Verpflichtung: Stadt stellt sich auf Klimawandel ein

Jetzt ist es offiziell: Oberbürgermeister Peter Jung erklärte am 15. Dezember 2014 mit der Unterzeichnung einer Verpflichtungserklärung, der so genannten "Mayors Adapt", den Beitritt zur Initiative der Bürgermeister zur Anpassung an den Klimawandel. Im November hatte der Rat der Stadt den Beitritt beschlossen. Er folgte damit einer Initiative der EU-Kommission und einer Gruppe von engagierten Bürgermeistern. Bisher unterzeichneten 54 Kommunen aus allen EU-Staaten die "Mayors-Adapt"-Erklärung, darunter zahlreiche Hauptstädte und größere Städte. In Deutschland gehören die Städte Hannover, München und Worms zu den Erstunterzeichnern, die Städte Bad-Homburg, Elmshorn, Frankfurt, Münster, Rostock erklärten ihre Unterzeichnungsabsicht.

Mit dem Beitritt zu Mayors Adapt erklären die Bürgermeister, zur EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel beizutragen und die Widerstandskraft gegen die Auswirkungen des Klimawandels - die so genannte Klimaresilienz - Europas zu stärken. Das geschieht dadurch, dass umfassende Anpassungsstrategien erarbeitet oder regionale Pläne zur Anpassung an den Klimawandel eingebunden werden.

Baudezernent Frank Meyer zu dem Beschluss: "Die Stadt Wuppertal betreibt seit rund 30 Jahren vorbeugenden Klimaschutz, zum Beispiel durch die energetische Sanierung städtischer Gebäude und Heizanlagen. Wir unterstützen private Gebäudebesitzer durch Energieberatung, wir nutzen erneuerbarer Energien und Fernwärme. Der Klimawandel ist aber auch hier spürbar, vor allem durch zunehmende Starkregen und Stürme. Deswegen gilt es, neben aktivem Klimaschutz auch die Anpassung an den Klimawandel voranzutreiben.

Wir wollen im vom Bundes-Umweltministerium finanzierten Projekt "Bestklima" in den nächsten Jahren Anpassungsvorhaben auf städtischer Ebene organisieren und steuern und die Anpassungsfortschritte in einem Qualitätsmanagement- und Monitoringsystem messbar machen." Wuppertal untersucht seit Beginn der neunziger Jahre Einzelaspekte des Klimawandels. 2007 begann die Stadt mit Unterstützung des Wuppertal Instituts, seit 2010 auch mit EU-Förderung und in Zusammenarbeit mit der Universität der Vereinten Nationen, den Klimawandel in Wuppertal systematisch zu untersuchen, lokale Klimaanpassungserfordernisse zu identifizieren und Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.

Risiken durch den Klimawandel bestehen vor allem durch die an Intensität und Häufigkeit zunehmenden Starkregenereignisse, durch Stürme in Orkanstärke wie Vivian, Wiebke, Kyrill und zuletzt 2014 Ela, aber auch durch trocken-heiße Sommer, Schneebrucher-eignisse (zum Beispiel in den Jahren 2005, 2011, 2012) und in den vergangenen Jahren immer wieder auftretende sehr trockene Frühjahre. Die Forst- und Grünflächenbewirtschaftung, die Feuerwehr, das Gebäudemanagement, die Wuppertaler Stadtwerke und der Betrieb Wasser und Abwasser Wuppertal stellen sich seit Jahren darauf ein.

Das städtische Umweltressort untersuchte 2009 bis 2012 die Fließwege des Starkregenabflusses und Mulden, in denen sich das Wasser sammelt, die Stadtentwässerung stellt sich im Zuge der Sanierung von Kanälen und Regenwasserrückhaltanlagen soweit wie möglich auf Starkregenereignisse ein und berät betroffene Eigentümer von Gebäuden zu Schutzmaßnahmen vor Starkregen. 2012 erhielt die Stadt Wuppertal den "Blauen Kompass" des Umweltbundesamtes für die Starkregen- und Risikoanalyse und die Umrüstung von Fahrzeugen zu Starkregen-Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr.
15.12.2014