Stadtarchiv lässt alte Adressbücher digitalisieren

Von links nach rechts: Michael Lorscheid von der Archivberatungsstelle des LVR mit der Festplatte in der Hand, Imke Bellinghausen (Stadtarchiv Wuppertal), Sigrid Born (Born-Verlag), Dr. Claudia Kauertz (Sachgebietsleiterin Archiveratung beim LVR), Deborah Inhanli (Born-Verlag) sowie Thorsten Dette (Stadtarchiv) betrachten eines der alten Original-Adressbücher.
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Fünf Jahrzehnte eingescannt: Was vor mehr als anderthalb Jahren als Buch das Wuppertaler Stadtarchiv verließ, kehrt nun als elektronische Festplatte zurück. Um sie dauerhaft erhalten und nutzen zu können, sind Adressbücher der Stadt Wuppertal aus den Jahren 1950 bis 2000 in einer Spezialeinrichtung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) in Pulheim digitalisiert worden.

Diese Bücher aus der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts stellen eine wichtige Informationsquelle für die historische Forschung dar. Sie enthalten alphabetische Verzeichnisse der Wuppertaler Einwohner, ihre Wohnadressen, Straßen- und Firmenverzeichnisse und viele weitere nützliche Informationen. Bis zum Jahr 2000 gab sie der Wuppertaler Born-Verlag mit jährlich aktualisierten Informationen heraus.

Weil die Adressbücher im Stadtarchiv häufig benutzt werden, waren sie zuletzt stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie sind zudem, genau wie Zeitungspapier, wegen ihres säurehaltigen Papiers nicht alterungsbeständig.

Viele tausend Seiten eingescannt

Um ihren Inhalt auf Dauer zu erhalten, hatte das Stadtarchiv in Abstimmung und mit großzügiger Unterstützung des Born-Verlages die Adressbücher zur Digitalisierung in das Archivberatungs- und Fortbildungszentrum des LVR in Pulheim-Brauweiler gegeben. Ein solches Buch umfasst im Durchschnitt 1000 Seiten. Viele tausend Scans mussten angefertigt werden - eine Arbeit, die mehr als 18 Monate in Anspruch nahm.

Nun haben Vertreter der Pulheimer Einrichtung und des Verlages die externe Festplatte mit den Digitalisaten wieder dem Stadtarchiv übergeben. Aber auch die Originale kehrten "nach Hause" zurück. Bevor die Adressbücher in digitaler Form von den Besuchern benutzt werden können, müssen die Archivare noch die Dateien strukturieren. Ist das geschehen, wandern die Originalbände ins Archivmagazin, wo sie zukünftig ihre Ruhe haben.

 

07.08.2015