Blei im Boden: Alte Wurfscheiben-Schießanlage wird saniert

Grafik des Bodenquerschnitts der ehemaligen Wurfscheiben-Schießanlage.
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Auf der ehemaligen Wurfscheiben-Schießanlage Mollenkotten hat die Sanierung des Geländes begonnen. Nach jahrzehntelanger Nutzung ist viel Bleischrot in den Boden gelangt. Ein künstlicher Hügel soll das belastete Erdreich, welches jetzt abgetragen wird, künftig umschließen.

Bereits im Januar war vorbereitend eine Baustraße angelegt und ein zirka 1,2 Hektar großes Waldstück gefällt worden. Nun beginnt die eigentliche Sanierung. Der mit Bleischrot belastete Boden wird auf einer Gesamtfläche von etwa 3,3 Hektar oberflächennah abgeschoben und vor Ort oberirdisch in einem wallähnlichen Sicherungs-Bauwerk eingebaut.

 

Bei den Arbeiten wird streng darauf geachtet, dass keine Schadstoffe auf benachbarte Grundstücke gelangen können. Ein überwachtes Arbeitsschutzkonzept stellt sicher, dass Arbeitspersonal und Anwohner nicht gefährdet werden.

 

Fast 80 Jahre diente das Gelände nahe des Jagdhauses Mollenkotten als Wurfscheiben-Schießanlage. Etwa 45 Tonnen Bleischrot sind in den Boden gelangt und über die Gewässer auch in der näheren Umgebung abgelagert worden.

Ein Bagger hat damit begonnen, die mit Bleischrot belastete Oberfläche des ehemaigen Schießstands abzutragen.
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Künstlicher Hügel als "Kapsel"

Der belastete Boden wird deshalb in ein Sicherungs-Bauwerk eingebaut, mit wasserdichten Kunststoffdichtungsbahnen versiegelt und abschließend mit Rekultivierungsboden überdeckt. Entstehen wird so auf 5000 Quadratmetern ein künstlicher Hügel, der fünf bis sechs Meter hoch ist und rund 10.000 Kubikmeter Erdreich aufnehmen wird.

 

Diese Maßnahme schützt Gewässer und das Grundwasser. Schadstoffe werden eingekapselt, sie können sich in nicht mehr in die Umwelt ausbreiten.

Dort, wo auf 20 bis 25 Zentimetern das belastete Erdreich abgetragen ist, wird anschließend der Boden aufgelockert und wieder begrünt und das abgeholzte Waldstück aufgeforstet.

 

Die Bauarbeiten laufen voraussichtlich noch bis Ende des Jahres. Autofahrer sollten den Baustellenverkehr beachten. Die Sanierung kostet insgesamt 500.000 Euro und wird zu 80 Prozent vom Land gefördert.

04.09.2013
 

umweltschutz

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