Population vorerst gesichert: Schlingnatter-Projekt wird 20

Jugendliche aus verschiedenen Ländern arbeiten auf einer Wiese unter der Stromtrasse.
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Verregneter Himmel, matschige Waldwege und mittendrin zahlreiche Menschen: An der Trasse unter den Hochspannungsleitungen im Marscheider Wald trafen sich am Dienstag, 14. Juli, Vertreter des Landes, von Umweltverbänden, Landes-forsteinrichtungen, des Stromtrassenbetreibers, der Stadt Wuppertal - sogar der Staatssekretär des NRW-Umweltministeriums Horst Becker kam.
Ein Projektmitarbeiter hält eine kleine Schlingnatter in seiner Hand.
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Grund hierfür war die Feier zum 20jährigen Bestehen des Schlingnatter-Projekts im Marscheider Wald. "You are doing a great job!" - "Ihr macht einen großartigen Job!": Mit diesen Worten lobte der Staatssekretär die anwesenden 14 Jugendlichen aus aller Welt, die an dem zweiwöchigen Jugendworkcamp noch bis zum 18. Juli teilnehmen.

 

Die Jugendlichen zwischen 16 und 22 Jahren wollen die Trasse so herrichten, dass sich die Schlingnattern dort wohl fühlen. Das Workcamp ist sozusagen ein Geburtstagsgeschenk, ermöglicht durch Fördermittel des Landes-Umweltministeriums, zum Jubiläum des Schlingnatter-Projekts.

 

"Das Workcamp hat zwei Funktionen, den Erhalt des Projektes und das Zusammenkommen der Jugendlichen aus verschiedenen Ländern", betonte Bürgermeisterin Maria Schürmann, "es ist wichtig, dass wir die Schlingnattern schützen und das Projekt weiterhin fördern."

Auch Frank Meyer, Umweltdezernent der Stadt, sieht den kommenden Jahren des Projektes positiv entgegen. Das ökologische Handeln auf der Trasse zahle sich ökonomisch nachhaltig aus. Besonderen Dank sprach Meyer seiner Mitarbeiterin Karin Ricono vom Umweltressort aus. Sie hatte das Schlingnatter-Projekt mit auf die Beine gestellt und leitet es seit 20 Jahren.

Projektmitinitiatorin Karin Ricono vom städtischen Ressort Umweltschutz spricht über das Projekt. Neben ihr stehen Staatssekretär Horst Becker, Bürgermeisterin Maria Schürmann, Umweltdezernent Frank Meyer und Dirk Uther vom Stromtrassenbetreiber Amprion.
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Schlingnatter war fast ausgestorben

Das Wuppertaler Schlingnatter-Projekt und die Arbeitsgemeinschaft, die es organisiert, sind im vorigen Jahr mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis ausgezeichnet worden. Ursprünglich war das Projekt ins Leben gerufen worden, weil in den 90er Jahren Schlingnattern an den Hängen der Wupper fast ausgestorben waren.

Das war Anlass zur Gründung einer Arbeitsgruppe, die sich unter Federführung des städtischen Umweltressorts in enger Kooperation und mit Unterstützung des Leitungsbetreibers Amprion GmbH, des Landesbetriebs Wald und Holz und des örtlichen Ehrenamtes der ökologischen Trassenpflege im Marscheider Wald angenommen hat. Inzwischen ist die Schlingnatter-Population im Osten Wuppertals wieder (vorläufig) gesichert.

 

Damit das Projekt auch in Zukunft erfolgreich bleibt, ist es nach Ansicht aller Teilnehmer der Feier im Wald auch weiterhin auf großes ehrenamtliches Engagement angewiesen. Denn: "Das Forsten ist wie Geschirr spülen - ohne tägliche Pflege geht nichts" verbildlichte es Stephan Schütte vom Landesbetrieb Wald und Holz. Staatssekretär Becker betonte, dass das Land NRW ein verlässlicher Partner des Schlingnatter-Projektes bleiben werde.

 

Als großes Vorbild gehen die 14 jungen Menschen voran, die sich für das Workcamp in Wuppertal gemeldet haben. Sie befreien die Flächen unter den Hochspannungsmasten von Farn, schneiden Gehölze, bauen Totholzstapel für die Schlingnattern. Unterstützt werden sie von Mitarbeitern und Auszubildenden des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft und des Waldpädagogischen Zentrums Burgholz.

15.07.2015