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Wuppertal / Rathaus & Bürgerservice

Lokale Klimaschutzkonferenz 2010 - Einleitung, 1., 2.

Freitag, den 23. April 2010 hatte der technische Beigeordnete der Stadt Wuppertal, Frank Meyer, Leiter des Geschäftsbereichs Stadtentwicklung, Bauen, Verkehr, Um-welt, zur „Lokalen Klimaschutzkonferenz Wuppertal“ ins Rathaus der Stadt eingeladen. Rund 90 Gäste nahmen teil, darunter Mitglieder des Rates der Stadt Wuppertal, Wuppertaler Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung, von Unternehmen und Unternehmensverbänden, Wirtschaftsver-bänden, wissenschaftlichen Institutionen, im Umwelt- und Klimaschutz engagierten Vereinen, Vertreter benachbarter Kommunen und Wuppertaler Bürgerinnen und Bürger. Sie waren gekommen um miteinander und mit Fachleuten und Entscheidungsträgern Strategien und konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz in Wuppertal zu diskutieren.

Andreas Hübner, Ingenieursgesellschaft Gertec

Wuppertal ist Mitglied im Städtenetzwerk „Klima-Bündnis e. V.“ und beteiligt sich am Qualitätsmanagementsystem für kommunale Energieeffizienz „European Energy Award“ (EEA). Wuppertals EEA-Fachberater, Andreas Hübner von der Ingenieurgesellschaft Gertec, hatte die Konferenz mit der Stadt und Stadtwerken konzeptionell vorbereitet und übernahm die Moderation. Dr. Dag Schulze, Leiter des Fachbereichs Energie in der europäischen Geschäftsstelle des Klima-Bündnis e. V. übernahm den Einführungsvortrag.

 

Die rege Beteiligung an der Konferenz zeigte die Bereitschaft, sich mit dem Thema Klimaschutz auseinander zu setzen. Dennoch bejahte niemand der Anwesenden die Frage des Moderators zu Beginn der Plenarvorträge, wer daran glaube, dass das Ziel, die Erderwärmung auf 2°C zu beschränken, eingehalten werden könne.

 

Die Plenarvorträge behandelten die Entwicklung von Klimaschutz-Strategien von Kommunen innerhalb des Internationalen Klimabündnisses und Klimaschutzmaßnahmen, Erfolge und Handlungsbedarf zum Klimaschutz in Wuppertal.

 

In vier Workshops diskutierten jeweils zwischen 16 und 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach fachlichen Einführungsvorträgen zum Teil kontrovers Ideen und Vorschläge zum Klimaschutz in Wuppertal:

 

  • Mobilität in Wuppertal klimaschonend entwickeln,
  • Finanzierungsmittel für Klimaschutz im Gebäudebestand und für erneuerbare Energien mobilisieren,
  • Klimaschutz in der Wohnungswirtschaft und im privaten Gebäudebestand verstärkt umsetzen,
  • Klimaschutz in Gewerbe, Handel, Dienstleistungen voran bringen.
Frank Meyer, Stadt Wuppertal, Geschäftsbereichsleiter

1. Begrüßung und Ziele der Konferenz

Frank Meyer begrüßte die Gäste. Er hob die Ziele der Klimaschutzkonferenz hervor:

  • aus den „Amtsstuben“ heraus zu gehen und mit Bürgerinnen und Bürgern
    über Klimaschutzstrategien zu diskutieren,
  • die bereits gut entwickelte aber noch verbesserungsfähige Vernetzung aktiver Akteure im Klimaschutz zu fördern,
  • Ideen und Projekte für den Klimaschutz in Wuppertal zu entwickeln und nach der Konferenz weiter zu verfolgen.

 

Gerade wegen der angespannten finanziellen Lage der Stadt könne es keine „Denkverbote“ geben. Er forderte dazu auf, in den Workshops kreativ an das Thema heranzugehen. Gebündelte Kreativität, intelligente Vorschläge, Aktionen und Kooperation bringen den Klimaschutz weiter voran.

Dr. Dag Schulze, Internationale Klimabündnis, Geschäftsführer

2.1 Einführung - Visionen und Chancen für den Klimaschutz in Kommunen

Dr. Schulze (Klima-Bündnis e. V.) eröffnete die Vorträge des Plenums. Das Klima-Bündnis vertritt 1.500 Kommunen mit rund 50 Mio. Einwohnern in 17 Staaten Europas.

 

Dr. Schulze umriss die Chancen eines zweiten Solarzeitalters, dessen Ziel unter anderem sei, die Kohlendioxid-Emissionen pro Einwohner auf ein nachhaltiges und gerechtes Niveau von 2,5 t CO2-Äquivalent pro Einwohner zu bringen. Endliche fossile Ressourcen und der Klimawandel erfordern, die Energieeffizienz massiv zu steigern und erneuerbare Energien bis zu einer 100 %igen Versorgung auszubauen. Die Kommunen können Klimaschutz in vielen Bereichen beeinflussen: als Verbraucher von Energie in eigenen Gebäuden, als Beschaffer von Büro- und anderen Geräten und Verbrauchsmaterial, Betreiber von Fuhrparks, als Vorbild, als Energie- und Wasserversorger, Dienstleister für Energieeffizienz und den öffentlichen Nahverkehr, als Verantwortliche für die Siedlungs- und Verkehrsplanung, als Berater und Promotor, z. B. durch Solarkataster, Aktionen, Kampagnen und Wettbewerbe. Die Vorteile des kommunalen Klimaschutzes sind sinkende Kosten für Energienutzer, weniger Lärm und bessere Luft in den Städten, Erhalt lokaler Arbeitsplätze und verstärkte regionale Wertschöpfung.

Cordula Brendel, Stadt Wuppertal, Klimaschutzbeauftragte

2.2 Einführung - Energieeffizienz und Klimaschutz in Wuppertal - Ziele, Erreichtes, Entwicklungen und Angebote für mehr Klimaschutz

Seit dem Beitritt zum Internationalen Klimabündnis 1991 verfolgt Wuppertal auch das Nachhaltigkeitsziel von langfristig 2,5 t CO2 pro Einwohner und Jahr. Mit rund 10 t CO2 ist Wuppertal im Jahr 2007 noch weit davon entfernt. 2006 beschloss das Klimabündnis, alle fünf Jahre zehn Prozent der CO2-Emissionen einzusparen.

Mit dem CO2-Minderungsprogramm 1996-2010 konkretisierten Stadtverwaltung und Wuppertaler Stadtwerke (WSW), wie 38 % der energiebedingten CO2-Emissionen bis 2010 im Vergleich zum Stand von 1992 reduziert werden. Wichtige Maßnahmen sind die Modernisierung der Heizkraftwerke Elberfeld und Barmen, die Nutzung der Fernwärme aus der Müllverbrennungsanlage, die Förderprogramme für energieeffiziente Heizsysteme und Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, die Entwicklung von Energiedienstleistungen für Unternehmen, Gewerbe und Gebäudebesitzer, Energiemanagement in städtischen Gebäuden, energetische Sanierung städtischer Gebäude und Heizanlagen, ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr, ökologisch-energetische Standards für Neubaugebiete, Energieberatungsangebote sowie Energiesparaktionen für Bürgerinnen und Bürger und Schulen und andere Zielgruppen.

Städtische Gebäude und Straßenbeleuchtung werden im Zuge allgemeiner Sanierung weiter energetisch optimiert – ihr Anteil in der städtischen CO2-Bilanz beträgt derzeit 3 %. Beratung, Förderung und Bereitstellung regionaler Biomasse und ein Solarkataster unterstützen Bürgerinnen und Bürger bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Für die Weiterentwicklung des Klimaschutzes spielt das Fernwärmenetz in der Talachse eine wichtige Rolle: es ist an sinkende Wärmeabnahmedichten und steigenden Kühl- und Klimatisierungsbedarf anzupassen. Der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung und der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung ist zu erhöhen und langfristig auf veränderte Abnehmerstrukturen, z. B. Elektromobilität einzustellen. In Kooperationsprojekten sind verstärkt externe Finanzierungsquellen zu erschließen und lokale Finanzierungsmechanismen zu entwickeln.

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