Tanztheater: Neues Stück zur neuen Saison

Szene aus der Produktion "Vollmond"
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Ein Abend mit gleich drei neuen Stücken, sieben Produktionen in Wuppertal und Gastspiele rund um den Globus: Das bietet das Tanztheater in der kommenden Spielzeit.
Die Spielzeit 2015/16 seht für den Beginn einer vom Ensemble des Tanztheaters Wuppertal initiierten Weiterentwicklung. "Gemeinsam mit dem Land haben wir uns auf den Weg gemacht, ein Konzept zu erarbeiten, wie das Erbe von Pina Bausch bewahrt und gleichzeitig die Zukunft des Tanzes in Wuppertal entwickelt werden kann", erklärt Oberbürgermeister Peter Jung. "Mit Stefan Hilterhaus von PACT Zollverein konnte ein renommierter Tanz-Experte gewonnen werden, der gemeinsam mit dem Ensemble ein Zukunfts-Konzept für die Zeit nach 2015 entworfen hat. Denn der Tanz soll weiter eine Heimat in Wuppertal haben - und das auch räumlich: Mit einem Pina-Bausch-Zentrum im Herzen unserer Stadt."

Neue Stücke 2015

Das Pina Bausch Zentrum zähle zu den 13 Schlüsselprojekten innerhalb des Strategieprozesses Wuppertal 2025, so Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig. Dass es nun Mittel aus Berlin und Düsseldorf gebe, zeige, dass es sich um ein "nationales Kulturerbe" handele. Für die Spielzeit 2015/16 hat das Tanztheater drei Choreographen eingeladen, mit den Tänzern des Ensembles zu arbeiten und die Stücke im Rahmen eines dreiteiligen Abends zur Spielzeiteröffnung im September zu präsentieren. Damit zeige das Tanztheater, "dass es bereit und in der Lage ist, die Bewahrung des Erbes von Pina Bausch zu verbinden mit der Öffnung für neue Ideen und Konzepte", erklärt Slawig.
Bei der Auswahl der Choreographen für diese erste Serie neuer Stücke beratend tätig waren Alistair Spalding, Generaldirektor und Künstlerischer Leiter des Sadler's Wells Theaters in London, mit dem das Tanztheater Wuppertal eine langjährige Gastspielpartnerschaft verbindet, Myriam De Clopper, Künstlerische Leiterin des deSingel in Antwerpen, ebenfalls Gastspielpartner des Tanztheaters seit 1991, und Stefan Hilterhaus. Als "Ehre und Privileg" bezeichnete Alistair Spalding die Herausforderung, dieses neue gemischte Programm für die kommende Spielzeit entwickeln zu dürfen. "Mit der Teilung dieses Abends wollten wir den Tänzern ermöglichen, verschiedene Erfahrungen mit kreativen Prozessen zu machen. Die Künstler, die wir ausgewählt haben, kommen aus ganz unterschiedlichen Kontexten, bringen ganz unterschiedliche Erfahrungen mit und werden auch ihre ganz spezifischen eigenen Ansätze in den Prozess einbringen."

Die Choreographen

Tim Etchells, Cecilia Bengolea & Franҫois Chaignaud und Theo Clinkhard werden den dreiteiligen Abend gestalten:

Tim Etchells, Schriftsteller, Regisseur und Performer aus Großbritannien, Künstlerischer Leiter der international bekannten Performance-Gruppe Forced Entertainment, ist fasziniert von Sprachregeln und -Systemen und arbeitet mit Performern ausgehend von Texten, die im Laufe des Prozesses entstehen.

Cecilia Bengolea und Franҫois Chaignaud arbeiten seit 2005 zusammen und gründeten 2008 eine Companie. Sie schöpfen aus der Differenz. Cecilia Bengolea aus Argentinien verbindet Elemente der Clubkultur wie Twerking und Dubsteps mit Einflüssen jamaikanischer Tanzhallen. Franҫois Chaignaud aus Frankreich, klassisch ausgebildeter Tänzer, geht aus von historischen Referenzen und setzt den Fokus auf vokale Polyphonien.

Theo Clinkhard aus Großbritannien hat bis zur Gründung seiner eigenen Company 2012 mit vielen Ensembles gearbeitet, im Rahmen eines Workshops in Wuppertal auch mit den Tänzern des Tanztheaters. Er interessiert sich für das kommunikative Potential des Körpers und die Art und Weise, wie Tanz Empathie zwischen den Tänzern untereinander oder zwischen Publikum und Tänzern sichtbar machen kann.

Höhepunkte 2015/16

Neben dem neuen Abend präsentiert das Tanztheater in der kommenden Spielzeit zehn verschiedene Stücke von Pina Bausch, davon sieben in Wuppertal, und bestreitet Gastspiele in St. Pölten, Antwerpen, Monaco, London, Adelaide, Paris, Amsterdam und zum ersten Mal in Luxemburg und Wellington. Höhepunkte der Spielzeit sind das Open Air Gastspiel in den Arènes de Nîmes mit Café Müller und Sacre, mit dem Orchester des Siècles unter der Leitung von Xavier Roth und die erste Neueinstudierung eines der neueren Stücke von Pina Bausch durch ein anderes Ensemble unter Leitung von Tänzern des Tanztheaters. Das Bayerische Staatsballet in München wird "Für die Kinder von gestern, heute und morgen" aus dem Jahr 2002 in sein Repertoire aufnehmen, ein Projekt der Pina Bausch Foundation in enger Zusammenarbeit mit dem Tanztheater Wuppertal.
Lutz Förster, Künstlerischer Leiter des Tanztheaters, betont, wie wichtig dieser Schritt auch für die Zukunft des Tanztheaters sei. "Wir sind sehr gespannt und freuen uns, dass dieses schon zu Lebzeiten von Pina Bausch angedachte Projekt jetzt umgesetzt werden kann und sich daraus auch in Zusammenarbeit mit der Pina Bausch Foundation neue Herausforderungen und Aufgaben für das Tanztheater eröffnen."

Sechs neue Tänzer

Sechs neue Tänzer werden sich dem Ensemble des Tanztheaters kommende Spielzeit anschließen: Aus Canada/Schweden Emma Barrowman, zuletzt Bayerisches Staatsballett München; aus Australien Michael Carter, zuletzt Ensemblemitglied der Compañia Nacional de Danza in Madrid; aus Amerika Jonathan Fredrickson, zuletzt Hubbard Street Dance Chicago, und drei Absolventen der Folkwang-Universität der Künste, Blanca Noguerol Ramírez aus Spanien, Julian Stierle aus Deutschland und Tsai-Wei Tien aus Taiwan.

Rückblick

Insgesamt 99.921 Besucher hatte das Tanztheater Wuppertal in der vergangenen Spielzeit ohne die noch anstehenden Aufführungsserien im Juni in Wuppertal und ohne das Gastspiel von UNDERGROUND III in Münster: 16.255 Zuschauer in Wuppertal, 83.096 im Rahmen von Gastspielen und 570 für das Projekt UNDERGROUND III von und mit Tänzern des Tanztheaters und Gästen im Parkhaus am Wicküler Park.
09.06.2015
 
 

Infos

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