Abbruch der Schrottimmobilie Nützenberger Straße 190 beginnt

Das Foto zeigt das marode Haus in der Nützenberger Straße, die Fassade ist zum Schutz vor eventuell herabfallenden Teilen eingehüllt.
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Der geplante Abbruch der Schrottimmobilie Nützenberger Straße 190 rückt näher. Die Fachfirma hat nun ihre Planungen bekanntgegeben. So wird ab Montag, 5. Oktober, eine halbseitige Sperrung der Straße in Fahrtrichtung Westen eingerichtet. Die umfasst die Länge des Hauses selbst sowie etwa zwei Häuser davor und danach.

Ab Dienstag, 6. Oktober, beginnt die Firma mit der Entkernung, das heißt, per Hand werden der lose Schutt ausgeräumt und verschiedene Materialien vorsortiert. Dafür benötigt die Firma nach eigenem Ermessen etwa acht Tage.

In etwa zwei bis drei Wochen kommt es dann für den eigentlichen Abbruch zur unvermeidlichen Vollsperrung der Nützenberger Straße für etwa eine Woche. Den genauen Zeitraum sowie alle Folgen für den Verkehr und die Anwohner gibt die Stadt noch gesondert bekannt.

Während der halbseitigen Sperrung regeln Baustellenampeln den Verkehr. Fußgänger können immer - auch während der Vollsperrung - in einem abgesicherten Bereich auf der gegenüberliegenden Seite passieren.

Abbruch wird aufwändig und teuer

Das völlig marode viergeschossige Gründerzeithaus mit einem Hinterhaus in ebenso desolatem Zustand steht direkt an der Straße und hat beiderseits direkt angebaute Nachbargebäude. Innen ist das Treppenhaus eingestürzt. Decken und Wände sind nicht mehr tragfähig. Ein von der Stadt beauftragter Gutachter hat bescheinigt, dass das Haus Herbst und Winter mit Sturm, Regen und Schnee wahrscheinlich nicht mehr überstehen würde. Mehrfach war auch bereits die Feuerwehr am Gebäude im Einsatz.

Der Abbruch wird teuer: Vor Beginn sind umfangreiche Sicherungsmaßnahmen des Gebäudes selber und der Nachbarhäuser durch Innengerüste und Stahlanker notwendig. Sonst würde alles unkontrolliert zusammenfallen. Dach und Giebel müssen aufwändig von Hand abgetragen, die Etagen Stockwerk für Stockwerk geräumt und abgebrochen werden - wobei die Wände zu den Nachbargebäuden erhalten bleiben müssen.

"Das ist statisch eine echte Filigranarbeit", erklärt Baudezernent Frank Meyer, "schweres Abbruchgerät kann erst in einer späteren Phase zum Einsatz kommen. Daher wird die gesamte Aktion auch mehrere Wochen dauern."

Auf den Kosten im sechsstelligen Bereich wird die Stadt, wie bei diversen anderen Schrott-Immobilien, wohl sitzen bleiben. Die ehemaligen Eigentümergesellschaften der Immobilie waren insolvent und existieren nicht mehr. Auf dem Grundstück liegen Schulden, die seinen Wert übersteigen. Eine Neubebauung wird schwierig.

01.10.2015