WSW wollen enger mit Sozialämtern zusammen arbeiten

Unterzeichnen die Verträge: WSW-Chef Feicht, Dr. Kühn und Uwe Temme (Stadt)
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Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) und das Ressort Soziales der Stadt Wuppertal haben eine engere Zusammenarbeit vereinbart, um Kunden mit Energieschulden vor einer Sperrung der Strom- oder Gasversorgung zu schützen.

Dafür wollen die beiden Partner zukünftig die Daten ihrer Kunden oder Klienten austauschen - natürlich nur, wenn diese damit einverstanden sind. Sollte es zu Zahlungsrückständen in Haushalten von Leistungsbeziehern kommen, die Kunde bei den WSW sind, könnten Stadtwerke oder Sozialamt auf diese Weise rechtzeitig eingreifen, um zu verhindern, dass bei den Betroffenen der Strom abgeschaltet wird oder die Heizung kalt bleibt.

"Energiesperren sind für uns das letzte Mittel, wenn die Zahlungen ausbleiben und der Kunde auch keinen Kontakt mit uns aufnimmt, um eine Ratenzahlung oder Stundung zu vereinbaren", erläutert Andreas Feicht Vorstandsvorsitzender der WSW.

Die Außenstände von Wuppertaler Privathaushalten bei den WSW beliefen sich im letzten Jahr immerhin auf rund 2,5 Millionen Euro. Nicht selten handelt es sich bei den Schuldnern um Bezieher von Transferleistungen. 

Seit dem 1. April kann das Sozialamt Leistungsbeziehern nach SGB 12, die Probleme mit der Begleichung ihrer Energierechnung haben, anbieten, ihre persönlichen Daten wie Name, Anschrift und Vertragskontonummer an die WSW weiterzugeben. Dazu ist eine schriftliche Einwilligung des Leistungsbeziehers erforderlich. Erst wenn diese vorliegt, übermittelt das Sozialamt die Daten an die Stadtwerke.

Diese können dann bei einem Zahlungsverzug und drohender Versorgungssperre frühzeitig das Sozialamt informieren. In vielen Fällen übernimmt dann das Sozialamt die Zahlung der Energiekosten und eine Sperrung der Strom- oder Gaslieferung wird verhindert.

Die Möglichkeit solcher Zahlungsübernahmen hatten die WSW und das städtische Sozialressort bereits 2006 vereinbart. "Das neue "Frühwarnsystem" soll dafür sorgen, dass diese Option in Zukunft häufiger greift", erklärte Sozialdezernent Dr. Stefan Kühn Dies wäre sowohl im Sinne der betroffenen Bürger, als auch der WSW.

01.04.2014