Kita Rathenaustraße: Mehr Platz durch Neubau

Das neue Gebäude ist direkt an das alte Kindergarten-Gebäude angebaut
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Die Kindertagesstätte Rathenaustraße in Wichlinghausen ist gewachsen: Ein neuer Anbau bietet jetzt Platz für weitere drei Gruppen mit insgesamt 60 Kindern.

Der Anbau war nötig geworden, weil in Wichlinghausen Plätze für Wuppertals kleinste Bürger fehlen. So wurde die bereits bestehende vier-gruppige Kindertagesstätte, die 1998 als Niedrigenergiegebäude gebaut worden war, durch einen weiteren Massivbau in Passivhausstandard ergänzt. Das Platzangebot der Rathenaustraße hat sich damit fast verdoppelt. Die Anforderungen für die Betreuung der unter Drei-jährigen sind im neuen Anbau voll berücksichtigt.

Die Erweiterungsfläche befindet sich im Westen des vorhandenen Kindergartens. Über einen großzügigen gemeinsamen Eingangsbereich werden die Gebäude erschlossen. Wenn alle Arbeiten beendet sind, werden die Kinder auch ein größeres Spielgelände zur Verfügung haben.

Die drei neuen Gruppenräume mit den dazu gehörigen Differenzierungs- und Nebenräumen liegen im Erdgeschoss, sind barrierefrei und gruppieren sich um einen Spielflur in der Mitte. Aufenthaltsräume für das Personal, die Technik- und Vorratsräume befinden sich im Dachgeschoss und sind über das bereits vorhandene Treppenhaus zu erreichen. Die Räume im Dachgeschoss sind so angeordnet, dass der Spielflur im Erdgeschoss über eine Empore von oben durch drei Lichtkuppeln zusätzlich erhellt wird.

Die Außenwände des Gebäudes wurden mit hoch dämmenden Porenbetonsteinen und einem Wärmedämmverbungsystem mit 180 Millimetern Dämmung ausgeführt, die Bodenplatte wurde mit 200 Millimetern und das Dach sogar mit 320 Millimetern Dämmung versehen. Es kamen hoch wärmegedämmte Fensterrahmen mit dreifacher Verglasung zum Einsatz. Diese reduzieren den Wärmeverlust im Bereich der Fenster gegenüber Standardfenstern um rund 40 Prozent und erhöhen die Behaglichkeit der Kinder und ihrer Erzieherinnen im Aufenthaltsbereich der Fenster deutlich.

Das Gebäudemanagement (GMW) erzielt so nicht nur hohe Dämmwerte des Gebäudes, sondern kann auch eine kontrollierte Be- und Entlüftung der Aufenthaltsräume auf der Positiv-Seite verbuchen. Die in der verbrauchten Abluft enthaltene Wärmeenergie kann dabei zu mehr als 85 Prozent zurück gewonnen werden, was zu einer deutlichen Reduzierung der Lüftungswärmeverluste führt.

Damit es im Sommer nicht zu heiß wird, hat das GMW eine automatische Nachtlüftung über motorisch öffnende Fenster und Lichtkuppeln eingebaut. Dies sorgt im Zusammen-spiel mit dem außen liegenden Sonnenschutz für behagliche Temperaturen auch im Sommer. Alle Maßnahmen zusammen bewirken, dass der Anbau nur rund 20 kWh/m² an Wärmeenergie benötigt. Die zusätzlich Beheizung im Anbau in Form einer Fußbodenheizung kann durch die bereits bestehende Heizungsanlage mit übernommen werden.

Weil die Vergabe der einzelnen Gewerke günstig ausfiel, konnte das GMW eine Photovoltaikanlage (PV) auf dem Dach installieren. Diese wird zunächst das Gebäude versorgen und nur im Fall von Überkapazitäten ins öffentliche Netz einspeisen. Das GMW geht davon aus, dass die PV-Anlage rund ein Drittel des Jahresstrombedarfs der Kindertagesstätte decken kann.

Im neuen Anbau und bereits bestehenden Gebäude wurden außerdem eine Einbruchmeldeanlage und eine interne Brandmeldeanlage eingebaut.

Nachdem der Neubau und die Außenanlagen fertig gestellt sind, erfolgt zurzeit der Umbau im ersten Gebäude. Um dem zusätzlichen Bedarf der neuen Gruppen gerecht zu werden, wird die Verteilerküche vergrößert. Durch Verlegen des Personal-WC´s und der Garderoben wird Platz geschaffen für den Einbau eines Behinderten-WC´s.

Die Baukosten betragen rund. 1,9 Millionen Euro. Darin enthalten sind folgende Fördermittel: 300.000 Euro aus dem U3-Ausbau Sonderprogramm 2011/2012 des Landes Nordrhein-Westfalen und 1,6 Millionen Euro Bildungspauschale des Bundes. Gebaut wurde von Oktober 2011 bis Februar 2013. Die notwendigen Umbauten im be-stehenden Gebäude werden von Mitte März 2013 bis Juni 2013 ausgeführt.

06.06.2013