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Wuppertal / Rathaus & Bürgerservice

Sanierung der Deponie Kemna in Beyenburg

Die in Wuppertal-Beyenburg gelegene Deponie Kemna (im Volksmund auch ‚Kippe Kemna’ genannt) ist in den 50er Jahren innerhalb eines offenen Grauwacken-Steinbruchs angelegt worden. Im Zeitraum von ca. 1953 bis 1974 erfolgte auf einer Fläche von ca. 7,9 ha die Ablagerung von etwa 1,5 Mio. Kubikmeter Siedlungsabfall, Bodenaushub, Bauschutt sowie Industrie- und Gewerbeabfall. Die Deponie verfügt weder über eine Basisabdichtung noch über eine Oberflächenabdichtung.

Sickerwasser

Im Auftrag des Umweltressorts durchgeführte Untersuchungen haben ergeben, dass das Deponiesickerwasser deutlich mit Schadstoffen belastet ist und ein Austrag von Schadstoffen in das Grundwasser stattfindet. Im Rahmen einer Sanierungsuntersuchung wurde eine Sickerwasser-Prognose nach den bodenschutzrechtlichen Vorgaben erstellt und die Verminderung der Niederschlagsversickerung in den Deponiekörper als notwendige Maßnahme für den Grundwasserschutz ermittelt.

Abdichtungsarbeiten

Mit dem Ziel einer Verringerung des Schadstoffaustrags wurde das Plateau der Deponie (ca. 2,4 ha) im Zeitraum von Juli 2010 bis November 2011 abgedichtet. Das auf dem Abdichtungssystem gesammelte Niederschlagswasser fließt jetzt in den Herbringhauser Bach.

Detailplan der Abdichtungsflächen

Das Abdichtungssystem besteht aus Kunststoff-Dichtungsbahnen (KDB) die auf einem profilierten und glatt geschobenen Erdplanum wasserdicht miteinander verschweißt wurden. Auf der KDB wurden für den kontrollierten Wasserabgang Drainagematten verlegt. Etwa 48.000 Kubikmeter Rekultivierungsboden in einer mittleren Dicke von 2 m überdecken das Abdichtungssystem.

Deponiegas

Der Abfallkörper produziert weiterhin Deponiegas. Zeitweise ist das Deponiegas von dem nahe gelegenen Tapetenhersteller Erfurt energetisch verwertet worden. Die mittlerweile auf ca. 10 bis 30 Vol.-% abgesunkenen Methangehalte sind jedoch energetisch nicht mehr verwertbar und werden seit Ende der 90er Jahre unter städtischer Regie im Rahmen einer kontrollierten Deponieausgasung abgesaugt und über einen Biofilter geführt. Im Zuge der Oberflächenabdichtung ist die Gas-Absauganlage erneuert worden.

Artenschutz

Im Jahr 2008 wurde ein Landschaftspflegerischer Begleitplan sowie ein Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag für die damals noch anstehende Deponiesanierung erarbeitet - Vorkommen von streng geschützten Schlingnattern konnten festgestellt werden - . Diese wurden dann in 2009 zusammen mit Ringelnattern und Blindschleichen unter fachmännischer Regie angesammelt und in ein extra dafür angelegtes Ausweichquartier gebracht. Die Umsiedlung der Tiere zurück auf das Deponieplateau fand in 2013 und 2014 statt. Einzelheiten hierzu finden Sie unter dem Link auf der rechten Seite. Auf dem Deponieplateau ehemals vorhandene Feuchtstellen wurden durch ein Amphibienlaichgewässer ersetzt, welches im Rahmen der Abdichtungsarbeiten angelegt wurde.

Neu angelegtes Amphibienlaichgewässer (2011)

Arbeitsschritte

In einem ersten Schritt erfolgte im Januar 2010 das Fällen und Roden des bewaldeten Plateauabschnitts. Die Bodenarbeiten auf dem Deponieplateau haben im Juli 2010 begonnen und dauerten bis November 2011.

In weiteren Arbeitsschritten ist das Deponieplateau profiliert und das Planum für die Dichtungsbahnen hergestellt worden. Eine Entwässerungsleitung zum Herbringhauser Bach ist ebenfalls hergestellt worden. Mit dem Aufbringen der Dichtungsbahnen und des Rekultivierungsbodens wurde im April 2011 begonnen.

Profilieren der Deponieoberfläche
Verlegen von Kunststoffdichtungsbahnen und Entwässerungsmatten
Lieferung und Einbau von Rekultivierungsboden

Einschränkungen für Wanderer und Radfahrer

Aufgrund der sehr engen Baustellenzufahrt war die Wanderwegkreuzung im Bereich der Kemnabrücke aus Sicherheitsgründen bis November 2011 werktags ganztägig gesperrt. Die notwendigen Umgehungshinweise sind in Kemna, Laaken und Beyenburg auf Hinweisschildern angebracht worden.

Arbeitsschutz

Der eigentliche Müllkörper ist in der Regel mehrere Meter mit Bodenaushub überdeckt. Dennoch konnte insbesondere bei der Geländeprofilierung ein Kontakt mit Hausmüll entstehen. Sämtliche Arbeiten erfolgten deshalb nach einem Arbeits- und Sicherheitsplan. Weiterhin wurden die berufsgenossenschaftlichen Regeln "Arbeiten in kontaminierten Bereichen" angewendet und eine Einteilung in Schwarz-Weiß-Bereiche durchgeführt.

Laichgewässer im Juni 2015

Gebietsentwicklung

Die Aufforstung der Südspitze des Deponieplateaus (ca. 1 ha) fand im Jahr 2012 statt. Das restliche, der spontanen Vegetation überlassene Deponieplateau wurde mit günstigen Habitatbedingungen für Reptilien (Steinschüttungen, Totholzhaufwerke, besonnte Freiflächen) gestaltet und hat sich als strukturreiche Offenfläche entwickelt.

Rekultivierungsziele
Herr Hubert Leonard Nobis
Abteilungsleiter

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