Sanierung des Denkmals Adlerbrücke

Die in der Nähe des Opernhauses über die Wupper führende Adlerbrücke wird umfassend und denkmalgerecht saniert.

WSW-Arbeiten an der Adlerbrücke

Arbeiter auf Gerüst neben Brücke
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Anbringen der neuen Fernwärmeleitung (stromabseits)

Aktuell finden an der Adlerbrücke wieder Arbeiten statt. Die Sanierung der Brücke selbst ist zwar abgeschlossen, jedoch werden nun stromabseits noch Rohre (Kondensat und Fernwärme) durch die WSW verlegt. Die Nutzung der Brücke wird durch diese Arbeiten nicht beeinträchtigt.

Die Inbetriebnahme der neuen Fernwärmeleitung kann temperaturbedingt erst im Frühjahr erfolgen. Von diesem Zeitpunkt an wird von Barmen aus eine freie Sicht auf die denkmalgeschützte Brücke gegeben sein. Die Rekonstruktion und Erstellung der südseitigen Pfeiler und der Adler erfolgt in Eigenregie durch den Förderverein "I.G. Adlerbrücke e.V.".

(Stand: 2.11.2017)

an der Brücke montierte Leitung
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Alte Fernwärmeleitung an der Brücke

August 2017 - Es ist vollbracht!

Brücke unter Schwebebahn, Absperrpoller auf der Fahrbahn
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Die für Fußgänger und Radfahrer geöffnete Brücke

Seit Anfang August ist die Sanierung der Brücke abgeschlossen und diese für Fußgänger und Radfahrer nutzbar. Die Bezirksvertretung Barmen hat entschieden, die Brücke wegen ihrer geringen Verkehrsbedeutung nicht mehr für PKW zu öffnen. Eine große Feier zur Eröffnung der Brücke ist für 2018 geplant, weil die Brücke in dem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum feiert.

Auf der Südseite der Brücke sind links und rechts des Zugangs noch Bereiche abgesperrt, da hier vom Förderverein I. G. Adlerbrücke e.V. Säulen errichtet werden sollen, auf denen die namensgebenden Adler platziert werden können.

Auf Betreiben der Stadt wurde die Sanierung über Fördermittel aus dem Landes Denkmalförderprogramm, die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz sowie den Bundesbeauftragten für Kultur und Medien ermöglicht. Nur so konnten die Gesamtkosten von knapp 800.000 Euro gestemmt werden.

geriffelte Eichenhölzer
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Fertig verlegte Holzbohlen
Die mit den Denkmalbehörden abgestimmten Eichenbohlen wurden zur allgemeinen Zufriedenheit verlegt. Es ergibt sich so ein guter Eindruck davon, wie die Brücke um das Jahr 1870 herum ausgesehen haben mag.

Sollte es während der Gewährleistungsfrist von sieben Jahren erforderlich werden, hier Bohlen auszutauschen, wird das kurzfristig und für die Stadt Wuppertal kostenfrei durch die ausführende Firma geschehen. Weiterhin wird beobachtet werden, ob das Holz eine ausreichende Rutschfestigkeit besitzt. Sollte das nicht der Fall sein, wird ebenso kurzfristig gehandelt werden.

(Stand: 22.08.2017)


Juni 2017 - die Fertigstellung naht...

Die Testphase für die Holzbalken ist beendet und hat ergeben, dass ein Großteil der Balken eingebaut werden kann. Diejenigen Balken, die zu lange Risse oder Ringschäle aufweisen, werden ausgetauscht werden und nicht eingebaut.

Bei den meisten Balken sind die Risse, die auch für einen Laien gut zu erkennen sind, jedoch so kurz, dass sie keinen Einfluss auf die Tragfähigkeit haben und somit bedenkenlos eingebaut werden können. Auch die Optik der fertigen Brücke werden sie nicht beeinträchtigen, da die Stirnseiten nach dem Einbau nicht mehr zu sehen sein werden. Aufgrund der minderen Holzqualität im Vergleich zur Ausschreibung wird die Gewährleistungsfrist um zwei Jahre verlängert.

Der Einbau wird noch im Juni beginnen und voraussichtlich Mitte Juli abgeschlossen sein.


Mai 2017 - Wann werden die Holzbohlen eingebaut?

verlegtes Holz
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Probefläche des Holzbelags

Die Stahlbausanierung ist fertig, die Holzbohlen sind geliefert und könnten eingebaut werden. Leider musste die Stadt jedoch feststellen, dass die gelieferten Holzbohlen nicht die geforderte Qualität besitzen - weder stimmt der Feuchtegehalt, noch sind die Hölzer "herzgetrennt", beides wichtige Eigenschaften, die sich auf die Art der Verformung auswirken. Wird die Lieferung zurückgewiesen, muss bei Eichenholz in den benötigten Abmessungen und der Menge von Lieferzeiten von mindestens einem halben Jahr gerechnet werden.

Um die Fertigstellung der Brücke möglichst zeitnah zu ermöglichen, wurde nun mit einem Teil des gelieferten Holzes eine Probefläche angelegt. An dieser wird 6 Wochen lang die Verformung beobachtet. Zu starke Verformungen können beispielsweise zu Stolperkanten oder sogar zur Gefährdung der Standsicherheit (durch in Risse eindringendes Wasser) führen. Schadhafte Bohlen werden durch die beauftragte Firma ausgetauscht. Durch die sechswöchige Beobachtung des Holzes soll nun ausgeschlossen werden, dass ein Bohlenaustausch zu häufig erforderlich wäre, da hiermit jedes Mal eine erneute Sperrung der Brücke einhergehen wird. Sollte das erwartete Austauschintervall ausreichend groß ausfallen, könnten die restlichen Bohlen Ende Juni/Anfang Juli eingebaut werden. Die Firma würde die Gewährleistung dann um zwei Jahre verlängern.


Baustelle: Sanierung der Adlerbrücke

stark verrostete Stahlkonstruktion
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Die Stahlkonstruktion vor der Sanierung
Die unter Denkmalschutz gestellte Adlerbrücke führt in Wuppertal-Barmen die Adlerstraße über die Wupper und verbindet so die Straßen Unterdörnen und Friedrich-Engels-Allee. Bei dem Bauwerk handelt es sich um eine stählerne Fachwerkbrücke mit oberhalb der Fahrbahn liegenden seitlichen Parallelfachwerken, die im Jahr 1896 hergestellt wurde. Die heute nur noch ausgesprochen selten anzutreffenden Gitterträgerkonstruktionen der Haupt- und Querträger sind ein Dokument der Brückenbaugeschichte. Der Fahrbahnaufbau aus Holz liegt auf einem stählernen Trägerrost mit Längs- und Querträgern auf. Zur besseren Befahrbarkeit der Brücke wurde seinerzeit ein Belag aus Asphalt eingebaut. Die beidseitig der Fahrbahn angeordneten Gehwege bestehen aus Holz und sind ebenfalls mit Asphalt überbaut.
Stahlarbeiten
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Stahlarbeiten in der Einhausung
Die Brücke ist seit dem Jahre 2010 für jegliche Nutzung gesperrt. Der Überbau sowie die anschließenden Ufermauern mit Stützwandkopf und dem Geländer im Bauwerksbereich sind baufällig und dringend instandzusetzen. Eine Überprüfung des Bestands und die darauf aufbauenden statischen Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Sanierung des Bauwerks zur Vermeidung weitergehender, irreparabler Schäden an der Stahlkonstruktion und zur Gewährleistung der Standsicherheit dringend erforderlich ist. Die Holzbalken der Fahrbahn sind größtenteils am Fahrbahnrand verfault oder durchgebrochen. Der Holzbohlenbelag der Fahrbahn ist an den Endquerträgern durchgefault und auf der Brückenfläche teilweise durchgebrochen. Der Korrosionsschutz der Stahlkonstruktion blättert großflächig ab. Die Tragkonstruktion ist bereichsweise durch die Korrosion bis auf geringe Reststärken geschwächt; insbesondere die Unterkonstruktion der Fahrbahn ist korrodiert, teilweise mit Narbenbildung. Bei der Sanierung der Adlerbrücke wird die Holzkonstruktion ausgetauscht und die ursprünglich offene Holzfahrbahn wieder hergestellt. Es sind lokale Verstärkungen an der Stahlkonstruktion durchzuführen, einzelne Nietverbindungen sowie der komplette Korrosionsschutz zu erneuern und das Natursteinmauerwerk der Widerlager instandzusetzen. Die Baumaßnahme soll zu 90% aus Fördermitteln der Denkmalpflege finanziert werden. Hierzu sind entsprechende Förderanträge an das Landes Denkmalförderprogramm, die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz sowie den Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gestellt worden. Die Gesamtkosten liegen bei ca. 780.000€. Die Bauzeit für die Sanierung der Adlerbrücke beträgt ca. 12 Monate.

Was wird gemacht?

  • Strahlen der Stahlkonstruktion
  • Austausch von stark verrosteten Bauteilen
  • Aufbringen von neuem Korrosionsschutz
  • denkmalgerechter neuer Straßenaufbau auf Holzträgern

Welche Einschränkungen gibt es?

  • Brücke bleibt während der Sanierung komplett gesperrt

Wie lange dauert das?

  • etwa 1 Jahr

Wieviel kostet die Maßnahme?

  • ca. 780.000€