Gemälde "Dame am Fenster" soll restituiert werden

Das Gemälde "Dame am Fenster" von Caspar Netscher aus dem Jahr 1666 soll an die Erbengemeinschaft seiner ehemaligen Besitzer restituiert werden. Das sieht ein Entwurf der Verwaltung vor, der am 5. Februar im Kulturausschuss beraten wird.

Das Bild aus dem Bestand des Von der Heydt-Museums gehörte ursprünglich der Alten Pinakothek in München. Dort wurde es von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und ins Ausland an das Ehepaar Hugo und Elisabeth Jacoba Andriesse verkauft. Nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Belgien floh das jüdische Ehepaar 1940 über Portugal in die USA. Hugo Andriesse starb dort 1942. Seine Ehefrau war alleinige Erbin und starb 1963.

 

Zusammen mit der übrigen Sammlung des Ehepaares wurde das Gemälde 1939 im Bunker des Königlichen Museums in Brüssel eingelagert. Im Jahr 1942 wurde die Sammlung beschlagnahmt. Aus der "Liste der für die Sammlung des Reichsmarschalls Hermann Göring abgegebenen Kunstgegenstände" von 1942 geht hervor, dass das Bild am 14. März 1942 beim Sonderstab Bildende Kunst, Arbeitsgruppe Louvre, in Paris eingegangen ist. 1950 erwarb Rudolf Ziersch das Gemälde im deutschen Kunsthandel. 1952 schenkte er das Werk dem Von der Heydt-Museum.

 

Die Erben der Elisabeth Andriesse, Stiftungen in den USA, haben nun das Von der Heydt-Museum um die Herausgabe des Bildes ersucht. Geklärt werden muss noch, ob bereits Entschädigungszahlungen erfolgt sind. Eine Anfrage an das Wiedergutmachungsamt läuft.

 

Am 24. Februar wird der Rat der Stadt Wuppertal abschließend über das Thema beraten. 

31.01.2014