Ausbildungstagebuch - eine Woche im Presseamt

Luise Mertin
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Das Presseamt ist der dritte Praxisabschnitt der 22-Jährigen. Sie macht das duale Studium mit dem Schwerpunkt Rechtswissenschaften (Bachelor of Laws).







Montagmorgen im Presseamt: Das bedeutet Zeitungen durchblättern. Alle Artikel, die für Wuppertal direkt oder indirekt von Relevanz sind, werden geschnitten und auf DIN A4-Blätter geklebt. Daraus entsteht der Pressespiegel, der täglich erstellt und an viele verschiedene Stellen der Stadtverwaltung geschickt wird.

Als nächstes steht die ebenfalls tägliche Besprechungsrunde an. Dabei bringen wir uns gegenseitig auf den aktuellsten Stand, was Bauvorhaben (auch in Hinblick auf gesetzliche Rahmenbedingungen), Projekte, bevorstehende Veranstaltungen, Presseanfragen und vieles mehr betrifft. Die Bandbreite der Themen hat im Presseamt keine Grenzen: In der einen Minute wird eine finanzrechtliche Frage geklärt, in der darauffolgenden Minute geht es um die ehrenamtliche Arbeit bei der Feuerwehr.

Mehrere Teilnehmer der Investorentour stehen in dem Pinguintunnel des Grünen Zoos Wuppertal.
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Am Dienstag steht ein außergewöhnlicher Besuch im Grünen Zoo Wuppertal auf dem Tagesplan. Nachdem der Zoo um 18 Uhr für Besucher geschlossen wird, dürfen alle Teilnehmer der jährlich stattfindenden sogenannten Investorentour Wuppertal eintreten. Das Presseamt ist als städtischer Vertreter mit von der Partie - somit konnte ich eine Führung "nach Feierabend" durch den Zoo miterleben und einiges an interessanten Hintergrundinformationen sammeln.

Auf einen Außentermin folgt Büroarbeit

Nach diesem abwechslungsreichen Außentermin wird am Mittwoch wieder der Schreibtisch gehütet. Während ich Pressemitteilungen über anstehende Veranstaltungen im Botanischen Garten und Führungen des Historischen Zentrums verfasse, klingelt das Telefon. Radio Wuppertal möchte wissen, wie viele Einnahmen durch mobile und fest installierte städtische Blitzer in den vergangenen drei Jahren verzeichnet wurden. Das heißt für mich, wie bei jeder Anfrage, gründliche Recherchearbeit zu betreiben, da die Aussagen vom Presseamt jederzeit korrekt sein müssen. Grund dafür ist, dass sie sofort in den Radionachrichten verwendet werden oder in der Zeitung am nächsten Tag zu lesen sind. Nach einem Telefonat mit dem Ordnungsamt liegen mir die entsprechenden Zahlen vor und ich kann diese den Redakteuren von Radio Wuppertal mitteilen.

Bepflanzte Paletten im Mitmachgarten "PflanzBar" inmitten von Hochhäusern.
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Donnerstagmorgen ein Fund in der Zeitung, über den ich mich besonders freue: Meine gestern verfassten Pressemitteilungen sind jeweils als Artikel abgedruckt. Am Nachmittag steht ein Pressetermin an, ein städtisches Projekt, der Mitmachgarten "PflanzBar", wird besucht. Die Notizen und Zitate, die ich mir während des Termins gemacht habe, verarbeite ich im Anschluss in einer Pressemitteilung, die einen Überblick über den Termin, das gesamte Projekt und dessen Finanzierung für alle nicht anwesenden Medien geben soll.

Am Freitag dann eine perfekte Einstimmung aufs Wochenende: Für das bevorstehende Fest "Elberfelder Cocktail" soll Oberbürgermeister Peter Jung die Begrüßung übernehmen. Für mich bedeutet das Telefonate mit den Veranstaltern zu führen, um alle notwendigen Informationen zum Ablauf und den Besonderheiten des Festes zu erfahren. Aus den gewonnen Informationen erstelle ich für Herrn Jung eine kleine Übersicht, die alle wissenswerten Fakten enthält, um die Begrüßung optimal gestalten zu können.

Und somit neigt sich eine Arbeitswoche im Presseamt langsam dem Ende zu. Wie jede Woche wurden mir auch in diesen fünf Tagen viele neue Einblicke und Erkenntnisse über die Stadt sowie sämtliche Bereiche der Stadtverwaltung ermöglicht. Neben gesammelten Informationen lernt man fast täglich Führungskräfte der Stadt und Mitarbeiter diverser Medien kennen und hat die Möglichkeit, sein städtisches Wissensspektrum und das Netzwerk an Kontakten umfangreich zu erweitern.

Das Presseamt ist der dritte Praxisabschnitt der 22-Jährigen. Sie macht das duale Studium mit dem Schwerpunkt Rechtswissenschaften (Bachelor of Laws).

 
Luise Mertin