Welt-AIDS-Tag: AIDS ist behandelbar geworden

AIDS-Schleife
Zum Welt-AIDS-Tag (WAT) am 1. Dezember weist der Wuppertaler Arbeitskreis WAT auf wichtige Fortschritte in der Behandelbarkeit der HIV-Infektion hin, will Ängste vor einem HIV-Test abbauen und Orientierung für ein entspanntes Zusammenleben mit HIV-Positiven geben.

Ein HIV-Test bringt Klarheit: "Wer um den eigenen HIV-Status weiß, kann darauf reagieren. Fällt der HIV-Test positiv aus, kann man von den Therapiefortschritten profitieren", sagt Michael Jähme von der AIDS-Hilfe Wuppertal.

 

Den HIV-Test wiederholen: Zu Sexualität und Drogenkonsum gehört, dass man nicht jede Situation unter Kontrolle hat. Auch wer grundsätzlich mit Safer Sex und Safer Use vorsorgt, kann Schutzlücken erleben, besonders wenn Alkohol und (Party-)Drogen eingenommen werden.

 

Sexuell übertragbare Infektionen sind behandelbar: "Bestehende Erkrankungen, wie zum Beispiel Syphilis, Tripper oder Chlamydien, begünstigen eine Ansteckung mit HIV" sagt Karin Hoeltz, Ärztin und AIDS-Koordinatorin im Gesundheitsamt. Deshalb empfiehlt sie, sich auch wiederholt auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen zu lassen.

 

Für HIV-Positive gibt es wirksame Medikamente: Sie verhindern die Virusvermehrung und stabilisieren die Gesundheit. Ist die Therapie dauerhaft wirksam, sind Menschen mit HIV nicht mehr infektiös. Dadurch ist der Schutz vor einer HIV-Übertragung genauso wirksam wie der Schutz durch Kondome.

 

Eine HIV-Infektion ist immer noch nicht heilbar, aber sie führt nicht mehr zwangsläufig zu Krankheit und Tod.

 

Die HIV-Infektion ist behandelbar und damit zu einer chronischen Infektionskrankheit geworden. Ist eine HIV-Infektion rechtzeitig erkannt, führen die heutigen Therapien dazu, dass HIV-Positive in der Regel nicht mehr am Vollbild AIDS erkranken werden. Voraussetzung dafür ist eine fachkompetente ärztliche Begleitung, Adherence (Mitarbeit) der Patienten und die Verträglichkeit der Medikamente. HIV-Positive nehmen die Medikamente, um gesund zu bleiben. Viele werden nicht häufiger und anders krank als andere Menschen auch. Sie führen ein fast normales, ein lebendiges und lebenswertes Leben. Selbst wer erst im Stadium AIDS von der eigenen HIV-Infektion erfährt, kann in vielen Fällen eine stabile Gesundheit wiedererlangen. Trotzdem erfolgen manche HIV-Diagnosen in einem so weit fortgeschrittenen Stadium von AIDS, dass Menschen an AIDS sterben. Medizinisch wären diese Todesfälle bei früherer Diagnosestellung vermeidbar. Der HIV-Test kann Leben retten.

 

Für Wuppertal wurden dem RKI (Robert-Koch-Institut) 10 neue HIV-Diagnosen für den Zeitraum Juni 2013 bis Juni 2014 gemeldet. (Quelle: RKI, Epi.Bull 26-14 / 30. Juni 2014, S. 14). Die Anzahl von unerkannten HIV-Infektionen wird in Deutschland auf 14.000 geschätzt. (Quelle: RKI, Eckdaten Ende 2013) Somit ist zu erwarten, dass auch in Wuppertal Menschen von ihrer HIV-Infektion nichts wissen.

 

24.11.2014
 

AIDS-Hilfe

Ansprechpartner

Michael Jähme
AIDS-Hilfe Wuppertal
Tel. 0202/450003,
geschützte E-Mail-Adresse als Grafik

 
 

Arbeitskreis Welt-AIDS-Tag

AIDS-Hilfe Wuppertal e.V.
AIDS- und STI-Koordination, Gesundheitsamt
Arbeiterwohlfahrt, AIDS-Prävention
Arbeitskreis Kirche und AIDS
Beratungsstelle für Drogenprobleme
Elterninitiative für akzeptierende Drogenarbeit Drogenhilfeeinrichtung "Gleis 1"
Suchtkoordination, Stadt Wuppertal
VEM - Vereinte Evangelische Mission