfekte Forscher aus Europa. Einer, der wie ein Löwe furchtlos durch die Nacht streift und dabei eifrig Daten sammelt. Selten hat der Unerschrockene die gleiche Freude anschließend auch fleißig zu publizieren. 

Trotz aller Hindernisse wird sich die Arbeitsgruppe BFCGW auch in der Zukunft mit ihrer Forschung gezielt für den Schutz der bedrohten Schwarzfußkatze und ihrer Lebensräume einsetzten.


Die Weltnaturschutzunion stuft die Schwarzfußkatze in der Roten Liste als gefährdet ein.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • ©Sebastian Kennerknecht
  • Stadt Wuppertal
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  • Dr. Alexander Sliwa
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  • Stadt Wuppertal

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