Schulsanierung in Schleswiger Straße auf der Zielgeraden

Die Fassade Hofseite der denkmalgeschützten Schule mit neuen Fenstern.
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Noch sind ausschließlich Handwerker tätig in der Schleswiger Straße 12, dem Schulgebäude, das zum Berufskolleg Elberfeld gehört. Doch nach den Sommerferien werden wieder die Schüler und Lehrer des Berufskollegs die dann vom Gebäudemanagement Wuppertal (GMW) komplett sanierten Räume bevölkern.

Die Klassen waren im Juli vorigen Jahres ausquartiert worden und für die Zeit der Sanierung im "Exil", in der ehemaligen Grundschule Elfenhang, untergebracht.

 

Notwendig wurde die seit April 2012 laufende Gesamtsanierung gleich aus mehreren Gründen: Der Brandschutz musste aktuellen Vorgaben angepasst werden, veraltete Elektrik ersetzt, undichte Fenster ausgetauscht, bröckelnde Fassadenelemente saniert und die energetische Bilanz verbessert werden, zudem hatte das Schulgebäude Probleme mit Schadstoffen und Hausschwamm.

 

Der Zahn der Zeit nagte schwer an den Sandsteinelementen der Fassade und an der Dachkonstruktion des 1895 im Stil der deutschen Frührenaissance errichteten denkmalgeschützten Gebäudes. Aufgrund der starken Verwitterungserscheinungen und Schäden wurden die Natursteinflächen fachgerecht saniert.

Dabei wurden rund 400 Meter Fugen erneuert und 200 Ar-beitsstunden für das mechanische Entfernen losen Materials an den Sandsteinelementen aufgewendet. Mittels Zimmer- und Holzbauarbeiten wurden zudem zirka 112 dekorative Giebelköpfe rekonstruiert.

Flur mit denkmalgeschützter hölzerner Wandvertäfelung.
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Um Ersatzflächen für den zum Abriss vorgesehenen Leichtbau zu schaffen, wurden Grundrisse im Hauptgebäude verändert und ein neuer Klassenraum geschaffen. Dafür mussten im Dachgeschoss mit Stahlträgern, rund 770 Kilogramm wurden davon verbaut, statische Abfangungen vorgenommen werden. Das Dach mit einer Fläche von ca. 1.050 Quadratmetern wurde neu gedeckt und rund 110 Meter Dachrinnen und 150 Meter Regenfallrohre angebracht. Bei diesen Dacharbeiten wurde ein Schwammbefall entdeckt, der zunächst aufwendig saniert werden musste.

 

Die Fenster waren zwar nicht mehr die originalen, aber doch über 40 Jahre alt, wiesen gravierende Mängel auf, entsprachen nicht mehr den erhöhten Anforderungen an den Schall- und Wärmeschutz und noch nie den denkmalrechtlichen Ansprüchen. Insgesamt 112 neue Fenster und rund 50 Meter innerer Fensterbänke wurden neu angebracht. Bei der Sanierung wurde und wird auch die komplette Haustechnik erneuert. Die Elektriker verlegten über 33 Kilometer neue Stromleitungen, setzten fast 1000 neue Schalter und Steckdosen und installierten über 400 neue Leuchten.

 

Hinzu kamen Blitzschutz und die komplette Vernetzung des Gebäudes. Im Bereich Heizungs-, Lüftungs- und Sanitär-technik wurden 2,5 Kilometer neue Heizungsrohre und 1.105 Meter neue Sanitärrohre verlegt sowie 112 neue Heizkörper und 27 neue Klassenwaschbecken angebracht. Bevor all diese Arbeiten im Inneren starten konnten, musste zunächst in den Fluren eine Schadstoffsanierung (PVB) durchgeführt werden. Inzwischen ist alles frisch verputzt (rund 1.600 Quadratmeter), mit Akustikdecken versehen und wird zurzeit von den Malern (rund 7.000 Quadratmeter und 1.000 Meter Fußleisten) bearbeitet. Bis zu den Sommerferien werden noch rund 1.500 Quadratmeter neue Böden verlegt.

Auch das Dach mit Gesims und Rinne wurde erneuert.
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Die Baukosten betragen rund 2,76 Millionen Euro. Davon werden knapp eine Million Euro durch die Bildungspauschale, der Rest durch Bauunterhaltungsmittel des GMW finanziert. Einen Zuschuss in Höhe von 22.037 Euro für energetische Maßnahmen gab das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Das GMW hat auf seiner Webseite (www.wuppertal.de/gmw) ein vollständige Baustellentagebuch mit ergänzenden Informationen und aktuellen Baufortschritten veröffentlicht (Navigation: Gebäude erleben > Sonderthemen > Baustellentagebuch).

03.05.2013
 
 

Gebäudemanagement der Stadt (GMW)

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