"Sprachschätze" heben: Zweijährige Fortbildungen für Lehrer

50 Kinder aus den teilnehmenden Schulen spielen bei der Auftaktveranstaltung im Haus der Jugend Barmen einen olympiareifen Einlauf mit vielen bunten Fahnen nach.
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Wuppertals Schulklassen sind bunt. Sie spiegeln die Vielfalt wider, die die Bevölkerung der Stadt auszeichnet. Die Mädchen und Jungen stammen aus den verschiedensten Ländern dieser Erde, ihre Familien kommen aus unterschiedlichsten Sozialschichten, manche haben eine Behinderung. Sie alle sollen dem Unterricht in den Schulen inhaltlich folgen können und müssen doch auf unterschiedliche Weise angesprochen werden.

Um Lehrern und pädagogischen Fachkräften des Ganztags zu helfen, sich noch besser auf diese neuen Herausforderungen einzustellen, starten nun die "Sprachschätze Wuppertal" - eine Qualifizierungsmaßnahme der Landeskoordinierungsstelle NRW der kommunalen Integrationszentren (LAKI NRW).

 

Die "Sprachschätze" laufen über zwei ganze Schuljahre. Es beteiligen sich Schulen aus Barmen, Oberbarmen und Wichlinghausen: die Gemeinschaftsgrundschulen Friedhoffstraße und Schützenstraße sowie die katholischen Grundschulen Wichlinghausen, Alarichstraße und Sankt Antonius.

 

In den folgenden zwei Schuljahren nimmt das gesamte Kollegium einer Schule gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften des offenen Ganztags an Fortbildungen über Sprachbildung in allen Fächern, Mehrsprachigkeit und interkulturelle, inklusive Schulentwicklung teil.

Insgesamt sind es fünf Module, die über jeweils einen Tag vermittelt werden.

Wuppertaler Besonderheit: Städtisches Zentrum unterstützt

Was Wuppertal gegenüber anderen "Sprachschatz"-Städten positiv unterscheidet: Vor und nach den Fortbildungsmodulen organisiert und begleitet das städtische Zentrum für Integration, Bildung und Kulturelle Vielfalt den Erfahrungsaustausch der Lehrkräfte und die Umsetzung der Theorie in den schulischen Alltag.

Christine Roddewig-Oudnia, Leiterin des Zentrums, das beim städtischen Ressort Zuwanderung und Integration angesiedelt ist, hat mit den beteiligten Schulen die zweijährige "Ehe" unterzeichnet.

Sie hebt besonders die Langfristigkeit hervor: "Diese Fortbildungen richten sich direkt an alle Lehrkräfte - Lehrer und pädagogische Betreuer im Nachmittagsbereich. So stellen wir sicher, dass das Wissen länger als zwei Jahre vorhanden ist. Das hilft allen Kindern, jetzt und in Zukunft."

"Olympiareifer" Auftakt

Bei einer Auftaktveranstaltung mit Schuldezernent Matthias Nocke kürzlich im Barmer Haus der Jugend beteiligten sich 50 Kinder der teilnehmenden Schulen und beeindruckten die Gäste mit einem olympiareifen Fahneneinlauf. Dr. Burak Copur vom NRW-Schulministerium in Düsseldorf kam als Gast und betonte in seiner Rede die Bedeutung der Sprachbildung für die Schulen und lobte Wuppertal für sein Engagement bei der kommunalen Integration, die landes- und bundesweit Beachtung finde.

 

Hans-Jürgen Lemmer, Leiter des Ressort Zuwanderung und Integration und Integrationsbeauftragter der Stadt Wuppertal, sprach von den Schätzen der Vielfalt in Wuppertal mit ihren Menschen aus über 158 Nationen, die Wuppertal zu ihrer Heimat gemacht haben. Ihre Kinder seien bereits an sich ein Schatz, der in Barmen, Wichlinghausen und Oberbarmen sehr zahlreich sei.

Um Schätze zu heben, so Lemmer, bedürfe es gewisser Maßnahmen und Instrumente, manchmal auch nur besonderer Einfühlsamkeit.

02.10.2013
 
 

Zentrum für Integration, Bildung und kulturelle Vielfalt

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