Welt-Aids-Tag mit Schwebebahn-Aktion

Auch in Wuppertal gibt es anlässlich des Welt-Aids-Tages am Donnerstag, 1. Dezember, wieder viele Aktionen - unter anderem in der Schwebebahn. Oberbürgermeister Andreas Mucke ist mit von der Partie.
"Das Thema ist zwar nicht mehr neu, aber erledigt hat es sich noch längst nicht", sagte Mucke bei einer Pressekonferenz im Rathaus. Deshalb sei es für ihn auch so wichtig, wieder selbst am Aktionstag teilzunehmen. Zusammen mit Fachkräften und Ehrenamtlichen der Aids-Arbeit fährt er mit der Schwebebahn einmal quer durch die Stadt. Ihr gemeinsames Ziel: informieren und Bewusstsein schaffen. "Es ist wichtig, dass wir bei diesem Thema Flagge zeigen und den Aktionstag nutzen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen", erklärt Mucke.

Frühe Diagnose ist entscheidend

Organisiert werden diese und weitere Aktionen vom Arbeitskreis Welt-Aids-Tag. Der Arbeitskreis blickt in diesen Tagen zurück auf 30 Jahre Aids-Arbeit in Wuppertal. In all den Jahren hat sich viel verändert. Die Zeit der großen Hilflosigkeit der ersten Jahre ist guten Behandlungsmöglichkeiten von HIV und Aids gewichen.

"Wenn Menschen früh diagnostiziert und rechtzeitig medikamentös behandelt werden, ist es ihnen heute möglich, gut mit ihrer HIV-Infektion zu leben," informiert Daniel Viebach von der Aids-Hilfe Wuppertal. Medikamente ermöglichen mittlerweile eine annähernd normale Lebenserwartung. Dennoch gibt es auch nach wie vor die Situation, dass jemand nicht von seiner eigenen Infektion weiß oder eventuell erst in einem späteren Stadium davon erfährt. Je später die Infektion jedoch erkannt wird, desto mehr sinken die Aussichten auf ein gutes Weiterleben. So kommt es dazu, dass auch heute weiterhin Menschen an Aids sterben können. Eine frühe Diagnostik ermöglicht einen früheren Zugang zur Therapie.

Fortschritt durch intensive Forschung

Die medizinischen Fortschritte der vergangenen Jahre sind immens. Die Schutzmöglichkeiten vor einer HIV-Übertragung und vor der Erkrankung an Aids konnten wesentlich ausgeweitet werden. Gab es in den 80er-Jahren lediglich das Kondom zur Infektionsverhütung, so sind mittlerweile verschiedene medikamentöse Schutzmöglichkeiten hinzugekommen.

Für HIV-Positive von besonderer Bedeutung ist der Schutz durch Therapie. Durch regelmäßige Medikamenteneinnahme wird die Vermehrung des Virus verhindert und die Viruslast im Blut sinkt unter die Nachweisgrenze "Ohne weitere Infektionen ist eine sexuelle Übertragung dann praktisch ausgeschlossen," erklärt Karin Hoeltz, Aids- und STI-Koordinatorin vom Gesundheitsamt Wuppertal. Weltweit ist bisher nur ein Fall wissenschaftlich dokumentiert, in dem HIV trotz wirksamer Therapie übertragen worden ist, so die Deutsche Aids-Hilfe. Auch dieser Fall ist nicht zweifelsfrei erwiesen.

Diskriminierung immer noch ein großes Problem

HIV-Negative können ihr Risiko durch die vorsorgliche Einnahme von (HIV-)Medikamenten als Präexpositionsprophylaxe (PrEP) senken. Außerdem ermöglicht die kurzfristige Einnahme einer HIV-Kombinationstherapie nach einer relevanten Risikosituation als Postexpositionsprophylaxe (PEP), dass das Ansteckungsrisiko gesenkt wird.

Trotz dieser umfangreichen medizinischen und therapeutischen Verbesserungen sowie der faktische Unmöglichkeit, sich im normalen sozialen Kontakt anzustecken, halten sich die Vorbehalte gegenüber HIV-positiven Menschen aufrecht. Der Arbeitskreis möchte deshalb den Welt-Aids-Tag zum Anlass nehmen, darauf hinzuweisen, dass es vor allem Stigmatisierungserfahrungen sind, die verhindern, dass HIV-Infizierte ein annähernd normales Leben führen können. Er tritt deshalb für einen informativen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema HIV und eine vorurteilsfreie Begegnung mit Menschen mit HIV und Aids ein. Für ausführlichere Informationen zu allen genannten Themen bieten die Mitarbeiter der Aids-Hilfe Wuppertal und des Gesundheitsamtes Beratung an.

28.11.2016
 

Aids-Hilfe

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