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Wuppertal / Rathaus & Bürgerservice

Jakobskreuzkraut - eine ernste Gefahr für die Landwirtschaft

Seit ungefähr sechs Jahren entwickelt sich die Ausbreitung der Giftpflanzen Jakobskreuzkraut in Nordrhein-Westfalen zum Problem.

Jakobskreuzkraut, Jakobsgreiskraut (Senecio jacobaea)

 

Vegetative Entwicklung

Das Jakobskreuzkraut ist eine gelb blühende, 30 – 100 cm große krautige Pflanze, mit Blütenköpfchen, die an kleine Astern erinnern.

Die in Deutschland heimische Pflanze ist zweijährig, d.h. im ersten Jahr keimt das Jakobskreuzkraut und bildet eine Blattrosette aus, im zweiten Jahr blüht und fruchtet sie. Im Laufe der Zeit hat sie ihr Wuchsverhalten teilweise jedoch verändert und wächst, wenn sie nicht gestört, d.h. verbissen oder abgemäht wird, inzwischen ähnlich wie eine Staude, die sich jährlich aus den Wurzeln neu bildet und dann mehrjährig im Grünland verbreitet.

 

Bedeutung für die Landwirtschaft

Während die Pflanze für den Menschen weitgehend ungefährlich ist, ist sie für vor allem Pferde giftig, in vermindertem Umfang auch für Rinder. Gefährlich sind dabei vor allem die Blüten, da dort der höchsten Anteil der für die Tiere giftigen Schadstoffe enthalten ist (Pyrrolizidin-Alkaloide). Diese Alkaloide führen zu Leberschäden. Das tückische daran ist, dass über die wiederholte Aufnahme von Jakobskreuzkraut sich die Schadstoffe in der Leber anreichern und allmählich zum Tod führen. Toxisch sind beispielsweise für die Pferde 40 – 80 g Frischgewicht je Kilo Körpermasse, das entspricht etwa 14 – 20 Kilo Frischgewicht (bzw. 2 – 4 kg Trockenheu) für ein Pferd von rund 350 Kilo, für Rinder etwas das Doppelte.

 

 

Wege der Verbreitung

Das Jakobskreuzkaut kommt ursprünglich in Säumen, Staudenfluren vor, ist in NRW aber auch regelmäßiger Bestandteil im Grünland, so z.B. in den Glatthaferwiesen vor, auf Weiden war es kaum vertreten. Daraus wird deutlich, dass die Pflanze eigentlich nicht auf guten, landwirtschaftlich genutzten Flächen vorkommt. Bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts kam die Pflanze, wenn sie überhaupt auf einem landwirtschaftlichen Grünland vorkam, in den unregelmäßig gemähten Wiesen vor. Dort wanderte das Kraut aus den in der Regel angrenzenden Säumen ein, besiedelte zunächst einzelne Kahlstellen und verbreitete sich durch die Samen, vor allem dann, wenn der Wiesenschnitt zu spät vorgenommen wurde. Heute ist das Jakobskreuzkraut dagegen überwiegend auf den Weiden etabliert. Und auch hier konnte sich die Pflanze nur verbreiten, weil es eine nachlassende Nutzung gab, die Weidepflege diskontinuierlich war, eine Nachmahd ausgeblieben ist, etc.

 

 

Bekämpfung

Die wirksamste und nachhaltigste Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes ist die Vorbeugung. Durch eine routinierte, herkömmliche Bewirtschaftung des Grünlandes, die vorrangig am Ertrag orientiert ist, kann das Einwandern der Pflanze auf die Fläche verhindert werden. Hat sie auf dem Grünland erst einmal Fuß gefasst, ist es schwer, sie wieder zu beseitigen. Dafür kommen folgende Maßnahmen in Frage

-       Unbedingt lückige Bestände vermeiden (keine Trittschäden), bzw. die Lücken nachsäen,

-       Regelmäßige Weidepflege: Nachmahd, ggfls. Abschleppen,

-       Ausreißen, ausstechen einzelner Pflanzen,

Wichtig bei allen o.g. Maßnahmen ist die Kontinuität und Regelmäßigkeit. Nur wenn eine strikte Konsequenz bei der Bekämpfung eingehalten wird, ist es möglich, neue Standorte zu vermeiden und bestehende zurückzudrängen.

 

 

Literaturhinweise

 

1.  

  

Jakobskreuzkraut
Neitzke, Andreas;Berendonk, Clara
2010
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen {[u.a.]
(Senecio jacobaea) ; eine Giftpflanze auf dem Vormarsch
   

  

 

2.  

  

Umgang mit dem Jakobs-Kreuzkraut
Neumann, Helge Jan
2009
Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume Schleswig-Holstein
meiden, dulden, bekämpfen

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