Dachsanierung für die Heckinghauser Sporthalle

Hochsprungmeeting in der Heckinghauser Halle
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Die Dachkonstruktion der Sporthalle Heckinghausen muss nach einem Statikgutachten komplett ausgetauscht werden, weil vor 55 Jahren minderwertiges Holz verbaut wurde. Für Schulen und Sportvereine werden jetzt Ersatzquartiere gesucht.

"Die sofortige Schließung der Heckinghauser Halle Anfang Juni war richtig." Das war die erste Reaktion aus dem Gebäudemanagement und dem Sportamt der Stadt nach Vorliegen des Statik-Gutachtens für die Dachkonstruktion. Dessen Ergebnis: Pfusch am Bau vor 55 Jahren. Das verwendete Holz ist insgesamt minderwertig. Ein zweiter Träger ist bereits gebrochen. Stabilisierungen fehlen. Sämtliche Teile müssen ausgetauscht werden.

 

Das soll nun bis zum Ende des Schulhalbjahres im Januar 2015 - also in rund einem halben Jahr - von einem Gerüst innerhalb der Halle Stück für Stück gemacht werden. Die Kosten sind noch nicht zu kalkulieren.

 

Für vier Schulen und drei Vereine werden Ausweichquartiere gesucht, aber auch die anderen Sporthallen sind belegt. Klar ist: Schulen und Vereine werden zusammenrücken und auch auf Trainings- und Unterrichtsstunden verzichten müssen. "Die Solidarität, die wir heute schon unter den Nutzern der Sporthallen erleben, brauchen wir jetzt noch einmal in besonderem Maße", erklären Sportamtsleiter Peter Keller und GMW-Chef Dr. Hans-Uwe Flunkert.

 

Ein erstes Gespräch mit dem Barmer Turnverein, dessen Basketballerinnen im Frühjahr den Aufstieg in die Zweite Bundesliga feiern konnten und daher auf eine Halle mit Zuschauerrängen angewiesen sind, wurde, am Dienstag, 5. August, bereits geführt. Viele weitere werden folgen, denn die Hilfe der Vereine und Schulen untereinander ist wichtig. Eine Dreifach-Halle mit rund 550 Zuschauerplätzen wird sich nur bedingt ersetzen lassen. Alleine der Ersatzbedarf für die 130 dort erteilten Schulsportstunden entspricht der Kapazität von zweieinhalb Turnhallen. Daher wird auch über die Anmietung privater Sportanlagen, die Mit-Nutzung der Uni-Halle und der neuen Sporthalle Langerfeld nachge-dacht, die im November in Betrieb gehen soll.

 

Nutzer der Heckinghauser Halle sind:

 

Vereine für Breiten- und Leistungssport: BTV, LTV, Bergische Sportpresse

 

Schulen: Grundschule Berg-Mark; Ganztags-Gymnasium Johannes Rau Siegesstraße; Gymnasium Sedanstraße ; Hauptschule Emilienstraße

 

Zur Vorgeschichte: Eröffnet wurde die Heckinghauser Halle im November 1960 als erste Wuppertaler Groß-turnhalle mit Tribüne. In den Jahren 2009/2010 wurden sie mit Mitteln aus dem Konjunktur II-Pakt und Eigenmitteln umfassend energetisch saniert. Dass die Dachkonstruktion überlastet sein könnte, war im Rahmen dieser Sanierung nicht festzustellen. Bei der energetischen Optimierung war die auf ihr ruhende Last sogar verringert worden.

 

Nach dem Bruch eines Holzteils im Gebälk ergaben Überprüfungen durch einen Statiker und einen Experten für solche Holzkonstruktionen im Juni Zweifel an der Dach-Statik. Um nicht das kleinste Risiko einzugehen, dass Kindern oder Trainern etwas passieren könnte, hatte die Stadt die Halle zur genaueren Klärung vorsorglich geschlossen. Der Austausch der Holzteile soll bis zum neuen Schulhalbjahr im Januar abgeschlossen sein.

05.08.2014