Gedenken an ehemaligen Oberbürgermeister Dr. Hans Kremendahl

Foto von Hans Kremendahl mit Blumenschmuck
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Mit einer stimmungsvollen Trauerfeier wurde am 27. Februar im Rathaus des verstorbenen Ex-Oberbürgermeisters Dr. Hans Kremendahl gedacht.

In Anwesenheit der Witwe und der Familie nahmen rund 200 Gäste aus Politik und Gesellschaft Abschied vom ehemaligen Wuppertaler Oberbürgermeister, der am 10. Februar nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren verstorben ist. Für die musikalische Untermalung sorgten Mitglieder der Sinfonieorchesters Wuppertal.

Gastgeber Oberbürgermeister Peter Jung, Dietmar Bell, Landtagsabgeordneter und Wuppertaler SPD-Vorsitzender, sowie Prof. Dr. h.c. Ernst-Andreas Ziegler, sein langjähriger Presseamtleiter, lobten Hans Kremendahl als großartigen Redner, belesenen Intellektuellen und dabei ausgesprochen bescheidenen Menschen.

 

"Nicht für eine politische Karriere in Berlin, sondern für das Amt in seiner Heimatstadt entschied sich Hans Kremendahl und wurde 1996 Wuppertals erster hauptamtlicher Oberbürgermeister. Hier hatte er engen Kontakt zu den Menschen und konnte Vieles direkt anstoßen. Mit seinem Namen sind große Projekte wie der Schwebebahnumbau, der Bau der Bergischen Synagoge, die Einweihung der Gesamtschule Barmen und die Regionale 2006, aus der schließlich auch der Umbau des Döppersbergs hervorging, verbunden", erinnerte Oberbürgermeister Peter Jung an Kremendahls Verdienste für die Stadt.

Oberbürgermeister Peter Jung, Foto: Stefan Fries
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Oberbürgermeister Peter Jung, Foto: Stefan Fries

"Besonders stolz war er auf die Wuppertaler und die Initiative für Demokratie und Toleranz, die beweist, dass so viele Menschen verschiedener Herkunft in Wuppertal harmonisch zusammenleben", so Jung weiter.

Tief getroffen habe ihn die Affäre um die SPD-Wahlkampfspende: "Obwohl er in allen juristischen Verfahren freigesprochen wurde, bedeutete dies für ihn das politische Aus." Aber auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt kehrte Hans Kremendahl Wuppertal nicht den Rücken, engagierte sich bei der AWO, der Wuppertaler Tafel und beim Wuppertaler SV.

Dietmar Bell würdigte Hans Kremendahl als einen Oberbürgermeister, der in herausragender Weise die Stadt repräsentierte. Seine Reden seien inhaltliche Meilensteine gewesen. Bell: "Er war Netzwerker, Gesprächspartner, Mutmacher und Zuhörer."

Ernst-Andreas Ziegler, der als Presseamtsleiter jahrelang mit ihm zusammenarbeitete, beschrieb nicht den Oberbürgermeister oder Politiker, sonden den Menschen Hans Kremendahl: "Aufgewachsen in Cronenberg, wo der Handschlag noch gilt, wollte er eigentlich Landwirt werden. Eine Fernsehdiskussion über die politische Situation und die Lebensverhältnisse in der Sowjetunion hat ihn überezugt, Politikwissenschaften zu studieren." Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan habe ihn einst "einen Felsen in der der Brandung" genannt.

Ziegler: "Das war er - ein Intellektueller und ein Entscheider, der im Vorfeld alle Risiken abwog. Er war ein überzeugender Chef und ein zuverlässiger Freund."

27.02.2015