27.03.2015: Trauer und Dankbarkeit

Oberbürgermeister Jung
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Liebe Wuppertalerinnen und Wuppertaler,

in diesen Tagen stehen wir angesichts des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen fassungslos und traurig vor der schrecklichen Erkenntnis, wie unerwartet der Tod in unser Leben tritt und von einem auf den anderen Moment für erschütternd viele Familien und Freunde nichts mehr so ist, wie es eben noch war. Ich bin angesichts der fürchterlichen Bilder und Gewissheiten, die wir nun erfahren müssen, unendlich traurig und im Gedanken bei den Opfern dieser Katastrophe, die auch Menschen aus unserer Stadt aus dem Leben gerissen hat, und bei allen ihnen Nahestehenden, denen ich Kraft und Beistand in der schweren Zeit der Trauer wünsche.
Liebe Wuppertalerinnen und Wuppertaler, ein anderes Thema, bei dem das Leben und der Tod in ganz anderer Weise im Vordergrund stehen und bei dem es um ein würdevolles Abschiednehmen voneinander geht, hat uns aktuell auf positive Weise beschäftigt: Das Kinder- und Jugendhospiz im Burgholz wurde am vergangenen Wochenende eröffnet!
Ich freue mich außerordentlich über diese Einrichtung, die für Wuppertal und das Bergische Städtedreieck sehr wichtig ist und deren Hospizplätze, Möglichkeiten zur Kurzzeitpflege und für Angehörige dringend gebraucht werden: In Deutschland leben geschätzt 22.500 Kinder und Jugendliche mit lebenszeitverkürzenden Erkrankungen, an denen etwa 5.000 von ihnen jährlich sterben. Für die betroffenen Familien ist eine solche Diagnose mit tiefen, ja dramatischen Einschnitten in ihr Leben verbunden, die allen Familienmitgliedern enorme Kraft abverlangen und sie sehr häufig an die Grenzen der körperlichen und seelischen Belastbarkeit führen. Für diese Familien ist das Hospiz im Burgholz eingerichtet worden: Es soll für die Kinder trotz ihrer schwersten Erkrankungen und des nahenden Todes ein Ort sein, an denen sie Momente des Glücks und der Freude erleben können, an dem ihre Eltern entlastet werden und Unterstützung erfahren und an dem ihre Geschwisterkinder sich am gemeinsamen Familienleben erfreuen können.
Dass das Kinder- und Jugendhospiz Wirklichkeit werden konnte, ist vielen engagierten Köpfen und Händen zu verdanken: so sei hier der Bethe-Stiftung, der Caritas Wuppertal-Solingen und der Diakonie Wuppertal als Träger der Kinderhospiz-Stiftung Bergisches Land für ihren Einsatz ebenso gedankt, wie vielen weiteren Beteiligten in den unterschiedlichsten Institutionen.
Ganz besonders dankbar bin ich auch Ihnen und stolz auf Sie, die Wuppertalerinnen und Wuppertaler, die großzügigen Spenderinnen und Spender, die das Kinder- und Jugendhospiz erst möglich gemacht haben! Ich hoffe und bin zuversichtlich, dass diese Unterstützungsbereitschaft noch weiter andauert und freue mich mit der Kinderhospiz-Stiftung über jeden weiteren Spendeneuro, der unmittelbar Gutes bringt, weil er dem nun anlaufenden Betrieb direkt zugutekommt!
Liebe Wuppertalerinnen und Wuppertaler, wenn ich diese Zeilen geschrieben habe, werde ich für einige Tage in den Osterurlaub fahren und wünsche auch Ihnen eine schöne, frühlingshafte Zeit und ein frohes Osterfest!

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich

Ihr

 

Peter Jung

 
 

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