Beratungsstelle "Wegweiser" eröffnet

Innenminister Ralf Jäger (Mitte) mit Oberbürgermeister Jung (vorne) und Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith.
+
Zur offiziellen Einweihung kam der Minister persönlich: Innenminister Ralf Jäger eröffnete am Dienstag, 7. April, an der Höhne 20 in Barmen eine neue Beratungsstelle. Dort hat jetzt das NRW-Präventionsprogramm "Wegweiser - gemeinsam gegen gewalt-bereiten Salafismus" eine weitere, die inzwischen vierte, Anlaufstelle.

Im Beisein von Oberbürgermeister Peter Jung und seinem Solinger Amtskollegen Norbert Feith wurde die Beratungsstelle für das Bergische Land in Betrieb genommen.

"Wegweiser" arbeitet bereits erfolgreich in NRW. Ein gutes Jahr nach dem Start berichten die Beteiligten über positive Erfahrungen. In den bisherigen "Wegweiser"-Anlaufstellen in Düsseldorf, Bochum und Bonn wenden sich pro Woche über 40 Hilfesuchende an die Beratungsteams. "Wir haben genau den richtigen Weg eingeschlagen und werden ihn konsequent fortsetzen", unterstrich Jäger. Weitere Anlaufstellen in Duisburg, in Dinslaken im Kreis Wesel, Köln und Dortmund werden in diesem Jahr hinzukommen.

In Wuppertal bieten drei Experten Ratsuchenden ihre Hilfe an. Die Beratungsstelle steht allen offen, die sich über das Thema informieren möchten oder in einem konkreten Fall Hilfe brauchen. So können Familienangehörige bei "Wegweiser" ebenso nachfragen wie Ausbilder, Lehrer oder Jugendliche selbst. Die Beratungsstelle möchte darüber hinaus Ansprechpartner und Netzwerker für die lokalen Moscheevereine, Schulen, Multiplikatoren oder Träger der Jugendhilfe sein.

"'Wegweiser' ist als umfassendes Präventionsprogramm konzipiert", erläuterte der Minister. "Es setzt früher an und wirkt breiter als jedes Aussteigerprogramm. Wegweiser nimmt die Ursachen in den Blick." Ziel von "Wegweiser" ist es, den Einstieg junger Menschen in die gewaltbereite salafistische Szene zu verhindern. Dabei leistet das Projekt passgenaue und unmittelbare Hilfe. Persönliche Betreuung vor Ort "weisen den Weg". Hilfe bei schulischen Problemen gehört ebenso dazu wie Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche. "Mir ist besonders wichtig, dass das Programm vor Ort umgesetzt wird", erläuterte Jäger.

Peter Jung begrüßte die Einrichtung der Beratungsstelle  ausdrücklich. Auch das Bergische Land sei im Visier derer, die junge Menschen zum radikalen Gedankengut verführen wollten und auch wenn Wuppertal aktuell keinen Anlaufpunkt für Salafisten mehr habe, so machten diese nicht vor Stadtgrenzen halt. Prävention und frühe, maßgeschneiderte Hilfen für junge Menschen seien wichtig, betonte der Oberbürgermeister. Er bat Vermieter oder Verkäufer von Immobilien, besonders vorsichtig zu sein und den Salafisten so keine Gelegenheit zu geben, wieder einen festen Treffpunkt in der Stadt zu errichten. "Wir sind stolz darauf, dass hier Menschen aus 160 unterschiedlichen Ländern friedlich und tolerant zusammen leben. Das soll auch in Zukunft so sein."

Das Projekt "Wegweiser" ist in Wuppertal wie folgt zu erreichen:
Wegweiser im Bergischen Land
Beratungsstelle Wuppertal
Höhne 20
42275 Wuppertal
Telefon: 0202/4785 8913
geschützte E-Mail-Adresse als Grafik

07.04.2015