Licht aus am Sonnborner Kreuz

Blick in das Sonnborner Kreuz Richtung Düsseldorf mit Lichtmasten
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Deutsche Autobahnen sind nachts unbeleuchtet. Eine der raren Ausnahmen ist das Sonnborner Kreuz. Jetzt wollen Stadt und Landesbetrieb Straßen NRW das Relikt aus den 70er Jahren abschalten und damit jährlich 54.000 Euro sparen.

Deutsche Autobahnen sind nachts nicht beleuchtet. Eine der raren Ausnahmen ist das Sonnborner Kreuz, das in den Nachtstunden von hohen Betonpfeilern aus in gelbes Licht getaucht wird - ein Relikt aus dem Jahr 1974, als das Kreuz - damals als größtes innerstädtisches Autobahnkreuz Europas - nach sechsjähriger Bauzeit und mit Kosten von 150 Millionen Mark eröffnet wurde.

 

Das soll sich jetzt ändern: Im Zuge der energetischen Erneuerung der Straßenbeleuchtung mit Hilfe des Konjunkturprogramms II will sich die Stadt in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen nicht nur von nicht mehr zeitgemäßen Straßenlaternen trennen, auch das nachts hell erleuchtete Sonnborner Kreuz soll der Vergangenheit angehören.

 

Ab Donnerstag, 30. September, werden die Strahler bis Ende April zunächst probeweise abgeschaltet. In der dunklen Jahreszeit soll ausgewertet werden, ob sich Auswirkungen auf den Verkehr ergeben. Bei einem positiven Ergebnis bleibt die Beleuchtung dauerhaft aus. Zu den 200.000 Euro pro Jahr, die die Stadt durch den Austausch von etwa 7.000 Straßenlaternen spart, kämen dann noch einmal 54.000 Euro Ersparnis hinzu, denn die Illuminierung des Knotenpunktes ist teuer. Der Jahresstromverbrauch kostete im vergangenen Jahr 60.000 Euro. Eine notwendige Ersatzbeleuchtung für die derzeit vom Kreuz mit beleuchteten umliegenden Straßen wird dagegen ungefähr 6.000 Euro kosten. Für die Anwohner dieser Straßen (Am Thurn, Industriestraße, Deutscher Ring, Heinrich Heine-Straße, Möbeck, Siller Straße und Sonnborner Ufer) wird es mit einer eigenen Straßenbeleuchtung sogar heller, denn zur Zeit sorgen die Schatten der Lärmschutzwände teilweise für dunkle Ecken. Für die Versuchszeit bis April werden die Straßen mit einer provisorischen Beleuchtung versorgt.

 

Ursprünglich war die Beleuchtung des Sonnborner Kreuzes noch aufwendiger: 52 Betonmasten (30 bis 55 Meter hoch) mit insgesamt 656 Strahlern wurden im Mai 1974 in Betrieb genommen. Eigentümer der Anlagen ist der Landesbetrieb Straßen NRW; die Betriebskosten (Wartung und Strom) trug von Anfang an die Stadt Wuppertal. Doch die Dimension der Beleuchtung erschien offensichtlich schon nach einem halben Jahr übertrieben: Im November 1974 wurde die Hälfte der Strahler bereits abgeschaltet. Aus Kostengründen und zur Minderung der Lichtemmission folgte die Abschaltung des gesamten südlichen Teils ab Sonnborner Ufer Richtung Düsseldorf im September 1982 ebenfalls ohne negative Auswirkungen. Jetzt soll auch der Rest eingespart werden.

28.09.2010