Bergischer Verwaltungsvorstand tagte in Lennep

Die Mitglieder der Bergischen Verwaltungsvorstände sitzen und stehen für ein Foto im Röntgen-Museum
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Strukturierter Informationsaustausch, Abstimmung zu gemeinsamen Themen und die Stärkung der bergischen Kooperation stehen auf der Agenda, wenn die Verwaltungsvorstände aus Remscheid, Solingen und Wuppertal im halbjährlichen Turnus bei einer gemeinsamen Sitzung des Bergischen Verwaltungsvorstandes aufeinandertreffen.

So auch beim dritten Arbeitstreffen der drei Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Tim Kurzbach und Andreas Mucke gemeinsam mit ihren Beigeordneten und Leitungsverantwortlichen am gestrigen Vormittag (8. Mai.) im Herzen der Lenneper Altstadt.

Nach den zurückliegenden Sitzungen im vorigen Jahr, die in Haus Müngsten und im Wuppertaler Rathaus stattgefunden hatten, diente diesmal das Deutsche Röntgen-Museum in Remscheid als Tagungsort.

Gerne nutzte der Bergische Verwaltungsvorstand zunächst die Gelegenheit, sich bei einem Impulsvortrag von Museumsleiter Dr. Uwe Busch zu Konzept und Entwicklung des Museums zu informieren.

Anschließend ging es für zweieinhalb Stunden unter der Leitung von Oberbürgermeister Burkhard Mast- Weisz in eine Tagesordnung mit zahlreichen bergischen Themen, zu denen gleich zu Beginn die Berichte über die aktuelle Situation und die prognostizierte Entwicklung der kommunalen Haushalte im Bergischen gehörten.

Als weiteres Thema des Bergischen Vorstandes wurde das weitere Verfahren bei der Einwerbung von Fördermitteln aus den Regionalen 2022 und 2025 besprochen. Hierbei ging es um die Frage, auf welche Weise die bergischen Großstädte gemeinsam mit der Bergischen Universität und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie den Bewerbungsprozess gestalten und begleiten können, um für das Bergische alle Fördermöglichkeiten der Regionale auszuschöpfen. Denn nachdem die gemeinsame Bewerbung um Mittel aus dem Strukturförderungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen zu Beginn des Jahres keinen Zuschlag erhalten hatte, hoffen die Stadtspitzen nun auf die Förderung von Einzelprojekten zugunsten der Region - so, wie von der Landesregierung auf Empfehlung der Fachjury in Aussicht gestellt.

Dass die Müngstener Brücke zum Weltkulturerbe erklärt wird, ist nach wie vor gemeinsamer Wunsch im Bergischen Städtedreieck. Mit einer Bewerbung im Jahr 2012 war man vorerst gescheitert. Mit einem neuerlichen Anlauf will das Bergische Städtedreieck die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands nun gemeinsam mit vier bauähnlichen Brücken in Portugal, Frankreich und Italien unter der Federführung der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft ins Rennen schicken. Als sogenanntes serielles Kulturerbe soll sie es auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes schaffen. Überlegt wird jetzt, zur Abstimmung erster Bewerbungsschritte zu einem internationalen Kongress als gemeinsame Veranstaltung der drei bergischen Städte einzuladen.

Insgesamt nahmen die Überlegungen zum Ausbau der bergischen Zusammenarbeit breiten Raum beim heutigen Treffen der Bergischen Verwaltungsspitzen ein. In welchen Bereichen lässt sich in interkommunaler Zusammenarbeit gemeinsame Leistung erbringen und hierdurch Synergien freisetzen oder Kräfte bündeln? Was sind weitere mögliche Handlungsfelder für die bergische Zusammenarbeit? Und wo sind der interkommunalen Zusammenarbeit - so beispielsweise durch die Besteuerung von nicht hoheitlichen Leistungen - auch Grenzen gesetzt? So wurde unter anderem vereinbart, dass sich die Fachverantwortlichen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements in den Personalverwaltungen zu einem Erfahrungsaustausch treffen, um miteinander über die innerbetriebliche Gesundheitsförderung ins Gespräch zu kommen.

Man werde auch in Zukunft weitere Potentiale der bergischen Kooperation ausloten und im gemeinsamen Interesse um die Menschen im bergischen Städtedreieck für eine part-nerschaftlichen Zusammenarbeit einstehen, so die einhellige Meinung der drei Stadtoberhäupter Burkhard Mast-Weisz, Tim Kurzbach und Andreas Mucke.

09.05.2017