Große Flächen Wuppertaler Waldes werden gekalkt

Bei einer früheren Waldkalkung: Ein Hubschrauber übernimmt im Tiefflug über einer Ladestation einen von einem Radlader neu gefüllten Trichter mit Kalk.
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Bald wird er wieder tagelang über Wuppertals Wäldern zu sehen und zu hören sein, der Hubschrauber mit dem unter ihm hängenden Trichter: Der Wald wird gekalkt.
Ab Donnerstag, 14. November, erhalten Stadt- und Privatwälder bis etwa zum Ende des Monats ihre Ladung Magnesium für den Boden.

An der Reihe sind in diesem Jahr die Bereiche Beyenburg/Herbringhauser Talsperre, Ronsdorfer Talsperrenwald und Saurenhaus (Elberfeld-West).

Insgesamt werden über 3,5 Millionen Quadratmeter Wald gekalkt - 96 Hektar Stadtwälder und 256 Hektar Privatwälder. Privat heißt Stadtwerke-Wälder sowie Flächen der in der Forstbetriebsgemeinschaft Wuppertal organisierten privaten Waldbesitzer.

Die Aktion ist mit erheblichem Lärm verbunden, aber notwendig. Der Kalk neutralisiert den "sauren Regen" des nächsten Jahrzehnts und hilft, den sehr sauren Humus auf und in den Böden besser zu zersetzen. Pflanzen gelangen so wieder einfacher an die Nährstoffe im Boden. Das fördert die natürliche Verjüngung der Waldbestände aus Samen.

 

Gleichmäßig verteilt werden 21.120 Zentner magnesiumhaltiger Kalk. Die Aktion kostet rund 92.000 Euro. Sie wird für die Stadtwälder zu 70 Prozent und für die Privatwälder zu 90 Prozent mit EU- und Landesmitteln gefördert. Obwohl es in diesem Jahr in NRW deutlich mehr Anträge als Fördermittel gab, schaffte es Wuppertal in die erste Förderpriorität.

Dies gelang, weil mit der Wasserschutzzone der Herbringhauser Talsperre und neuen Mitgliedsflächen der Forstbetriebsgemeinschaft Gebiete dabei waren, die bisher noch nie gekalkt worden sind.

Ungefährlich, aber staubig: Lieber Abstand halten

Fliegt der Hubschrauber, sollten sich Waldbesucher möglichst nicht in der Nähe aufhalten. Lärm und Staub können zu erheblichen Belästigungen führen. Der Kalk selbst besteht aus ungebranntem, reinem Gesteinsmehl und ist nicht gesundheitsschädlich.

 

Der Hubschrauber fliegt in einem sehr engen Zeittakt von etwa ein bis zwei Minuten immer wieder zu den jeweiligen Ladeplätzen. Dort füllt ein Radlader den Streubehälter mit etwa 800 Kilogramm Kalk, bis der Hubschrauber seinen leeren Trichter gegen einen befüllten austauscht.

13.11.2013