200 Jahre Marx im Historischen Zentrum

Historisches Zentrum mit Engelshaus
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In diesen Tagen würde Karl Marx 200 Jahre alt. Das wird nicht nur in seiner Geburtsstadt Trier, sondern auch in Wuppertal gefeiert: Das Historische Zentrum hat aus diesem Anlass am Sonntag, 6. Mai, ein spezielles Programm zusammengestellt - zum Sehen und Hören.

Hörstück als Collage

Los geht es um 11 Uhr mit "RIOT", einem Hörstück von Christoph Korn. Darin hat der Autor Friedrich Engels' "Die Lage der arbeitenden Klasse in England", Denis Diderots "Encyclopedie" und Textfragmenten aus Frantz Fanons "Die Verdammten dieser Erde" verarbeitet. Die Collage vereint die Erzählformen Popsong, literarischer Text, Gedicht, O-Ton und Archivdokument. Auf diese Weise werden die Engels-Texte über das Proletariat von Manchester in Beziehung zu den Elberfelder Ereignissen gesetzt. Die Produktion des SWR wurde durch die Film- und Medienstiftung NRW gefördert und vom Bandwirkermuseum Ronsdorf unterstützt. Eine Diskussion schließt sich an.

Marx und Engels in Briefen

Um 13 Uhr heißt es: "Wir zwei betreiben ein Compagniegeschäft". In der Lesung geht es um Karl Marx und Friedrich Engels, ihre Charaktere und ihre Freundschaft in Briefen und Erinnerungen von Zeitgenossen. Die Freundschaft der beiden ungleichen Partner hatte viele Aspekte: ihre ganz gegensätzlichen Arbeitsweisen, die völlig unterschiedliche ökonomische Lage und die große Hilfsbereitschaft von Engels, der fachliche Austausch, die gegenseitigen Impulse bei der Entstehung ihrer Werke, die familiären Sorgen und Ärgernisse. Der Briefwechsel spiegelt eine ungewöhnliche Freundschaft zwei Rheinländer, die die Welt verändern wollten und veränderten. Es lesen Andreas Mucke (als Karl Marx), Hans Werner Otto (als Friedrich Engels) und Reiner Rhefus.

Von einem Rheinländer

Am Nachmittag geht es mit einem Vortrag weiter: Um 15 Uhr erklärt Heike Ising-Alms, was es mit der Chiffre "Von einem Rheinländer" auf sich hat. Im Mittelpunkt stehen Karl Marx, die Rheinische Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe und die Zensur in Preußen. Unter der Chiffre "Von einem Rheinländer" griff Marx im April 1842 in der Rheinischen Zeitung das Thema Pressefreiheit auf. In seiner Analyse kam er zu dem Schluss, dass die Pressefreiheit historisch notwendig, die ständische Vertretung in Preußen indes unfähig sei, den politischen Erfordernissen der Zeit nachzukommen. Die Rheinische Zeitung galt als "Sammelplatz aller oppositionellen Elemente, die "mit den verschiedensten Waffen kämpfend, bald ernsthaft, bald scherzend, bald gelehrt, bald volkstümlich, heute in Prosa, morgen in Versen, eine Phalanx, gegen die Censur und Polizei vergebens ankämpften."
03.05.2018