Flashmob gegen häusliche Gewalt

Plakat gegen Gewalt an Frauen
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Wuppertal steht auf und macht mit bei der weltweiten Protestkampagne "One Billion Rising", bei der am Valentinstag öffentlich getanzt wird. Mit den Flashmobs in Fußgängerzonen, auf Marktplätzen oder in Bahnhöfen soll ein eindrucksvolles Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt werden.

In Wuppertal wird


am Freitag, 14. Februar,
ab 16 Uhr
auf dem Kirchplatz in Elberfeld
vor der City-Kirche

 

getanzt.

Zur Hymne "Spreng die Ketten" wurde in den vergangenen Monaten in verschiedenen Workshops und in Schulen die Choreographie einstudiert. Aber auch jeder und jede, die spontan mitmachen will, ist herzlich eingeladen, mitzumachen. Die Kampagne "One Billion Rising" wurde von der New Yorker Künstlerin Eve Ensler initiiert und fand im vergangenen Jahr erstmals statt. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich Menschen in über 200 Ländern an der Aktion.

Postkarte zu One Billion Rising
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Hintergrund der Solidaritätsbewegung ist, dass eine Milliarde (amerikanisch= 1 Billion) Frauen, und damit jede Dritte auf der Welt, im Laufe ihres Lebens geschlagen oder vergewaltigt werden.

 

Diese Aktion und die aktuellen Zahlen zur häuslichen Gewalt sind für Roswitha Bocklage Grund genug, auf den Handlungsbedarf auch in unserer Stadt hinzuweisen: "In rund 761 Fällen hat die Staatsanwaltschaft im vergangen Jahr wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Nötigung, Beleidigung oder Bedrohung ermittelt. 87 Frauen und 78 Kinder fanden Zuflucht und Unterstützung im Frauenhaus", berichtet die Leiterin der Wuppertaler Gleichstellungsstelle für Frau und Mann.
Diese Zahlen werden untermauert von der Beratungsstatistik des Vereins "Frauen helfen Frauen": 686 Beratungsgespräche zur häuslichen Gewalt wurden dort im vergangenen Jahr geführt. Das bedeutet, wöchentlich wurden fünf bis sechs Frauen beraten, die Gewalterfahrungen gemacht haben.

Runder Tisch gegen häusliche Gewalt Wuppertal

Als Teil des "Runden Tisch gegen häusliche Gewalt Wuppertal" informiert die Gleichstellungsstelle über die Betroffenheit von Kindern, über die gesundheitlichen Folgen und über die Rechte von Frauen.

In diesem Zusammenschluss sind verschiedene Institutio-nen, die bei der Prävention und Bewältigung häuslicher Gewalt fachübergreifend beteiligt sind, vertreten:

Frauen helfen Frauen e.V. Wuppertal,
FrauenBeratung und Selbsthilfe e.V.,
Gleichstellungsselle für Frau und Mann Stadt Wuppertal,
Ressort Kinder, Jugend und Familie Stadt Wuppertal,
Ressort Zuwanderung und Integration Stadt Wuppertal,
Polizei Wuppertal, Opferschutz,
Fachstelle KommAn,
KJFH Wuppertal,
Rechtsanwältin Sandra Capra,
Rechtsanwältin Barbara Schäfer,
Staatsanwaltschaft Wuppertal.

 

"Häusliche Gewalt ist in der Regel keine einmalige Tat, sondern besteht aus einem komplexen System gewalttätiger Handlungen und Verhaltensweisen. Nationale und internationale Untersuchungen belegen, dass häusliche Gewalt zu über 90 Prozent von Männern an Frauen verübt wird. Aber auch Männer können Opfer häuslicher Gewalt durch Frauen werden. Leben Kinder in der häuslichen Gemeinschaft, sind sie immer direkt oder indirekt mit betroffen."

Für dieses Jahr sind noch verschiedene Aktionen wie Fachtagungen und Plakatierungen des Runden Tischs gegen häusliche Gewalt geplant.

10.02.2014