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Wuppertal / Rathaus & Bürgerservice

Energie- und Treibhausgas-Bilanz der Stadt Wuppertal

Im Rahmen der Beschlussfassung zum Kohlenstoffdioxid(CO₂)-Minderungskonzept und zum kommunalen Klimaschutzbericht wurde die Verwaltung 1996 beauftragt regelmäßig über realisierte Klimaschutzmaßnahmen und die dadurch erzielten CO₂-Reduktionen zu berichten. 2012 beauftragte der Ausschuss für Umweltschutz die Stadtverwaltung alle fünf Jahre eine Energie- und CO₂-Endbilanz zu erstellen.

Grundlage

Schon 1992 wurde eine CO₂-Bilanz erstellt, welche 1996 durch den Teilbereich Verkehr ergänzt wurde. Die letzte Aktualisierung mit dem Bezugsjahr 2009 wurde im Rahmen des Klimaschutzteilkonzeptes „Erneuerbare Energien im Bergischen Städtedreieck“ im Jahre 2012 erstellt (siehe hierzu auch VO/0855/12). Mit der nun vorliegenden Fortschreibung für das Jahr 2014 wird neben den Kohlendioxid (CO₂)-Emissionen auch die Treibhausgase (THG) wie Methan, Distickstoffmonoxid (Lachgas), Fluorchlorkohlenwasserstoffe und Schwefelhexafluorid) mit berücksichtigt, indem diese in CO₂-Äquivalente (CO₂eq) umgerechnet werden. Diese zusätzlich betrachteten Stoffe haben, obwohl die emittierten Mengen viel geringer sind als beim CO₂, ein weitaus höheres Treibhausgaspotenzial. Hieraus resultiert auch, dass die fortgeschriebene Bilanz in der gesamten Zeitreihenbetrachtung höhere Emissionen ausweist, als die vorangegangene Bilanz.

Erarbeitung der Energie- und THG-Bilanzierung

Zunächst wurde eine Startbilanz anhand bundesdeutscher Verbrauchskennwerte erstellt in der die Einwohnerzahlen und die Beschäftigtenzahlen (differenziert nach Wirtschaftszweigen) von Wuppertal Anwendung fanden. Anschließend wurde der Endenergiebedarf nach Energieträgern für private Haushalte, den Wirtschafts- sowie Verkehrssektor und die kommunale Verwaltung berechnet. In einem weiteren Arbeitsschritt wurde die Startbilanz dann zu einer Endbilanz verfeinert. Hierbei wurde auf einer Vielzahl von wuppertalspezifischen Daten aufgebaut, die in einem aufwendigen Arbeitsprozess bei den WSW, der Stadtverwaltung, dem Gebäudemanagement, den Schornsteinfegern, dem Kraftfahrtbundesamt usw. ermittelt wurden. Damit sind nun genauere Aussagen in der Qualität einer THG-Endbilanz möglich, die die örtliche Situation Wuppertals sehr viel realistischer zu beschreiben vermögen.

Treibhausgas-Emissionen

Die vorgelegte THG-Bilanz (Details Link 1 (Energie und Treibhausgas-Bilanzierung VO/0882/16) / Link 2 (Fortschreibung der Energie- und Treibhausgas-Bilanzierung zu entnehmen) wurde durch das Ingenieurbüro Gertec durchgeführt. Hierzu wurde das Energie- und THG-Bilanzierungstool ECOSPEED Regionsmart verwendet, welches vom Klimabündnis und der Firma ECOSPEED für Kommunen entwickelt wurde. Die Bilanz gibt an, wie viele Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente in unserer Kommune insgesamt und pro Einwohner innerhalb eines Jahres (t/E/a) infolge des Energieverbrauchs emittiert werden. Der kommunale Durchschnittswert je Einwohner ist abhängig von Faktoren wie z.B. der Baustruktur (Mehr- oder Einfamilienhäuser), der gewerblichen Struktur oder dem Ausbaugrad des ÖPNV.

Zielsetzung zur Reduzierung der THG-Emissionen in Wuppertal

Die Ergebnisse der THG-Bilanz Wuppertals zeigen nun, dass zwischen 1990 und 2014 rund 1,65 Mio. t CO₂eq, d.h. ca. 37% eingespart wurden. Der CO₂eq-Ausstoß pro Einwohner in Wuppertal, bilanziert über lokale LCA-Faktoren, lag im Jahr 1990 bei 11,6 Tonnen. Bis zum Jahr 2014 konnte eine Minderung von 3,5 t auf 8,1 t CO₂eq pro Kopf erzielt werden. Dies ist maßgeblich auf verminderte Emissionen in den Wirtschaftssektoren zurückzuführen. Der Minderungsbeitrag aus den anderen Sektoren bleibt demgegenüber deutlich zurück. 2006 beschlossen die europäischen Klima-Bündnis-Kommunen, ihren CO₂-Ausstoß künftig alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Dabei soll der wichtige Meilenstein einer Halbierung der Pro-Kopf-Emission im Vergleich zum Basisjahr 1990 bis spätestens 2030 erreicht werden. Auf Wuppertal bezogen würde dies bedeuten, die für 1990 errechnete Pro-Kopf-Emission von 11,6 t CO₂eq pro Kopf bis 2030 auf 5,8 t CO₂eq zu senken. 2014 wurde nun erstmalig mit einer Reduzierung von 30% (zum Ausgangsjahr 1990) der erforderliche Zielerreichungsgrad im Hinblick auf das Klima-Bündnis Ziel als “Meilenstein“ erreicht. Langfristig soll ein nachhaltiges CO2eq-Emissionsniveau pro Einwohner von 2,5 CO₂eq/t/a erreicht werden (siehe hierzu VO/0424/06).

Frau Ute Bücker
Fachreferent/in
Frau Andrea Stamm
Teamleiterin

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