"Neues Zuhause - Neue Sprache": Ferienprogramm für Kinder

Sie kommen aus Polen, Griechenland, Bulgarien oder Rumänien, Syrien, Afghanistan, Russland, Mazedonien oder dem Irak: Viele schulpflichtige Kinder sind in den vergangenen Monaten mit ihren Eltern nach Wuppertal gezogen.

Ungefähr 60 von ihnen konnten vor den Sommerferien nicht mehr eingeschult werden: Nicht immer waren Plätze in den Vorbereitungsklassen zur Integration in der Schule frei, oder notwendige Voraussetzungen wie die Untersuchung beim Gesundheitsamt lagen noch nicht vor.

 

Ein Ferienprogramm des Ressorts Zuwanderung und Integration überbrückt nun die Zeit bis zum Schulbesuch. So sollen die Kinder baldmöglichst Anschluss an neue Freunde und ihre Umgebung finden und auf den Schulbesuch vorbereitet werden. In zwei Gruppen werden 20 Plätze für Kinder von 6 bis 13 Jahren und ihre Eltern angeboten.

 

An der Umsetzung  beteiligen sich die Grundschule St. Antonius und der Verein Anadolu Wuppertal e.V., die ihre Räume in Barmen und Elberfeld kostenlos zur Verfügung stellen. Der Stadtbetrieb Schulen übernimmt die Fahrtkosten der Kinder mit langem Anfahrtsweg.

 

"Das Ferienprogramm ist sehr begehrt. Innerhalb der ersten Woche wurden alle Plätze belegt. Die Kindergruppen werden von je zwei angehenden Lehrkräften mit Erfahrungen in der Sprachförderung von Kindern betreut, eine weitere angehende Lehrkraft trifft sich einmal die Woche mit den Eltern", sagt Sozialdezernent Dr. Stefan Kühn.

 

Bei "Neues Zuhause - neue Sprache" lernen sich die Kinder über fünf  Wochen untereinander kennen. Sie erkunden ihren zukünftigen Schulweg und die Spielmöglichkeiten in ihrer Umgebung. Sie spielen und singen gemeinsam, machen kleinere Ausflüge und lernen fast nebenbei erste deutsche Begriffe und Sätze.

 

Einmal in der Woche kommen die Eltern hinzu und erhalten Informationen über Spiel-  und Fördermöglichkeiten ihrer Kinder. Wie der Einschulungs- und Integrationsprozess in Wuppertal funktioniert und was die Schule in Deutschland von Eltern erwartet, sind weitere Themen auf dem elterlichen Stundenplan. Auch die Eltern lernen wichtige deutsche Schlüsselbegriffe in Bezug auf Schule und Kindererziehung. Außerdem machen die Kinder und Eltern etwas gemeinsam - wie einen Spielplatz oder die Stadtbibliothek besuchen oder gemeinsam eine Schultüte basteln.

 

Christine Roddewig-Oudnia, Leiterin des Zentrums für Integration, Bildung und Kulturelle Vielfalt im Ressort Zuwanderung und Integration, betont die Bedeutung des Angebots  für die Kinder und ihre Familien: "Bildung ist die wichtigste Startvoraussetzung, damit sich die Kinder ihre ,neue Welt' erschließen können.  Gemeinsam mit den Eltern hilft das Ferienprogramm hoffentlich dabei, dass aus dem neuen Lebensort ein neues und glückliches Zuhause werden kann."

 

30.07.2014
 

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